Kulturerbe-Konferenz in Münster setzt stärker auf junge Menschen

Kulturerbe-Konferenz in Münster setzt stärker auf junge Menschen
Konferenz „Voices of Peace“ in Münster © Stadt Münster / Lyra

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Europäische Kulturerbe-Stätten wollen ihre Angebote für junge Menschen ausbauen und das Thema Frieden stärker digital vermitteln. Darüber beraten derzeit 15 Vertreterinnen und Vertreter aus sechs Ländern bei der internationalen Konferenz „Voices of Peace“ in Münster.

Die Tagung endet am Dienstagabend, 28. Juli 2026. Nach Angaben der Stadt Münster nehmen Fachleute aus Tschechien, Rumänien, Österreich, Portugal, Bulgarien und Deutschland teil. Gemeinsam arbeiten sie an Konzepten, die das europäische Friedensverständnis sichtbarer machen und die Zusammenarbeit der ausgezeichneten Kulturerbe-Orte verbessern sollen.

„Voices of Peace“ verbindet Kulturerbe-Stätten aus sechs Ländern

Im Mittelpunkt der Konferenz steht eine gemeinsame europäische Erzählung zum Thema Frieden. Die beteiligten Einrichtungen tragen das Europäische Kulturerbe-Siegel, das auch als European Heritage Label bezeichnet wird. Die Auszeichnung kennzeichnet Orte, die für die Geschichte, Entwicklung und Werte Europas eine besondere Bedeutung besitzen.

Münster und Osnabrück gehören seit 2015 zu diesem Netzwerk. Beide Städte wurden als Schauplätze des Westfälischen Friedens ausgezeichnet. Die Friedensverträge von 1648 beendeten den Dreißigjährigen Krieg und mehrere weitere europäische Konflikte. Dadurch besitzen die historischen Rathäuser bis heute eine besondere Bedeutung für die europäische Erinnerungskultur.

Europaweit tragen nach Angaben der Stadt Münster 67 Stätten das Kulturerbe-Siegel. Dazu zählen unter anderem die Akropolis in Athen, die Wiener Hofburg und das Hambacher Schloss. Obwohl sich die Geschichte der einzelnen Orte deutlich unterscheidet, soll die Friedensidee künftig als verbindendes Element stärker herausgestellt werden.

Dabei geht es nicht nur um klassische Ausstellungen oder Führungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen außerdem digitale Inhalte entwickeln und jüngere Zielgruppen besser erreichen. Welche konkreten Formate daraus entstehen, teilte die Stadt zunächst nicht mit. Die während der Konferenz erarbeiteten Kommunikationsmaterialien sollen später jedoch allen ausgezeichneten Kulturerbe-Stätten zur Verfügung stehen.

Münster sieht sich als europäischer Gesprächsort für Frieden

Bürgermeister Klaus Rosenau empfing die Konferenzteilnehmenden am Montag im Friedenssaal des Historischen Rathauses. Laut Mitteilung der Stadt betonte er dabei die Rolle Münsters als Ort des Dialogs zwischen Nationen. Das Europäische Kulturerbe-Siegel verbinde Stätten, die gemeinsame Geschichte und europäische Werte sichtbar machten.

Mit der internationalen Tagung wolle Münster erneut Impulse für Gespräche über Frieden in Europa geben. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Konflikte erhält die historische Bedeutung des Westfälischen Friedens zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Stadt versteht das Friedenserbe deshalb nicht nur als Erinnerung an ein vergangenes Ereignis, sondern auch als Auftrag für Gegenwart und Zukunft.

Auch das Friedensbüro bei Münster Marketing hebt die Vermittlung an junge Menschen hervor. Nach Angaben von Dr. Philipp Brockkötter verbindet die beteiligten Kulturerbe-Stätten trotz ihrer unterschiedlichen Geschichte die Botschaft, dass Frieden ein zentraler Bestandteil des europäischen Erbes sei. Diese Bedeutung solle besonders jungen Menschen nähergebracht werden.

Organisiert wurde die Kulturerbe-Konferenz in Münster vom Friedensbüro und vom Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing gemeinsam mit dem Kongressbüro. Eine Förderung des European Heritage Label Bureau in Brüssel machte die Tagung möglich. Das Büro koordiniert die Gemeinschaft der europäischen Kulturerbe-Stätten.

Die Stadt wertet die Konferenz zugleich als Ausgangspunkt für weitere gemeinsame Projekte. Welche Vorhaben nach „Voices of Peace“ konkret umgesetzt werden, steht bislang noch nicht fest. Die erarbeiteten Ansätze sollen jedoch europaweit weitergenutzt und fortentwickelt werden.

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