
Die Marke Eberswalder steht seit Jahrzehnten für Wurst aus Brandenburg. Genau diese Verbindung wird nun zum Problem. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat den Hersteller EWN Wurstspezialitäten und den Lebensmittelhändler Kaufland abgemahnt. Der Vorwurf: Verbraucherinnen und Verbraucher könnten beim Einkauf den Eindruck gewinnen, die Produkte würden weiterhin in Brandenburg hergestellt. Tatsächlich ist die Produktion am Standort Britz bei Eberswalde Ende Februar 2026 nach fast 50 Jahren beendet worden.
Seit der Schließung werden Produkte der Marke Eberswalder an verschiedenen Standorten außerhalb Brandenburgs produziert. Bockwürste entstehen in Sachsen, Käsewürstchen in Sachsen-Anhalt und Wacholdersalami in Schleswig-Holstein.
Neben dem Hersteller wurde auch Kaufland abgemahnt. In mehreren Filialen in Brandenburg sollen Produkte der Marke Eberswalder am Regal mit dem Hinweis Hergestellt in Brandenburg beworben worden sein. Die Schilder waren mit roten Herz-Symbolen gestaltet. Die Verbraucherzentrale sieht darin eine Irreführung und forderte Kaufland auf, solche Hinweise bei Produkten der Marke Eberswalder nicht weiter zu verwenden.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale Brandenburg liegt das Problem auch in der Verpackung. Auf der Vorderseite sei der Schriftzug Eberswalder weiter prominent zu sehen. Auf der Rückseite werde die Anschrift in Britz bei Eberswalde angegeben, obwohl sich dort nur noch der Firmensitz befinde. Kunden könnten so den falschen Eindruck gewinnen, die Ware stamme weiter aus dieser Region. Die Verbraucherzentrale veröffentlichte die Abmahnung am 28. Mai 2026.
EWN Wurstspezialitäten weist die Vorwürfe nicht vollständig zurück. Nach Berichten des rbb erklärte das Unternehmen, man stehe seit Längerem im Austausch mit der Verbraucherzentrale und arbeite an transparenterer Kennzeichnung der Produktionsstandorte. Außerdem verweist EWN darauf, dass Eberswalder-Produkte fast ausschließlich an ostdeutschen Standorten hergestellt würden.
Die Schließung des Werks in Britz hatte bereits Anfang 2026 für Aufsehen gesorgt. Rund 500 Beschäftigte waren betroffen. Die Marke Eberswalder sollte erhalten bleiben, nur die Herstellung wurde an andere Standorte verlagert. Der aktuelle Streit dreht sich darum, wie transparent dieser Wandel für Verbraucherinnen und Verbraucher erkennbar sein muss.
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