Bauernregeln im August: Mehr als 40 Wetterweisheiten und Lostage im Überblick

Bauernregeln für den August
Foto: Caroline Muffert

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Die Bauernregeln im August beschäftigen sich vor allem mit Regen, Hitze, Gewittern und den Aussichten für die Ernte. Zahlreiche überlieferte Reime beziehen sich auf Getreide, Obst, Wein und das Wetter im kommenden Herbst oder Winter. Eine einheitliche, abschließende Sammlung gibt es allerdings nicht. Viele Bauernweisheiten wurden regional weitergegeben und existieren deshalb in unterschiedlichen Formulierungen.

Besondere Bedeutung hatten die sogenannten Lostage. Nach alter Vorstellung sollte das Wetter an diesen Tagen Hinweise auf die kommenden Wochen oder Jahreszeiten geben. Zu den bekanntesten Terminen im August gehören der Oswaldtag, der Laurentiustag, Mariä Himmelfahrt und der Bartholomäustag.

Allgemeine August-Wetterregeln zu Hitze und Regen

Die allgemeinen August-Wetterregeln spiegeln die Bedeutung des Monats für die Landwirtschaft wider. Anfang und Mitte August waren traditionell entscheidend für die Getreideernte, den Reifeprozess der Trauben und die Versorgung mit Futter. Regen konnte erwünscht sein, wenn Böden und Wälder ausgetrocknet waren. Zu viel Niederschlag gefährdete dagegen reifes Getreide und Weintrauben. Deshalb widersprechen sich manche Regeln scheinbar. Ob Regen als günstig oder schädlich galt, hing vom Zeitpunkt, der Dauer und den angebauten Pflanzen ab.

  1. „Was die Hundstage gießen, muss die Traube büßen.“
  2. „Hundstage heiß, Winter lange weiß.“
  3. „Fängt der August mit Hitze an, bleibt auch lang die Schlittenbahn.“
  4. „Wenn’s im August aus Norden weht, beständiges Wetter vor dir steht.“
  5. „Stürmt es im August, gibt es weder Wein noch Most.“
  6. „Es pflegt im August beim ersten Regen die Hitze sich zu legen.“
  7. „Fängt der August mit Donnern an, er’s bis zum Ende nicht lassen kann.“
  8. „Nebel im August, ein kalter Winter.“
  9. „Stellt im August sich Regen ein, so regnet’s Honig und guten Wein.“
  10. „Nasser August macht teure Kost.“

Lostage im August vom 1. bis zum 10. August

Zu Beginn des Monats richten sich die Lostage im August stark auf den kommenden Winter und die laufende Ernte. Petri Kettenfeier am 1. August bildet gemeinsam mit dem Laurentiustag am 10. August einen längeren Beobachtungszeitraum. Am 5. August fallen der Oswaldtag und das kirchliche Fest Mariä Schnee zusammen. Regen galt dann als Gefahr für das reife Getreide. Auch die Tage der heiligen Afra und des heiligen Dominikus wurden mit der weiteren Wetterentwicklung verbunden.

  1. 1. August, Petri Kettenfeier:
    „Ist’s von Petri bis Lorenz heiß, bleibt der Winter lange weiß.“
  2. 5. August, Oswaldtag:
    „Oswaldtag muss trocken sein, sonst werden teuer Korn und Wein.“
  3. 5. August, Mariä Schnee:
    „Regen an Mariä Schnee tut dem Korn empfindlich weh.“
  4. 7. August, Sankt Afra:
    „An Sankt Afra Regen kommt dem Bauern ungelegen.“
  5. 8. August, Sankt Dominikus:
    „Ist’s heiß zu Sankt Dominikus, der Winter mit strenger Kälte kommen muss.“
  6. 10. August, Sankt Laurentius:
    „Ist das Wetter zu Laurenzi schön, lässt ein guter Herbst sich seh’n.“
  7. 10. August, Sankt Laurentius:
    „Schöner Laurentiustag, trockener Herbst.“

Bauernregeln zum Laurentiustag und zu den Perseiden

Der 10. August zählt zu den bekanntesten Lostagen des Monats. Die Bauernregel zum Laurentiustag verbindet sonniges und trockenes Wetter mit einem günstigen Herbst sowie einer guten Obst- und Weinernte. Um diese Zeit sind außerdem besonders viele Sternschnuppen der Perseiden zu sehen. Im Volksmund wurden sie als „Laurentiustränen“ bezeichnet. Der Name bezieht sich auf den Gedenktag des heiligen Laurentius. Die Sternschnuppen selbst sind jedoch ein regelmäßig wiederkehrendes astronomisches Ereignis und kein Wetterzeichen.

Weitere regionale Laurentius-Regeln lauten unter anderem:

  • „Laurentius heiter und gut, schönen Herbst verheißen tut.“
  • „Laurenz im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein.“
  • „Sollen Obst und Trauben sich mehren, dürfen mit Laurenz die Wetter aufhören.“
  • „Sankt Lorenz kommt in finstrer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht.“

Bauernweisheiten für den August rund um die Monatsmitte

Mitte August sollte das Wetter nach alter Vorstellung anzeigen, wie sich der restliche Spätsommer und der Herbst entwickeln. Besonders wichtig waren der Kassianstag und der Hippolyttag am 13. August sowie Mariä Himmelfahrt am 15. August. Sonnenschein wurde häufig mit einer guten Weinernte verbunden. Beständiges Wetter sollte mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten. Diese Bauernweisheiten für den August beruhen auf Beobachtungen typischer Wetterlagen, können aber keine konkrete Vorhersage ersetzen.

  1. 13. August, Sankt Kassian:
    „Wie das Wetter an Kassian, hält es noch viele Tage an.“
  2. 13. August, Sankt Hippolyt:
    „Wie das Wetter an Hippolyt, so es mehrere Tage geschieht.“
  3. 15. August, Mariä Himmelfahrt:
    „Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag.“
  4. 15. August, Mariä Himmelfahrt:
    „Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.“
  5. 15. August, Mariä Himmelfahrt:
    „Mariä Himmelfahrt klarer Sonnenschein bringt meistens viel und guten Wein.“
  6. 16. August, Sankt Rochus:
    „Wenn Sankt Rochus trübe schaut, kommen die Raupen in das Kraut.“
  7. 18. August, Sankt Agapitus:
    „Holz, am Agapitustag geschlagen, fault nicht bis zum Jüngsten Tag.“
  8. 19. August, Sankt Sebald:
    „Regnet’s an Sankt Sebald, nahet teure Zeit sehr bald.“
  9. 20. August, Sankt Bernhard:
    „Wie der Sankt Bernhard ist, man auch den September misst.“

Bartholomäus als wichtiger Lostag Ende August

Der Bartholomäustag am 24. August gehört zu den wichtigsten Lostagen des Spätsommers. Mehrere überlieferte Regeln verbinden das Wetter an diesem Termin mit dem folgenden September oder dem gesamten Herbst. Daneben spielt erneut der Weinbau eine große Rolle. Starke Sonne galt als günstig für reifende Trauben. Andere Fassungen bewerten Regen Ende August nicht ausschließlich negativ, sondern verbinden ihn mit einem trockenen Herbst. Die Bauernregel zu Bartholomäus ist daher in mehreren regionalen, teils widersprüchlichen Varianten überliefert.

  1. 24. August, Sankt Bartholomäus:
    „Wie sich das Wetter am Bartheltag stellt ein, so soll’s den ganzen September sein.“
  2. 24. August, Sankt Bartholomäus:
    „Wie Bartholomäus sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.“
  3. 24. August, Sankt Bartholomäus:
    „Bartholomä voll Sonnenglut macht Wein und Reben stark und gut.“
  4. 24. August, Sankt Bartholomäus:
    „Bleibt Sankt Barthol im Regen steh’n, ist ein guter Herbst vorauszuseh’n.“

Bauernregeln für die letzten Augusttage

Die Regeln zum Monatsende beschreiben häufig den Übergang vom Hochsommer zum Frühherbst. Schwalben und Störche bereiten sich auf ihren Zug in wärmere Regionen vor, die Nächte werden länger und die durchschnittlichen Temperaturen sinken langsam. Der Augustinustag am 28. August wurde deshalb mit dem Ende der besonders warmen Sommertage verbunden. Auch die Lostage Felix und Raimund sollten Hinweise auf die weitere Witterung liefern.

  1. 25. August, Sankt Ludwig:
    „Wenn im März die Veilchen blüh’n, an Ludwig oft die Schwalben zieh’n.“
  2. 28. August, Sankt Augustin:
    „An Augustin gehen die warmen Tage dahin.“
  3. 29. August, Enthauptung Johannes des Täufers:
    „Regen an Johannis Enthauptung verdirbt alle Nüsse.“
  4. 30. August, Sankt Felix:
    „Bischof Felix zeigt an, was wir in vierzig Tagen für Wetter haben.“
  5. 31. August, Sankt Raimund:
    „Sankt Raimund treibt das Wetter aus.“

Weitere bekannte Bauernregeln im August

Neben den kalendarisch festgelegten Lostagen gibt es zahlreiche Regeln, die sich auf den gesamten Monat beziehen. Viele davon befassen sich mit den möglichen Folgen für Trauben, Getreide, Obst und den kommenden Winter. Auch hier zeigen sich Widersprüche. Während manche Überlieferungen Regen mit einer guten Weinernte verbinden, warnen andere vor Schäden an bereits reifenden Trauben. Solche Unterschiede können auf verschiedene Anbaugebiete, Böden und Erntezeiten zurückgehen.

  1. „Wie der August war, wird der künftige Februar.“
  2. „Augustsonne, die schon sehr früh brennt, nimmt nachmittags kein gutes End.“
  3. „Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft.“
  4. „Ein trockener August ist des Bauern Lust.“
  5. „Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter.“

Wie zuverlässig sind Bauernregeln?

Die Bauernregeln im August sind keine verlässlichen Vorhersagen für einen bestimmten Tag oder eine ganze Jahreszeit. Sie entstanden aus langjährigen Natur- und Wetterbeobachtungen und wurden in leicht merkbaren Reimen weitergegeben. Da viele Regeln aus einer Zeit vor dem heutigen Kalender und vor flächendeckenden Wetteraufzeichnungen stammen, lassen sie sich nicht immer unmittelbar auf die Gegenwart übertragen.

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes reichen Bauernregeln nicht aus, um offizielle Wettervorhersagen zu erstellen. Einzelne Regeln können zwar typische Wetterlagen oder statistische Tendenzen widerspiegeln. Für eine belastbare Prognose sind jedoch aktuelle Messwerte, Satellitendaten und Wettermodelle erforderlich. Als Teil der Kultur-, Wetter- und Landwirtschaftsgeschichte bleiben die alten Regeln dennoch interessant.

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