Felix Baumgartners Tod: Was die Ermittler zum Absturz wissen

12-Jähriger stirbt nach schwerem Unfall in Bünde
Symbolfoto

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Der Felix Baumgartner Unfall in Italien beschäftigt auch mehr als ein Jahr nach dem Tod des österreichischen Extremsportlers. Baumgartner starb am 17. Juli 2025 im Alter von 56 Jahren bei einem Flug mit einem motorisierten Gleitschirm in Porto Sant’Elpidio an der italienischen Adriaküste. Einen neuen Untersuchungsbericht oder ein neues Verfahren gab es am 12. August 2026 nicht. Die wesentlichen Erkenntnisse zur Unfallursache stammen aus den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im italienischen Fermo.

Staatsanwaltschaft schloss technischen Defekt aus

Die Staatsanwaltschaft Fermo kam nach technischen Untersuchungen des Fluggeräts zu dem Ergebnis, dass weder ein technischer Defekt noch ein Konstruktionsfehler als Ursache für den Absturz festgestellt worden sei. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete am 7. Oktober 2025 unter Berufung auf die von Staatsanwalt Raffaele Iannella geleitete Behörde außerdem, dass sich keine Hinweise auf eine Verantwortung Dritter ergeben hätten.

Nach Angaben Iannellas, die unter anderem vom ORF am 6. Oktober 2025 wiedergegeben wurden, sei Baumgartner während des Fluges in eine Spirale geraten, aus der er das Fluggerät nicht mehr rechtzeitig habe stabilisieren können. Die Ermittler führten den Absturz deshalb auf einen menschlichen beziehungsweise fliegerischen Fehler zurück. Das bedeutete jedoch keine strafrechtliche Schuldzuweisung an eine andere Person.

Frühe Vermutung eines Herzproblems bestätigte sich nicht

Unmittelbar nach dem Unfall hatten italienische Medien auch über einen möglichen medizinischen Notfall während des Fluges berichtet. Diese Annahme war zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt. ANSA meldete nach den ersten Ergebnissen der Obduktion am 23. Juli 2025, dass am Herzen keine Befunde festgestellt worden seien, die einen Herzstillstand als Ursache des Absturzes nahelegten.

Bei der Obduktion wurden nach Angaben von ANSA schwere Verletzungen festgestellt, die mit dem Aufprall in Verbindung standen. Die späteren technischen Ermittlungen konzentrierten sich auf den Flugverlauf und das motorisierte Gleitschirmgerät. Die zunächst verbreitete Darstellung, Baumgartner habe bereits während des Fluges einen Herzstillstand erlitten, wurde durch die Ermittlungen damit nicht bestätigt.

Verfahren sollte eingestellt werden

Bereits im Oktober 2025 kündigte die Staatsanwaltschaft Fermo laut ANSA an, die Einstellung des Ermittlungsverfahrens beantragen zu wollen. Grundlage dafür waren die Untersuchungen des Fluggeräts sowie die Einschätzung, dass sich keine Verantwortung Dritter ergeben habe.

Ein italienisches Fachportal berichtete am 2. April 2026, die Staatsanwaltschaft habe den Antrag auf Einstellung inzwischen tatsächlich gestellt und Baumgartners Angehörige wollten dagegen keinen Einspruch erheben. Eine entsprechende amtliche Mitteilung oder eine gleichwertige Bestätigung durch eine große italienische Nachrichtenagentur lag dazu zunächst nicht vor. Auch eine öffentlich dokumentierte endgültige Entscheidung des zuständigen Ermittlungsrichters war bis zum 12. August 2026 nicht bestätigt.

Keine neue Entwicklung zum Tod am 12. August 2026

Für den 12. August 2026 war weder von der Staatsanwaltschaft Fermo noch von anderen beteiligten italienischen Behörden eine neue Mitteilung zu Baumgartners Tod bekannt. Auch ein neuer Untersuchungsbericht oder ein neu eröffnetes Gerichtsverfahren war nicht bestätigt.

Im Umfeld seines ersten Todestages am 17. Juli 2026 wurde erneut an Baumgartners Karriere und seinen tödlichen Unfall erinnert. Ein neuer Sachstand zur Ursache ergab sich daraus jedoch nicht. Die maßgeblichen Erkenntnisse bleiben damit die Ergebnisse der technischen Untersuchung aus dem Herbst 2025 und die anschließend angestrebte Einstellung des Ermittlungsverfahrens.

Red Bull Stratos machte Baumgartner weltweit bekannt

Seinen größten internationalen Erfolg erzielte Felix Baumgartner am 14. Oktober 2012 mit dem Projekt Red Bull Stratos. Über Roswell im US Bundesstaat New Mexico stieg er mit einer an einem Heliumballon befestigten Druckkapsel bis in die Stratosphäre auf. Anschließend sprang er aus einer Höhe von 38.969,4 Metern ab.

Der internationale Luftsportverband FAI bestätigte anschließend drei Weltrekorde. Baumgartner erreichte eine maximale vertikale Geschwindigkeit von 1.357,6 Kilometern pro Stunde. Die FAI gab seine vertikale Freifalldistanz mit 36.402,6 Metern an. Seine Absprunghöhe von 38.969,4 Metern war ebenfalls ein damaliger Weltrekord. Mit rund Mach 1,25 durchbrach er als erster Mensch im freien Fall ohne Antrieb die Schallmauer.

Einige Rekorde wurden später übertroffen

Nicht alle Bestmarken Baumgartners bestehen bis heute. Der US Amerikaner Alan Eustace sprang am 24. Oktober 2014 aus einer größeren Höhe und übertraf damit unter anderem Baumgartners Rekord für die höchste Absprunghöhe. Andere Leistungen des Red Bull Stratos Projekts blieben nach Angaben der FAI auch Jahre später Rekordwerte.

Baumgartners Sprung hatte zudem wissenschaftliche Bedeutung. Im Rahmen des Projekts wurden Daten über Hochgeschwindigkeitsfreifälle, Druckanzüge und Rettungssysteme in großer Höhe gesammelt. Die FAI würdigte Baumgartner nach seinem Tod als eine Persönlichkeit, die den Fallschirmsport weltweit einem außergewöhnlich großen Publikum bekannt gemacht habe.

Von Base Jumping bis zum Hubschrauberpiloten

Schon lange vor Red Bull Stratos hatte sich der 1969 in Salzburg geborene Baumgartner mit außergewöhnlichen Sprüngen einen Namen gemacht. Er begann nach Angaben der FAI bereits mit 16 Jahren mit dem Fallschirmspringen und gehörte später dem österreichischen Militärteam an. Zu seinen bekannten Projekten gehörten Base Sprünge von Gebäuden und anderen markanten Bauwerken.

2003 überquerte Baumgartner außerdem den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich mit einem speziell entwickelten Carbonflügel. Später verlagerte er einen Teil seiner Aktivitäten auf die Fliegerei. Er besaß eine Hubschrauberlizenz, flog Paraglider und Paramotoren und war auch bei Veranstaltungen der Flying Bulls beziehungsweise im Umfeld von Luftsportveranstaltungen als Pilot aktiv.

Tod mit 56 Jahren an der italienischen Adriaküste

Am Nachmittag des 17. Juli 2025 flog Baumgartner mit einem motorisierten Gleitschirm über Porto Sant’Elpidio in der Region Marken. Das Fluggerät geriet außer Kontrolle und stürzte im Bereich einer Ferienanlage ab. Baumgartner starb im Alter von 56 Jahren. Eine weitere Person wurde nach damaligen Angaben durch den Unfall verletzt.

Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft Fermo ergab später keine Hinweise auf einen technischen oder konstruktiven Fehler des Fluggeräts und keine Verantwortung Dritter. Damit blieb als von den Ermittlern angenommene Unfallursache ein Flug beziehungsweise Steuerfehler Baumgartners. Weitergehende Spekulationen über den genauen Ablauf sind durch die veröffentlichten behördlichen Erkenntnisse nicht gedeckt.

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