
Münster. Die CDU-Ratsfraktion kritisiert die schleppende Umsetzung neuer öffentlicher Toiletten in Münster. Nach ihrer Darstellung sollten die Anlagen ursprünglich 2026 entstehen. Nun sei offenbar erst im kommenden Jahr mit dem Beginn zu rechnen. Eine öffentliche Bestätigung der Stadt für den neuen Zeitplan liegt bislang nicht vor.
Ratsherr Stefan Leschniok wirft der Stadtverwaltung vor, bei einem seit Jahren bekannten Alltagsproblem zu langsam voranzukommen. Die unzureichende Versorgung mit öffentlichen Toiletten beschäftige Münster bereits seit langer Zeit. Weitere Verzögerungen könnten nach Ansicht des CDU-Politikers das Vertrauen der Bürger in Verwaltung und Politik beschädigen.
Das Modell „Nette Toilette“, bei dem Geschäfte und Gastronomiebetriebe ihre sanitären Anlagen öffentlich zugänglich machen, sei zwar eine sinnvolle Ergänzung. Eigenständige und dauerhaft verfügbare öffentliche Toiletten könne es nach Ansicht der CDU jedoch nicht vollständig ersetzen. Die Fraktion fordert deshalb eine schnellere Planung und Umsetzung. Konkrete Gründe für die mögliche Verschiebung auf 2027 nennt sie nicht.
Der Rat hatte im September 2025 ein neues Toilettenkonzept zur Kenntnis genommen und die Verwaltung mit weiteren Vorbereitungen beauftragt. Als vorrangige Standorte wurden die Westseite des Hauptbahnhofs, der Südpark, der Coerdeplatz, der Wienburgpark und der Bereich der Aasee-Kugeln genannt.
Geplant waren zunächst vier zusätzliche WC-Anlagen, obwohl fünf mögliche Standorte aufgeführt wurden. Welche davon tatsächlich umgesetzt werden, blieb damit offen. Zudem stellte die Stadt das Vorhaben ausdrücklich unter Haushaltsvorbehalt.
Die neuen Toiletten sollen barrierefrei, geschlechtergerecht, möglichst vandalismussicher sowie wassersparend betrieben werden. Bau, Reinigung, Wartung und Betrieb sollen externe Dienstleister übernehmen. Die Stadt kalkulierte allein für den laufenden Betrieb mit rund 55.000 Euro pro Anlage und Jahr. Bei vier Toiletten wären das etwa 220.000 Euro jährlich, Bau- und Erschließungskosten nicht eingerechnet.
Die angespannte Situation geht unter anderem auf das Ende eines früheren Betreibervertrags zurück. Im Jahr 2023 wurden mehrere moderne und selbstreinigende Toiletten eines privaten Werbeunternehmens abgebaut. Davon betroffen war auch eine barrierefreie Anlage auf dem Domplatz. Ein unmittelbarer Ersatz entstand nicht.
Seit Anfang 2024 betreibt die Stadt ihre verbliebenen öffentlichen Toiletten selbst. Sechs städtische Anlagen wurden instandgesetzt und an eine Reinigungsfirma übergeben. Für neue Standorte musste jedoch zunächst ein Betreiberkonzept erarbeitet werden. Danach folgen politische Entscheidungen und ein Vergabeverfahren. Noch im Januar 2026 befand sich dieses Verfahren nach Angaben der Stadt in Vorbereitung.
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