DAX-Rekord mit Kleingedrucktem: Was hinter 26.000 Punkten steckt

DAX-Rekord mit Kleingedrucktem: Was hinter 26.000 Punkten steckt
Symbolbild mit KI erstellt

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Der DAX Performance Index hat erstmals die Marke von 26.000 Punkten überwunden. Am Montag, 3. August 2026, beendete der deutsche Leitindex den Handel mit 26.001,31 Punkten und damit 1,45 Prozent über dem Schlussstand vom Freitag. Am Dienstag setzte sich die Rekordfahrt zunächst fort. Im Tagesverlauf erreichte der Index ein neues Allzeithoch von mehr als 26.260 Punkten, bevor er bis zum Mittag wieder auf rund 26.100 Zähler zurückfiel. Der Rekord ist real. Die Zahl zeigt allerdings nicht nur, wie stark die Aktienkurse der 40 DAX-Unternehmen gestiegen sind.

DAX über 26.000 Punkte: Neuer Höchststand am Dienstag

Der DAX war bereits am Montag erstmals auf Schlusskursbasis über die runde Marke gestiegen. Am Dienstagmorgen eröffnete er erneut oberhalb von 26.000 Punkten und erreichte zeitweise rund 26.266 Zähler. Gegen Mittag blieb davon noch ein moderates Tagesplus übrig. Seit dem ersten Handelstag des Jahres ist der Index damit rechnerisch um gut sechs Prozent gestiegen. Am 2. Januar hatte der Schlussstand bei rund 24.539 Punkten gelegen. Da sich die Kurse während des Börsenhandels ständig verändern, sind alle Angaben für den Dienstag lediglich Momentaufnahmen.

Was der DAX Performance Index genau berechnet

Der bekannte DAX-Stand aus Nachrichtensendungen, Börsenportalen und Marktberichten ist normalerweise der DAX Performance Index. Bei dieser Variante werden die von den enthaltenen Unternehmen ausgeschütteten Dividenden rechnerisch wieder in die jeweiligen Aktien investiert. Der Index bildet deshalb nicht nur Kursveränderungen ab, sondern die gesamte rechnerische Wertentwicklung einschließlich der Ausschüttungen. Die Deutsche Börse veröffentlicht den DAX zusätzlich als Kursindex und als Net-Return-Variante. Üblicherweise ist mit dem Begriff „DAX“ jedoch der Performanceindex gemeint.

DAX-Kursindex liegt nur bei rund 9.500 Punkten

Der DAX-Kursindex berücksichtigt ausschließlich die Entwicklung der Aktienkurse. Dividenden fließen nicht in seinen Stand ein. Am Dienstag lag diese Variante bei rund 9.520 Punkten und damit deutlich unter dem Performanceindex mit mehr als 26.000 Punkten. Die große Differenz ist über Jahrzehnte entstanden, weil ausgezahlte Dividenden im Performanceindex immer wieder rechnerisch angelegt wurden. Dadurch wirken anschließend auch weitere Kurssteigerungen und Ausschüttungen auf einen höheren Ausgangswert. Der niedrigere Kursindex bedeutet daher nicht, dass zwei unterschiedliche Unternehmensgruppen gemessen werden. Beide Varianten enthalten dieselben DAX-Werte, berechnen deren Entwicklung aber anders.

Warum internationale Vergleiche schnell verzerrt wirken

Bei Vergleichen mit ausländischen Börsenbarometern ist die Berechnungsart entscheidend. Der in den Medien verbreitete S&P 500 wird gewöhnlich als Kursindex dargestellt. Das gilt auch für die geläufige Variante des Euro Stoxx 50. Dividenden sind in diesen Indexständen nicht enthalten. Wer deren Entwicklung direkt mit dem deutschen Performanceindex vergleicht, stellt deshalb unterschiedliche Renditebegriffe gegenüber. Für einen aussagekräftigen Vergleich müsste entweder der DAX-Kursindex verwendet werden oder die Total-Return- beziehungsweise Gross-Return-Variante des jeweiligen ausländischen Index.

Ist das DAX-Rekordhoch deshalb weniger wert?

Der Rekord wird durch die Dividendenberechnung nicht falsch oder künstlich erzeugt. Der DAX Performance Index zeigt, wie sich eine theoretische Anlage entwickelt hätte, wenn sämtliche Ausschüttungen ohne Abzüge wieder investiert worden wären. Er bildet damit die Gesamtrendite besser ab als ein reiner Kursindex. Der Index berücksichtigt allerdings keine Steuern, Transaktionskosten oder persönlichen Anlageentscheidungen. Problematisch wird der Rekord vor allem dann, wenn die 26.000 Punkte als reine Kurssteigerung verstanden oder ungeprüft mit ausländischen Kursindizes verglichen werden. Die passendere Aussage lautet daher: Der DAX erreicht einen Rekord bei der gesamten rechnerischen Wertentwicklung aus Kursen und Dividenden.

Friedenshoffnungen und sinkender Ölpreis treiben den DAX

Auslöser der jüngsten Rekordfahrt waren vor allem Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die Aussicht auf neue Gespräche und niedrigere Ölpreise verringerte an den Finanzmärkten die Sorge vor weiter steigenden Energiepreisen, zusätzlicher Inflation und höheren Zinsen. Am Dienstag fielen die Reaktionen auf neue Unternehmenszahlen dagegen gemischt aus. Infineon und Rheinmetall gehörten am Vormittag zu den stärkeren DAX-Werten. Continental und Mercedes-Benz standen hingegen unter Druck.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

Quellen: Deutsche Börse, STOXX, S&P Dow Jones Indices sowie aktuelle Börsendaten und Marktberichte vom 3. und 4. August 2026.

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