AfD-Mandat mit Wohnort Münster: Zerbin fällt auf

Ein unerwarteter Austritt erschüttert die AfD im Rat Münster: Ratsmitglied Hans-Jürgen Scholte verlässt die Partei und die AfD-Fraktion – behält jedoch sein Mandat. Dieser Schritt kommt nur wenige Tage nach Beginn der neuen Wahlperiode und hat weitreichende Folgen.
Foto: Mika Baumeister

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Münsters Reihe der Bundestagsabgeordneten ist nach der Wahl 2025 breiter geworden. Sylvia Rietenberg von den Grünen gewann das Direktmandat im Wahlkreis Münster. Svenja Schulze von der SPD, Stefan Nacke von der CDU und Kathrin Gebel von der Linken sitzen ebenfalls im Bundestag und werden dort mit dem Wahlkreis Münster geführt. Daniel Zerbin von der AfD kommt nun als besonderer Fall hinzu. Er lebt nach Medienangaben in Münster, sein Mandat ist aber nicht dem Wahlkreis Münster zugeordnet.

Mehrere Abgeordnete mit klarem Münster-Bezug

Der klassische Münster-Bezug ist bei den bekannten Abgeordneten eindeutig. Rietenberg zog über das Wahlkreismandat in den Bundestag ein. Schulze, Nacke und Gebel wurden über Landeslisten gewählt, werden im Bundestag aber jeweils mit dem Wahlkreis 128 Münster geführt. Damit bilden sie die sichtbare Münsteraner Reihe in Berlin. Sie haben Wahlkreisbüros in der Stadt oder sind politisch klar mit Münster verbunden. Für Bürgerinnen und Bürger ist damit nachvollziehbar, wer den Wahlkreis im Bundestag begleitet.

Warum Daniel Zerbin anders einzuordnen ist

Zerbin sitzt ebenfalls im Bundestag, gehört aber nicht zu dieser Reihe im engeren Sinn. Der Bundestag führt ihn über die nordrhein-westfälische AfD-Landesliste mit dem Wahlkreis Herne – Bochum II. Sein parlamentarischer Ursprung liegt damit nicht in Münster. Der lokale Bezug entsteht über seinen Wohnort und über die Kommunalwahl 2025. Dort stand Zerbin auf Platz 5 der AfD-Reserveliste in Münster. Für den Einzug in den Rat reichte das nicht. Die AfD erhielt bei der Ratswahl drei Sitze.

Ein Sonderfall zwischen Wohnort und Mandat

Gerade diese Trennung macht den Fall politisch interessant. Zerbin vertritt Münster nicht als direkt gewählter Abgeordneter und ist auch nicht über eine Münsteraner Liste in den Bundestag gekommen. Trotzdem lebt ein AfD-Bundestagsabgeordneter in einer Stadt, in der seine Partei bei Wahlen vergleichsweise schwach abschneidet. Sollte Zerbin künftig stärker in Münster auftreten oder ein Wahlkreisbüro eröffnen, würde dieser Sonderfall sichtbarer. Dann stünde neben den etablierten Bundestagsabgeordneten mit Münster-Bezug ein weiterer Parlamentarier in der Stadt,

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