
Beim Maschinenbauer Siempelkamp in Zweibrücken droht ein erheblicher Einschnitt. Nach aktuellen Berichten sollen am Standort bis zu 129 Stellen wegfallen. Betroffen ist das frühere Pallmann-Werk im Stadtteil Bubenhausen, das seit 2017 zur Krefelder Siempelkamp-Gruppe gehört. Die Ankündigung kam für viele Beschäftigte offenbar überraschend. Gewerkschaft und Betriebsrat reagierten mit deutlicher Kritik und wollen nach Möglichkeiten suchen, das Ausmaß des Stellenabbaus zu begrenzen.
Der Standort beschäftigt nach den vorliegenden Angaben derzeit noch rund 282 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit könnte nahezu jede zweite Stelle betroffen sein. Besonders schwer wiegt, dass nicht nur einzelne Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Nach Darstellung der IG Metall steht auch die Eigenfertigung in Zweibrücken vor dem Aus. Künftig sollen demnach nur noch Endmontage und Serviceleistungen am Standort verbleiben.
Die Zahl von bis zu 129 Stellen wurde den Beschäftigten in einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Der frühere Pallmann-Standort gilt in Zweibrücken seit Jahrzehnten als bekannter Maschinenbaubetrieb. Das Unternehmen ist auf Zerkleinerungs- und Aufbereitungstechnik spezialisiert und liefert Maschinen unter anderem für die Holzwerkstoffindustrie, das Altpapierrecycling und die Zellstoffherstellung.
Nach den aktuellen Informationen soll die Produktion in Bubenhausen weitgehend auslaufen. Unklar blieb zunächst, ob der Stellenabbau zunächst über Verhandlungen, Altersteilzeit, Versetzungen oder freiwillige Regelungen abgefedert werden soll. Eine unabhängige Bestätigung für Details eines möglichen Sozialplans lag zunächst nicht vor.
Siempelkamp ist ein traditionsreicher Maschinen- und Anlagenbauer mit Hauptsitz in Krefeld. Die Gruppe ist in mehreren Industriebereichen aktiv, darunter Maschinenbau, Gusstechnik und Service. Das Zweibrücker Werk geht auf die Pallmann Maschinenfabrik zurück, die 1903 gegründet und seit 2017 in die Siempelkamp-Gruppe integriert wurde.
Für Zweibrücken ist der angekündigte Abbau auch deshalb relevant, weil industrielle Arbeitsplätze in der Region seit Jahren unter Druck stehen. Ein Verlust von rund 130 Stellen hätte Folgen nicht nur für die direkt Betroffenen, sondern auch für Zulieferer, Dienstleister und die industrielle Struktur vor Ort.
Als Hintergrund für die Einschnitte wird die internationale Marktlage genannt. Demnach steht der Standort wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Unklar blieb zunächst, ob einzelne Fertigungsschritte an andere Siempelkamp-Standorte verlagert oder künftig stärker extern vergeben werden sollen.
Aus Arbeitnehmersicht ist vor allem die geplante Aufgabe der Eigenfertigung problematisch. Wenn künftig nur noch Endmontage und Service verbleiben, wäre Zweibrücken weniger Produktionsstandort als bisher. Das könnte die langfristige Bedeutung des Standorts innerhalb der Gruppe schwächen.
Die Reaktion der Arbeitnehmerseite fiel deutlich aus. Die IG Metall sprach von Schock und Unverständnis in der Belegschaft. Der Stellenabbau sei für viele Beschäftigte unerwartet gekommen. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen die Pläne nicht einfach hinnehmen und eigene Vorschläge einbringen, um den Umfang zu verringern.
Im Mittelpunkt dürfte nun die Frage stehen, ob es Alternativen zur Streichung der Stellen gibt. Denkbar sind Gespräche über Beschäftigungssicherung, Qualifizierung oder Investitionen in neue Geschäftsfelder. Unklar blieb zunächst, wann belastbare Ergebnisse aus den Gesprächen vorliegen.
Der geplante Abbau bei Siempelkamp trifft eine Stadt, in der industrielle Arbeitsplätze seit Langem eine wichtige Rolle spielen. Gerade Fachkräfte im Maschinenbau verfügen über spezialisiertes Wissen, das sich nicht kurzfristig ersetzen lässt. Wenn die Eigenfertigung tatsächlich ausläuft, wäre das ein Einschnitt, der über die reine Zahl der betroffenen Stellen hinausgeht. Die kommenden Gespräche mit Betriebsrat und IG Metall werden entscheidend sein.
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