Gardasee kämpft gegen Riesenwels: Venetien stellt 100.000 Euro bereit

Gardasee vom Riesenwels bedroht
Foto: Pexels, Moritz Feldmann

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Am Gardasee soll der Europäische Wels künftig intensiver gefangen werden. Die Region Venetien stellt dafür insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm werden professionelle Fischereibetriebe unterstützt, die sich am Fang und an der wirtschaftlichen Verwertung des großen Raubfisches beteiligen.

Grundlage ist ein Beschluss der Regionalregierung vom 21. Juli 2026. Das Geld kann unter anderem für Ausrüstung verwendet werden, die für den Fang, die Lagerung und die Vermarktung der Welse benötigt wird. Venetien will damit die Fischerei auf die Art ausbauen und zugleich neue Absatzmöglichkeiten für die Betriebe schaffen.

Europäischer Wels breitet sich in Südeuropa aus

Der Europäische Wels trägt den wissenschaftlichen Namen Silurus glanis und wird auch Waller genannt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt vor allem in Mittel- und Osteuropa sowie Teilen Westasiens. In zahlreichen Gewässern West- und Südeuropas wurde er dagegen eingeführt und gilt dort als gebietsfremde Art.

Der Wels gehört zu den größten Süßwasserfischen Europas. Wissenschaftlich dokumentiert sind Exemplare mit einer Länge von mehr als 2,7 Metern und einem Gewicht von rund 130 Kilogramm. Die meisten Tiere bleiben jedoch deutlich kleiner. Historische Berichte über Welse mit mehreren Hundert Kilogramm gelten als nicht ausreichend belegt.

Erkennbar ist der Fisch an seinem langgestreckten, schuppenlosen Körper und den auffälligen Barteln am Maul. Welse sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Sie ernähren sich unter anderem von Fischen, Krebsen, Amphibien und anderen verfügbaren Beutetieren.

Fischfang soll Bestand begrenzen

Die Behörden befürchten, dass sich eine starke Wels-Population auf heimische Fischarten und das ökologische Gleichgewicht des Gardasees auswirken könnte. Wegen seiner Größe, seiner breiten Nahrungspalette und der geringen Zahl natürlicher Feinde kann der Raubfisch in neu besiedelten Gewässern weit oben in der Nahrungskette stehen.

Mit der gezielten Befischung soll der Bestand begrenzt werden. Gleichzeitig möchte Venetien den gefangenen Wels stärker als Speisefisch vermarkten. Sein Fleisch ist vergleichsweise grätenarm und kann unter anderem gebraten, gegrillt oder geräuchert werden.

Vollständig aus dem Gardasee entfernen dürfte sich die Art kaum noch lassen. Das Programm zielt deshalb vor allem darauf, die Ausbreitung zu kontrollieren und den Fang für Berufsfischer wirtschaftlich interessanter zu machen.

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