Warum viele Haushalte jetzt zu Ökostrom wechseln

Deutschland Steuerlast OECD Platz 2 Steuerkeil
Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

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Ökostromtarife gewinnen beim Wechsel des Stromanbieters weiter an Bedeutung. Nach einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox entfallen im laufenden Jahr rund 81 Prozent der über die Plattform abgeschlossenen Stromverträge auf Tarife mit 100 Prozent erneuerbaren Energien. Verivox spricht damit vom höchsten bislang gemessenen Wert in der eigenen Auswertung. Vor fünf Jahren lag der Anteil demnach noch bei rund 68 Prozent. Die Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf Vertragswechsel über Verivox und bilden nicht automatisch den gesamten deutschen Strommarkt ab.

Preis spielt bei vielen Stromkunden eine wichtige Rolle

Der Wechsel zu Ökostrom wird nach Angaben von Verivox nicht allein durch Umwelt- und Klimaschutz erklärt. Eine wichtige Rolle spielt offenbar auch der Preis. Das Vergleichsportal nennt derzeit einen durchschnittlichen Haushaltspreis von rund 31,2 Cent pro Kilowattstunde. Die günstigsten Ökostromtarife liegen nach derselben Auswertung im Schnitt bei 21,9 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Haushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden errechnet Verivox daraus ein mögliches Sparpotenzial von rund 400 Euro pro Jahr. Diese Werte hängen jedoch von Tarif, Region, Verbrauch und Vertragsbedingungen ab.

Ökostrom ist nicht automatisch Strom aus der eigenen Region

Die Bezeichnung Ökostrom bedeutet nicht, dass aus der Steckdose physikalisch ausschließlich Strom aus erneuerbaren Anlagen fließt. Das Umweltbundesamt erklärt, dass bei Ökostromtarifen Herkunftsnachweise eine zentrale Rolle spielen. Stromlieferanten müssen für die gelieferte Menge entsprechende Nachweise beschaffen und entwerten. Diese Nachweise belegen, dass Strom aus erneuerbaren Energien in Europa erzeugt und in das europäische Stromsystem eingespeist wurde. Sie verhindern eine doppelte Vermarktung derselben grünen Strommenge. Zusätzliche Ökostromlabel können darüber hinaus anzeigen, ob ein Tarif den Ausbau erneuerbarer Energien besonders unterstützt.

Erneuerbare Energien prägen den Strommix stärker

Die Entwicklung bei Ökostromtarifen fällt in eine Phase, in der erneuerbare Energien auch in der tatsächlichen Stromerzeugung weiter eine große Rolle spielen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stammten im ersten Quartal 2026 rund 53,3 Prozent des in Deutschland erzeugten und eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energieträgern. Insgesamt lag die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen demnach bei 67,5 Milliarden Kilowattstunden. Besonders Windkraft trug zum Anstieg bei. Gleichzeitig blieb die Stromerzeugung wetterabhängig, weshalb einzelne Quartale nicht allein als dauerhafter Trend gelesen werden sollten.

Was Verbraucher bei Ökostromtarifen prüfen sollten

Für Verbraucher bleibt ein genauer Blick auf die Vertragsbedingungen wichtig. Ein niedriger Arbeitspreis allein sagt noch nicht alles über die tatsächlichen Jahreskosten aus. Entscheidend sind auch Grundpreis, Preisgarantie, Laufzeit, Kündigungsfrist und mögliche Boni. Wer neben Herkunftsnachweisen einen zusätzlichen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien sucht, kann auf anerkannte Ökostromlabel achten. Die aktuelle Auswertung zeigt vor allem: Ökostrom ist beim Anbieterwechsel nicht mehr nur ein Nischenthema. Für viele Haushalte ist er inzwischen eine reguläre Tarifoption, die zugleich mit Preisvorteilen verbunden sein kann.

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