
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed leicht fester. Der DAX legte im frühen Handel zu, während die Aktie der Deutschen Börse gegen den Markttrend nachgab. Eine unmittelbare Reaktion auf die Fed-Zinsentscheidung am 16. September 2026 steht allerdings noch aus: Die Federal Reserve veröffentlicht ihren Beschluss erst am Abend deutscher Zeit.
Nach Angaben der Deutschen Börse stand der DAX am Vormittag zeitweise bei 25.485,58 Punkten und damit 84,10 Punkte über dem vorherigen Schlussniveau. Zum Handelsstart hatte der Leitindex rund 0,4 Prozent auf etwa 25.506 Punkte gewonnen.
Das zuständige Federal Open Market Committee berät seit Dienstag über die weitere Geldpolitik. Laut offiziellem Kalender der Federal Reserve wird die Entscheidung am Mittwoch um 14.00 Uhr Ortszeit in Washington veröffentlicht. Das entspricht 20.00 Uhr deutscher Zeit. Die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh beginnt eine halbe Stunde später.
Bis dahin gilt weiterhin die seit Ende Juli bestehende Zielspanne für den US-Leitzins von 3,50 bis 3,75 Prozent. Bei der Sitzung am 29. Juli hatte das FOMC diesen Bereich unverändert gelassen. Drei Mitglieder stimmten damals bereits für eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte.
An den Finanzmärkten wird inzwischen überwiegend mit einem Zinsschritt gerechnet. Reuters zufolge signalisierten die Terminkontrakte am Mittwoch eine Wahrscheinlichkeit von rund 93 Prozent für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Dabei handelt es sich um Markterwartungen und nicht um eine bereits getroffene Entscheidung der Fed.
Die vorsichtigen Gewinne am deutschen Aktienmarkt passen in das Bild an anderen europäischen Börsen. Der europäische Stoxx 600 lag am Mittwochmorgen rund 0,2 Prozent höher. Unterstützung kam unter anderem von etwas niedrigeren Ölpreisen, nachdem der starke Anstieg der vergangenen Tage die Sorgen vor zusätzlichen Inflationsrisiken verstärkt hatte.
Gleichzeitig bleiben die Renditen am internationalen Anleihemarkt hoch. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich am Mittwoch um die Marke von fünf Prozent, nachdem sie zuvor den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte. Höhere Kapitalmarktzinsen können Aktien belasten, weil sich Finanzierung verteuert und festverzinsliche Anlagen im Vergleich attraktiver werden können.
Für die Börsen dürfte deshalb nicht allein entscheidend sein, ob die Fed den Leitzins tatsächlich erhöht. Anleger achten auch auf die neuen Konjunktur- und Inflationsprojektionen sowie auf die Aussagen Warshs zum weiteren geldpolitischen Kurs.
Während der DAX leicht zulegte, entwickelte sich die Aktie der Deutschen Börse schwächer. Im Vormittagshandel wurde das Papier zeitweise mit rund 275,20 Euro angegeben. Das entsprach einem Minus von etwa 0,8 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.
Am Dienstag hatte die Aktie bei 277,80 Euro geschlossen. Damit setzte sich die zuletzt schwankende Entwicklung des Papiers zunächst fort.
Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Kursminus der Deutschen Börse und der noch ausstehenden Fed-Entscheidung ist damit nicht belegt. Zwar beeinflussen Zinsen, Handelsaktivität und Schwankungen an den Finanzmärkten grundsätzlich das Geschäftsumfeld eines Börsenbetreibers. Die Kursbewegung eines einzelnen Handelstages kann jedoch von zahlreichen unternehmens- und marktbezogenen Faktoren abhängen.
Sollte die Fed den Leitzins tatsächlich anheben, wäre es die erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren. Hintergrund der veränderten Erwartungen sind unter anderem weiterhin erhöhte Inflationsrisiken und zuletzt stark gestiegene Energiepreise. Reuters zufolge war eine Zinserhöhung wenige Tage zuvor unter befragten Ökonomen noch keineswegs Konsens. Inzwischen haben sich die Erwartungen an den Terminmärkten jedoch deutlich in Richtung eines Zinsschritts verschoben.
Für DAX und Deutsche-Börse-Aktie beginnt die eigentliche Reaktion auf die Fed-Entscheidung damit erst nach 20.00 Uhr deutscher Zeit. Bis dahin spiegeln die Kurse vor allem die Erwartungen der Marktteilnehmer an den Beschluss und die anschließenden Aussagen der US-Notenbank wider.






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