
Ein schweres Erdbeben in Japan hat am Dienstag, 28. Juli 2026, die Präfektur Kumamoto auf der südlichen Insel Kyushu erschüttert. Die japanische Wetterbehörde gab die vorläufige Stärke des Bebens mit 7,1 an. Der US-Erdbebendienst USGS stufte es später mit einer Stärke von 6,8 ein. Das genaue Ausmaß der Schäden war am Dienstagmittag deutscher Zeit noch nicht absehbar.
Das Epizentrum lag nach ersten Angaben rund 20 Kilometer südlich der Stadt Kumamoto. Es handelte sich um ein vergleichsweise flaches Beben, wodurch die Erschütterungen in der Region besonders stark zu spüren waren. Die Behörden warnten vor weiteren kräftigen Nachbeben und einer erhöhten Gefahr von Erdrutschen.
Nach ersten Angaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt. Eine andere vorläufige Meldung sprach von rund 40 Menschen, die in einem Krankenhaus in der Stadt Yatsushiro behandelt wurden. Auch in einem Hochgeschwindigkeitszug soll es Verletzte gegeben haben. Verlässliche Angaben zu möglichen Todesopfern lagen zunächst nicht vor.
Aus mehreren Orten wurden beschädigte oder teilweise eingestürzte Gebäude gemeldet. Zudem gab es Berichte über Brände und große Risse in Straßen. Auch Teile der Steinmauern des historischen Schlosses von Kumamoto wurden durch das Beben beschädigt.
Rund 300.000 Menschen wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde aufgefordert, sich in Evakuierungszentren oder andere sichere Bereiche zu begeben. Die Bevölkerung sollte beschädigte Gebäude meiden und sich auf weitere Erschütterungen vorbereiten.
Besonders schwere Schäden wurden aus einem Einkaufszentrum der Kette Aeon gemeldet. Nach Angaben der Rettungsdienste waren mehrere Menschen in dem teilweise eingestürzten Gebäude eingeschlossen. Nach dem Erdbeben ereignete sich dort außerdem eine Explosion.
Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Kundinnen, Kunden und Beschäftigte seien unmittelbar nach dem ersten Beben aus dem Einkaufszentrum gebracht worden. Rettungskräfte waren weiterhin an dem Gebäude im Einsatz.
Berichte, wonach insgesamt rund ein Dutzend Wohnhäuser vollständig eingestürzt seien, ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Fest stand jedoch, dass die Feuerwehren zahlreiche Notrufe wegen beschädigter Häuser und möglicher Brände erhielten.
Das Erdbeben führte auf der Insel Kyushu zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Bahngesellschaft JR Kyushu stellte den Betrieb auf mehreren Strecken ein. Davon waren sowohl Regionalverbindungen als auch die Hochgeschwindigkeitszüge des Kyushu-Shinkansen betroffen.
Am Bahnhof Yatsushiro entgleiste nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo ein Zug und kippte auf die Seite. Ob es sich dabei um einen Güter- oder Personenzug handelte, wurde zunächst nicht eindeutig mitgeteilt.
Auch der Flughafen Aso Kumamoto stellte seinen Betrieb vorübergehend ein. Die Start- und Landebahn wurde für Sicherheitsüberprüfungen geschlossen. Mehrere Flüge mussten umgeleitet oder gestrichen werden. Darüber hinaus wurden Straßen, Brücken und Autobahnabschnitte wegen Schäden kontrolliert oder gesperrt.
Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power fiel infolge des Bebens in rund 48.000 Haushalten der Strom aus. Auch Mobilfunkverbindungen waren teilweise beeinträchtigt. Mehrere große Unternehmen ließen ihre Werke in der Region vorsorglich räumen.
An den nahe gelegenen Atomkraftwerken wurden nach Angaben der japanischen Atomaufsicht zunächst keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Die Anlagen wurden nach dem Beben überprüft.
Unmittelbar nach dem Erdbeben gab die japanische Wetterbehörde einen Tsunami-Hinweis für Küstengebiete an der Ariake- und der Yatsushiro-See heraus. Betroffen waren Teile der Präfekturen Kumamoto, Nagasaki, Fukuoka und Saga. Der Hinweis wurde innerhalb von zwei Stunden wieder aufgehoben. Nach Angaben der Wetterbehörde wurde kein Tsunami beobachtet.
Die Region Kumamoto war bereits im April 2016 von einer schweren Erdbebenserie getroffen worden. Zahlreiche Gebäude und Teile des Schlosses von Kumamoto wurden damals zerstört oder schwer beschädigt. Die Behörden riefen die Bevölkerung angesichts der aktuellen Nachbeben erneut zu besonderer Vorsicht auf.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu