Nach Norovirus-Ausbruch: Naturbad Ennigerloh öffnet wieder

Eine Künstliche Intelligenz im Vitus-Bad Everswinkel rettet einem Kind das Leben – ein Vorzeigefall moderner Sicherheit.
Foto: hartono subagio

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Das Naturbad Ennigerloh nimmt am Mittwoch, 29. Juli 2026, wieder den Betrieb auf. Ab 6 Uhr können die ersten Gäste zum Frühschwimmen ins Wasser. Rund vier Wochen lang war das Bad geschlossen, nachdem zahlreiche Besucherinnen und Besucher an schweren Magen-Darm-Beschwerden erkrankt waren. In mehreren Fällen wurde eine Infektion mit Noroviren nachgewiesen.

Wasserproben ohne auffällige Norovirus-Konzentration

Vor der Wiedereröffnung wurden Wasserproben speziell auf Noroviren untersucht. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen hat die Ergebnisse inzwischen abschließend bewertet. Nach Angaben der Stadt lagen sämtliche Messwerte unterhalb der jeweiligen Nachweisgrenzen. Auffällige Konzentrationen seien nicht festgestellt worden.

Auch die Duschen, Toiletten und weiteren Sanitärbereiche wurden erneut gründlich gereinigt und desinfiziert. Im Becken entfernten Mitarbeitende mit einem Reinigungsroboter und weiteren Geräten Algen und Verschmutzungen.

Ampelsystem soll Besucherzahl begrenzen

Künftig soll ein neues Ampelsystem am Eingang anzeigen, wie stark das Naturbad ausgelastet ist. Befinden sich knapp 1.500 Gäste gleichzeitig auf dem Gelände, springt die Anzeige auf Rot. Weitere Besucher werden dann vorübergehend nicht eingelassen.

Das Naturbad arbeitet im Gegensatz zu konventionellen Freibädern ohne Chlor. Das Wasser wird durch biologische Filtertechnik, Pflanzen und natürliche Prozesse gereinigt. Dadurch kann das Beckenwasser nicht kurzfristig vollständig ausgetauscht oder chemisch desinfiziert werden.

Rund 200 Erkrankungen nach Besuchen im Naturbad

Das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf hatte im Zusammenhang mit dem Ausbruch rund 200 Meldungen über schwere Magen-Darm-Erkrankungen erhalten. Etwa 80 Prozent der Betroffenen waren Kinder. In zehn Fällen wurde eine Norovirus-Infektion durch Laboruntersuchungen bestätigt.

Zu Beginn des Ausbruchs behandelte das St.-Franziskus-Hospital in Ahlen innerhalb kurzer Zeit etwa 40 bis 50 Kinder mit Übelkeit, Durchfall und teilweise heftigem Erbrechen. Sechs Kinder mussten zunächst stationär aufgenommen werden. Die meisten konnten das Krankenhaus jedoch nach kurzer Zeit wieder verlassen.

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