Nike bleibt trotz Gewinnsprung im schwierigen Neustart

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Q4-Zahlen zeigen nur begrenzte Erholung

Nike hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 11,0 Milliarden Dollar gemeldet. Das war ein Rückgang um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, währungsbereinigt lag das Minus bei 4 Prozent. Für das Gesamtjahr nannte der Konzern 46,4 Milliarden Dollar Umsatz, auf berichteter Basis nahezu unverändert, währungsbereinigt aber 2 Prozent niedriger. Der Gewinn je Aktie lag im Schlussquartal bei 0,72 Dollar, darin enthalten war ein Sondereffekt von 0,52 Dollar je Aktie aus erwarteten Zoll-Erstattungen.

Nike-Aktie reagiert verhalten auf den Ausblick

Die Nike Aktie stand zuletzt bei 41,05 Dollar. Der Börsenwert lag damit bei rund 60,8 Milliarden Dollar. Im nachbörslichen Handel reagierte der Markt zunächst negativ auf die Zahlen, obwohl der Umsatz leicht über den Erwartungen lag. Reuters berichtete, dass die Aktie nach Vorlage der Zahlen zunächst rund 4 Prozent verlor und einen Teil der Verluste später wieder aufholte. Der Grund war weniger das abgelaufene Quartal, sondern der vorsichtige Blick auf die kommenden Monate.

China bleibt der größte Schwachpunkt

Besonders schwer wiegt das China-Geschäft. In Greater China fiel der Nike-Umsatz im vierten Quartal auf 1,297 Milliarden Dollar, nach 1,476 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 12 Prozent, währungsbereinigt um 17 Prozent. Für das Gesamtjahr sank der Umsatz in der Region um 11 Prozent auf 5,847 Milliarden Dollar. Reuters ordnet China als drittgrößten Markt des Konzerns ein und verweist zusätzlich auf Marktanteilsverluste an lokale Anbieter wie Anta und Li Ning.

Zölle verzerren den Gewinnsprung

Der deutliche Gewinnanstieg ist nur eingeschränkt als operative Trendwende zu lesen. Nike nannte für das Quartal einen erwarteten IEEPA-Zollerstattungs-Effekt von 986 Millionen Dollar. Dieser erhöhte die Bruttomarge um rund 900 Basispunkte auf 49,2 Prozent. Ohne diesen Effekt wäre das Ergebnisbild deutlich schwächer. Reuters hatte bereits zuvor berichtet, dass die unter Donald Trump eingeführten US-Zölle auf Importe aus wichtigen Produktionsländern wie Vietnam die Kostenbasis von Nike erheblich belasteten.

Elliott Hill setzt stärker auf Sport und Handelspartner

CEO Elliott Hill versucht, Nike wieder stärker auf Sport, Performance-Produkte und bessere Beziehungen zum Großhandel auszurichten. Das ist eine Korrektur früherer Entscheidungen, bei denen Nike den Direktvertrieb ausgebaut und klassische Handelspartner teilweise zurückgedrängt hatte. Im vierten Quartal stiegen die Wholesale-Umsätze um 4 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar. Nike Direct fiel dagegen um 7 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar, das Digitalgeschäft der Nike-Marke sogar um 12 Prozent.

Konkurrenz durch On und Hoka verschärft den Druck

Der Wettbewerb im Laufschuh- und Performance-Segment ist härter geworden. Reuters berichtete im Mai, dass Nikes Anteil am globalen Sport-Footwear-Markt 2025 auf 22,9 Prozent gefallen sei. Gleichzeitig gewinnen Marken wie On und Hoka an Gewicht. On meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatzanstieg um 14,5 Prozent auf 831,9 Millionen Franken, währungsbereinigt sogar um 26,4 Prozent. Hoka-Eigentümer Deckers berichtete für sein jüngstes Quartal ein Umsatzplus von 10 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar.

Internationale Einordnung: Druck aus mehreren Richtungen

Nike steht unter Druck aus mehreren Richtungen. In Nordamerika stieg der Umsatz im vierten Quartal um 3 Prozent auf 4,832 Milliarden Dollar, während Europa, Nahost und Afrika leicht zurückgingen und China deutlich schwächer blieb. Dazu kommen Zölle, vorsichtigere Verbraucher und ein Wettbewerb, der im Laufschuhsegment innovationsstärker wirkt. Der Turnaround unter Elliott Hill ist damit noch nicht bewiesen. Er bleibt ein operatives Sanierungsprogramm, keine schnelle Rückkehr zu früherer Wachstumsdynamik.

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