
Verspätete Züge, kurzfristige Gleiswechsel, veränderte Wagenreihungen und überforderte Fahrgäste: In der neuen Ausgabe von „Am Puls mit Dunja Hayali“ geht es um die grundlegenden Probleme der Deutschen Bahn. Das ZDF zeigt die rund 43-minütige Dokumentation „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ heute, am Dienstag, 21. Juli 2026, um 20.15 Uhr. Bereits seit dem Vormittag ist die Sendung im Streaming-Angebot des ZDF verfügbar.
Dunja Hayali reist mit Zügen, spricht mit Fahrgästen und blickt hinter die Kulissen des Bahnbetriebs. Dabei konzentriert sich die Dokumentation nicht allein auf Unpünktlichkeit und mangelnden Komfort. Sie untersucht auch den Zustand der Infrastruktur, die schleppende Digitalisierung und mögliche Sicherheitsrisiken.
Ausgangspunkt der Reportage sind die Erfahrungen der Reisenden. Für die Sendung hatte Dunja Hayali Bahnfahrer dazu aufgerufen, ihre persönlichen Erlebnisse zu schildern. Zahlreiche Menschen berichteten daraufhin von Verspätungen, falschen Gleisangaben, kurzfristigen Änderungen und anderen Problemen. Einige dieser Rückmeldungen werden in der Dokumentation aufgegriffen.
Hayali selbst erklärt in dem Film, dass sie häufiger mit der Bahn fahren würde, dabei jedoch ähnliche Frustrationen erlebe wie viele andere Kunden. Auf ihren Reisen kommt sie mit Fahrgästen ins Gespräch und versucht nachzuvollziehen, wie sich Störungen und fehlende Informationen auf deren Alltag auswirken. Konkrete Namen der betroffenen Reisenden nennt die öffentlich zugängliche Programminformation nicht.
Die Sendung begleitet zudem Lokführer bei ihrer Arbeit. Hayali schaut ihnen über die Schulter und erfährt, welche technischen und organisatorischen Schwierigkeiten den Zugverkehr beeinträchtigen. Dabei geht es unter anderem um alte Technik und Probleme, die von den Mitarbeitern zwar erkannt und gemeldet werden, aber offenbar nicht immer zeitnah behoben werden.
Ein zentraler Gesprächspartner der Dokumentation ist Evelyn Palla. Dunja Hayali trifft die neue Bahnchefin in Berlin zu einem Exklusivinterview. Palla soll einen Neuanfang bei der Deutschen Bahn organisieren und Versäumnisse aus vergangenen Jahren und Jahrzehnten aufarbeiten.
Im Gespräch geht es vor allem darum, wie die Bahn das Vertrauen der Reisenden zurückgewinnen und ihre Pünktlichkeit verbessern will. Palla formuliert als langfristiges Ziel, dass die Menschen in Deutschland wieder stolz auf ihre Bahn sein könnten und die Pünktlichkeit in einigen Jahren deutlich besser sei. Einen konkreten Zeitplan oder einzelne Sanierungsmaßnahmen nennt die frei zugängliche Programmankündigung allerdings nicht.
Die Dokumentation stellt damit auch die Frage, ob ein Wechsel an der Unternehmensspitze ausreicht. Die Schwierigkeiten reichen von störanfälliger Technik über eine überlastete Infrastruktur bis zu politischen und administrativen Problemen.
Neben der Deutschen Bahn selbst nimmt „Am Puls“ die Verkehrspolitik in den Blick. Gesprächspartner ist der CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth. Er thematisiert Defizite im zuständigen Bundesverkehrsministerium und räumt laut ZDF ein, dass dort teilweise das notwendige Fachwissen fehle.
Diese Schwächen wirkten sich nach Darstellung der Sendung unter anderem auf die geplante Digitalisierung des Schienennetzes aus. Digitale Leit- und Sicherungstechnik soll eigentlich dafür sorgen, dass vorhandene Strecken besser ausgelastet werden können und Züge zuverlässiger verkehren. Die Umsetzung komme jedoch seit Jahren nur schleppend voran.
Die Dokumentation behandelt die Bahnkrise deshalb nicht ausschließlich als unternehmerisches Versagen. Sie verweist auch auf die Verantwortung des Bundes, der den Staatskonzern kontrollieren und die Voraussetzungen für Investitionen, Modernisierung und Sanierung schaffen muss.
Einen besonders ernsten Schwerpunkt bildet das tödliche Zugunglück von Burgrain in Bayern. Dunja Hayali reist an den Unglücksort und spricht mit Betroffenen. Die Sendung geht der Frage nach, welche technischen und infrastrukturellen Probleme zur Entgleisung beigetragen haben könnten.
Im Mittelpunkt steht eine zerfallene Bahnschwelle, die in der Dokumentation als Sinnbild für Defizite bei Kontrolle und Instandhaltung des Schienennetzes dient. Die Programminformation verweist außerdem auf eine Umfrage der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Demnach erklärten 80 Prozent der Teilnehmer, sie erhielten nie oder nur selten eine Rückmeldung, wenn sie Schäden am Gleis oder an einer Oberleitung meldeten.
„Am Puls“ verbindet damit die alltäglichen Beschwerden über verspätete Züge mit der grundsätzlichen Frage, ob Mängel rechtzeitig erkannt, weitergeleitet und beseitigt werden.
Zum Abschluss richtet Dunja Hayali den Blick ins Ausland. Sie reist nach Belgien, wo das Bahnsystem nach Angaben des ZDF innerhalb von zehn Jahren umfassend modernisiert wurde. Grundlage war ein gemeinsamer Masterplan, an dem die beteiligten Unternehmen und staatlichen Stellen mitwirkten.
Sowohl das Schienennetz als auch die Züge seien dort in vergleichsweise kurzer Zeit digitalisiert worden. Die Dokumentation weist allerdings darauf hin, dass ein direkter Vergleich schwierig ist, weil das deutsche Bahnnetz wesentlich größer und komplexer ist. Dennoch soll das belgische Beispiel zeigen, welche Fortschritte möglich sind, wenn Zuständigkeiten geklärt und Modernisierungsprojekte konsequent umgesetzt werden.
Der Film stammt von Sebastian Bellwinkel und Dunja Hayali. Produziert wurde er von Elbmotion, die Redaktion verantwortet Simone Müller. In der Episodenzählung von fernsehserien.de wird „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ als 22. Ausgabe von „Am Puls“ geführt.
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