Die Puma Quartalszahlen 2026 zeigen, wie schwierig die Neupositionierung des Sportartikelherstellers bleibt. Im zweiten Quartal sank der Umsatz währungsbereinigt um 9,4 Prozent auf 1,691 Milliarden Euro. In berichteten Zahlen betrug der Rückgang 9,7 Prozent. Zwar verbesserte Puma seine Marge und begrenzte den operativen Verlust stärker als erwartet. An der Börse überwog dennoch die Skepsis, weil der Konzern seine Jahresprognose lediglich bestätigte und weiterhin mit rückläufigen Erlösen sowie einem operativen Verlust rechnet.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei minus 53,1 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Puma noch einen Verlust von 109,1 Millionen Euro ausgewiesen, der allerdings durch deutlich höhere Sonderbelastungen geprägt war. Bereinigt um Einmaleffekte verschlechterte sich das operative Ergebnis von minus 24,5 Millionen auf minus 41,9 Millionen Euro.
Die EBIT-Marge verbesserte sich von minus 5,8 auf minus 3,1 Prozent. Unter dem Strich entstand aus fortgeführten Aktivitäten ein Verlust von 72,8 Millionen Euro. Das entsprach einem Ergebnis je Aktie von minus 0,49 Euro.
Positiv entwickelte sich die Bruttomarge. Sie stieg um rund 1,8 Prozentpunkte auf 48,0 Prozent. Dazu trugen niedrigere Einkaufspreise, Wechselkurseffekte und die stärkere Gewichtung bestimmter Vertriebskanäle bei. Hinzu kamen Rückerstattungen zuvor gezahlter US-Zölle. Von insgesamt 15,4 Millionen Euro an Erstattungen wirkten sich 11,5 Millionen Euro positiv auf die Herstellungskosten aus.
Besonders schwach verlief das Geschäft in der Region Amerika. Dort sank der währungsbereinigte Umsatz um 15,4 Prozent auf 600,4 Millionen Euro. In Nordamerika betrug der Rückgang 16,7 Prozent. Puma führte dies unter anderem auf die schwache Nachfrage und den gezielten Abbau wenig attraktiver Geschäfte mit großen Handelsketten zurück.
In Lateinamerika gingen die Erlöse um 13,8 Prozent zurück. Zusätzlich belasteten vorübergehende operative Probleme bei der Umsetzung neuer Geschäftsprozesse in Mexiko.
In Europa, dem Nahen Osten und Afrika sank der Umsatz um 12,9 Prozent auf 674,1 Millionen Euro. Neben dem Rückzug aus wenig profitablem Großhandelsgeschäft belasteten die schwache Nachfrage in Europa und deutliche Einbußen im Nahen Osten.
Wachstum erzielte Puma nur in der Region Asien-Pazifik. Der Umsatz stieg dort währungsbereinigt um 8,6 Prozent auf 416 Millionen Euro. In China lag das Plus bei lediglich 0,9 Prozent. Das Onlinegeschäft entwickelte sich positiv, während Händler bei ihren Bestellungen vorsichtiger agierten. Puma stellte dies in einen Zusammenhang mit der angekündigten Beteiligung des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta.
Im wichtigsten Produktbereich Schuhe sank der Umsatz um 11,7 Prozent auf 935,6 Millionen Euro. Schwach entwickelten sich vor allem das Basisgeschäft und Kinderprodukte. Zuwächse bei flachen Sneakermodellen wie der Speedcat-Reihe sowie bei Lauf- und Trainingsschuhen konnten den Rückgang nicht ausgleichen.
Der Bekleidungsumsatz verringerte sich um 4,3 Prozent auf 552,1 Millionen Euro. Positive Impulse kamen aus dem Fußballgeschäft, auch durch Trikots der von Puma ausgestatteten Nationalmannschaften bei der Weltmeisterschaft. Mit Accessoires setzte das Unternehmen 202,8 Millionen Euro um, zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Auch im Vertrieb zeigen sich die Folgen des Umbaus. Das Großhandelsgeschäft brach um 14 Prozent ein. Der Direktvertrieb über eigene Geschäfte und Onlinekanäle legte dagegen leicht um 0,4 Prozent zu. Sein Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich von 32,1 auf 35,2 Prozent.
Für das Gesamtjahr rechnet Puma weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das operative Ergebnis soll zwischen minus 50 Millionen und minus 150 Millionen Euro liegen. Investitionen von rund 200 Millionen Euro sind vorgesehen.
Die Prognose berücksichtigt inzwischen Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten sowie mögliche positive Effekte aus niedrigeren US-Zöllen und weiteren Rückerstattungen. Puma erwartet daraus einen Effekt in einer Größenordnung von etwa 50 Millionen Euro, ohne die Prognose deshalb anzuheben.
Vorstandschef Arthur Hoeld bezeichnete die organisatorischen und finanziellen Veränderungen als Grundlage für späteres Wachstum. Puma reduziere Ineffizienzen, optimiere die Kostenbasis und richte das Unternehmen stärker an der Marke aus. In der zweiten Jahreshälfte sollen sich die Umsätze gegenüber dem schwachen zweiten Quartal schrittweise verbessern.
Puma betrachtet 2026 als Übergangsjahr. Bis zum Jahresende sollen weltweit rund 900 weitere Verwaltungsstellen wegfallen, nachdem bereits 2025 etwa 500 Stellen gestrichen worden waren. Zudem wird das Sortiment verkleinert, um weniger neue Artikel pro Saison einzuführen und Kosten sowie Komplexität zu reduzieren.
Die Lagerbestände sanken im Quartal um 15,3 Prozent auf 1,821 Milliarden Euro. Puma sieht die Bereinigung nach eigenen Angaben im Plan und erwartet bis Ende 2026 eine Normalisierung. Der freie Mittelzufluss stieg durch niedrigere Investitionen und ein besseres Umlaufvermögen von 94,9 Millionen auf 328,8 Millionen Euro.
Die Puma-Aktie verlor am Freitag zeitweise rund sieben Prozent. Im weiteren Handel verringerte sich das Minus. Am Vormittag notierte das Papier rund fünf Prozent schwächer bei 26,83 Euro, später bewegte sich der Kurs im Bereich von etwa 27 bis 28 Euro. Seit Jahresbeginn hatte die Aktie vor Vorlage der Zahlen dennoch rund 25 Prozent gewonnen, vor allem aufgrund von Hoffnungen auf den Konzernumbau und den Einstieg von Anta.
Analysten bewerteten die Zahlen überwiegend als weitgehend erwartungsgemäß. JPMorgan sah Puma auf dem richtigen Weg, bezeichnete die ausgebliebene Prognoseanhebung jedoch als mögliche Enttäuschung. Metzler verwies auf das Risiko von Gewinnmitnahmen. Deutsche-Bank-Analysten werteten die schwache Umsatzentwicklung als möglichen Tiefpunkt, von dem aus sich das Geschäft stabilisieren könnte.
Im Vergleich mit den Wettbewerbern fällt Puma deutlich zurück. Adidas steigerte seinen Quartalsumsatz währungsbereinigt um 14 Prozent auf 6,74 Milliarden Euro und erzielte einen operativen Gewinn von 574 Millionen Euro. Nike verbuchte zuletzt einen Quartalsumsatz von elf Milliarden Dollar, währungsbereinigt vier Prozent weniger als im Vorjahr. Damit befindet sich auch Nike im Umbau, während Adidas beim Umsatz derzeit wesentlich stärker wächst als beide Konkurrenten.
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