Rheinmetall trennt sich von großen Teilen des Autogeschäfts

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Rheinmetall stellt seine Konzernstruktur weiter auf Verteidigung und Sicherheit um. Der Düsseldorfer Konzern hat den Verkauf des größten Teils seiner Automotive-Sparte an die Münchner Industrieholding Aequita vertraglich vereinbart. Der Kaufpreis liegt bei 350 Millionen Euro. Der Abschluss der Transaktion wird nach den bisherigen Angaben für das vierte Quartal erwartet.

Verkauf markiert weiteren Schritt weg vom zivilen Geschäft

Mit dem geplanten Verkauf gibt Rheinmetall einen wesentlichen Teil seines Geschäfts mit Komponenten für die Automobilindustrie ab. Die Automotive-Sparte war zuletzt deutlich kleiner als das Verteidigungsgeschäft. Für 2025 werden für den Bereich Automotive rund zwei Milliarden Euro Umsatz genannt. Das militärische Geschäft kam demnach auf etwa zehn Milliarden Euro.

Der Konzern hatte sich bereits in den vergangenen Jahren schrittweise von Teilen des Autogeschäfts getrennt. Dazu gehörte 2023 und 2024 der Verkauf des Kolbengeschäfts. Ende des vergangenen Jahres kündigte Rheinmetall zudem an, sich vom verbleibenden Geschäft mit der Autoindustrie und dem Energiesektor trennen zu wollen.

Nach den vorliegenden Angaben steht der Schritt auch im Zusammenhang mit der schwachen Nachfrage europäischer Autohersteller. Das Verteidigungsgeschäft entwickelte sich dagegen deutlich dynamischer. Rheinmetall richtet seine Strategie damit noch klarer auf den Rüstungssektor aus.

Standorte in Neuss und Spanien sollen umgestellt werden

Der Umbau betrifft auch einzelne Produktionsstandorte. Das bisherige Automobilwerk in Neuss soll schrittweise für die Produktion von Satelliten und weiteren Rüstungsgütern genutzt werden. Auch ein Standort in Spanien soll entsprechend neu ausgerichtet werden.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger verwies im Zusammenhang mit dem Schritt auf die Perspektiven im Geschäft mit militärischen Kunden. Zugleich sieht der Konzern die zivile Sparte bei Aequita untergebracht. Die Münchner Industrieholding ist auf industrielle Beteiligungen und Transformationsprozesse spezialisiert.

An der Börse gehörte die Rheinmetall-Aktie am Tag der Meldung zu den wenigen Gewinnern im DAX. Sie legte um 0,9 Prozent zu. Die weitere Entwicklung hängt jedoch nicht allein von der Konzernstrategie ab, sondern auch von Marktumfeld, Erwartungen an das Verteidigungsgeschäft und der allgemeinen Börsenlage.

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