HSV will mit Merlin Polzin langfristig weitermachen

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Beim Hamburger SV zeichnet sich eine langfristige Zusammenarbeit mit Cheftrainer Merlin Polzin ab. Nach Informationen von Sky Sport seien die Gespräche über einen neuen Vertrag abgeschlossen. Der 35-Jährige solle demnach einen Kontrakt bis zum Sommer 2029 unterschreiben. Auch Teile seines Trainerteams sollen langfristig gebunden werden. Vom Verein selbst war die neue Laufzeit am Donnerstagmorgen zunächst noch nicht offiziell bestätigt worden.

Die grundsätzliche Entscheidung über Polzins Zukunft ist dagegen längst kein Geheimnis mehr. Sportvorständin Kathleen Krüger hatte sich bereits vor dem jüngsten Bundesligaspiel bei RB Leipzig öffentlich zur weiteren Zusammenarbeit bekannt. Bei DAZN sagte sie: Wir wissen, dass wir gemeinsam in die Zukunft gehen werden. Nach ihren Angaben seien sich beide Seiten grundsätzlich einig gewesen, lediglich einzelne Punkte hätten noch geklärt werden müssen.

Damit würde der HSV ungeachtet des schwierigen Starts in die Bundesligasaison 2026/27 an dem Trainer festhalten, der den Verein zunächst zurück in die Bundesliga und anschließend durch das erste Jahr nach dem Aufstieg geführt hat.

Sky meldet Einigung über Vertrag bis 2029

Sky Sport berichtete am späten Mittwochabend, der neue Vertrag von Merlin Polzin sei vollständig ausgehandelt. Die Unterschrift solle am Donnerstag erfolgen. Das bisherige Arbeitspapier läuft bis zum Sommer 2027. Mit dem neuen Vertrag würde sich die Bindung damit um zwei weitere Jahre bis 2029 verlängern.

Nach Angaben von Sky sollen auch die Co-Trainer Loïc Favé und Richard Krohn beim HSV bleiben. Die Bild-Zeitung hatte bereits zuvor über eine langfristige Lösung für das Trainerteam berichtet. Nach deren Darstellung sollen die neuen Vereinbarungen allerdings nur für die Bundesliga gelten. Bei einem Abstieg wären die Verträge demnach nicht automatisch für die 2. Bundesliga gültig. Diese Vertragskonstruktion hat der HSV zunächst nicht öffentlich bestätigt.

Eine offizielle Mitteilung des Vereins über eine Vertragsverlängerung von Merlin Polzin beim HSV bis 2029 lag am Donnerstagmorgen zunächst nicht vor. Bestätigt war jedoch bereits vor dem Bericht von Sky, dass Verein und Trainer die Zusammenarbeit fortsetzen wollen.

Krüger hatte dazu erklärt, der Kennenlernprozess zwischen ihr und Polzin sei abgeschlossen. Sie verwies zugleich darauf, dass innerhalb der sportlichen Führung keine Unsicherheit über den gemeinsamen Weg bestehe.

HSV hält trotz schwachem Saisonstart an Polzin fest

Der Zeitpunkt einer möglichen Vertragsunterzeichnung fällt in eine sportlich schwierige Phase. Der HSV hat seine ersten drei Bundesligaspiele der Saison 2026/27 verloren. Nach dem 0:2 bei Borussia Dortmund folgten zwei 0:5-Niederlagen gegen den 1. FSV Mainz 05 und bei RB Leipzig. Nach drei Spieltagen standen damit null Punkte und ein Torverhältnis von 0:12 zu Buche.

Sportdirektor Claus Costa stellte nach dem Fehlstart dennoch klar, dass die Verantwortlichen den eingeschlagenen Weg nicht kurzfristig infrage stellen. Mit Blick auf schwierige sportliche Phasen sagte er über das Trainerteam: Unser Trainerteam hat schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie mit schwierigen Situationen umgehen können. Der Verein stehe nicht für kurzfristige personelle Reaktionen.

Die mögliche Verlängerung wäre deshalb weniger eine Reaktion auf die ersten drei Spieltage als eine langfristige Personalentscheidung. Bereits in der vergangenen Saison hatte der HSV nach sieben Jahren Zweitklassigkeit seine erste Bundesligasaison erfolgreich abgeschlossen. Die Mannschaft beendete die Spielzeit 2025/26 auf Rang 13 und kam auf 38 Punkte. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz lag am Saisonende bei sieben Punkten.

Merlin Polzin kam über den HSV-Nachwuchs in den Profifußball

Polzin wurde am 7. November 1990 in Hamburg geboren und ist 35 Jahre alt. Aufgewachsen ist er im Stadtteil Bramfeld. Als Spieler lief er für den Bramfelder SV bis in die Oberliga auf. Seine aktive Laufbahn musste er früh beenden. Anschließend wechselte er ins Trainergeschäft.

Seine ersten Erfahrungen als Trainer sammelte Polzin bereits im Nachwuchs des Hamburger SV. 2014 wechselte er zum VfL Osnabrück. Dort arbeitete er später mit Daniel Thioune zusammen und gehörte auch zum Trainerstab der Profimannschaft. Mit Osnabrück gelang 2019 als Drittligameister der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Im Sommer 2020 kehrte Polzin gemeinsam mit Thioune zum HSV zurück. In Hamburg arbeitete er anschließend als Assistent unter mehreren Cheftrainern. Nach Vereinsangaben gehörte er unter Daniel Thioune, Horst Hrubesch, Tim Walter und Steffen Baumgart zum Trainerstab der Profimannschaft.

Nach der Trennung von Baumgart übernahm Polzin am 25. November 2024 die Verantwortung als Cheftrainer. Zunächst war die Lösung als Übergang gedacht, anschließend erhielt der Hamburger dauerhaft das Vertrauen. Wenige Monate später führte er den HSV zum Aufstieg in die Bundesliga.

Polzins Bilanz beim HSV

Das Datencenter des Deutschen Fußball-Bundes führt für Polzin insgesamt 62 Pflichtspiele als verantwortlichen Trainer des Hamburger SV. Dabei stehen 22 Siege, 19 Unentschieden und 21 Niederlagen zu Buche. In der Bundesliga sind 37 Begegnungen mit neun Siegen, elf Unentschieden und 17 Niederlagen erfasst. In der 2. Bundesliga weist die Statistik 21 Spiele mit zehn Siegen, sieben Unentschieden und vier Niederlagen aus. Dazu kommen vier DFB-Pokalspiele.

Seine bisherige Amtszeit ist vor allem mit zwei sportlichen Etappen verbunden. Im Mai 2025 gelang dem HSV unter Polzin nach sieben Jahren die Rückkehr in die Bundesliga. In der folgenden Saison erreichte der Aufsteiger vorzeitig den Klassenerhalt. Der Verein hatte das Trainerteam bereits im August 2025 vorzeitig gebunden und damals ausdrücklich auf Kontinuität gesetzt. Der damalige Sportvorstand Stefan Kuntz erklärte, der HSV wolle dem Trainerteam damit Sicherheit für die bevorstehenden Aufgaben geben.

Neuer Kader erhöht die Bedeutung langfristiger Planung

Auch die Kaderplanung für die Saison 2026/27 spricht dafür, dass der HSV seine sportliche Entwicklung nicht ausschließlich an kurzfristigen Ergebnissen ausrichten will. Im Sommer wurde die Mannschaft deutlich verändert. Nach Angaben des Vereins kamen insgesamt zehn Spieler neu hinzu oder wurden erneut verpflichtet. Zu den späten Zugängen gehörten unter anderem Fabio Vieira, Zakaria El Ouahdi und David Möller Wolfe.

Polzin steht damit erneut vor der Aufgabe, zahlreiche neue Spieler in eine Mannschaft zu integrieren. Eine vergleichbare Situation hatte es bereits vor der ersten Bundesligasaison nach dem Aufstieg gegeben. Auch damals veränderte sich der Kader erheblich.

Eine Verlängerung bis 2029 würde deshalb über die unmittelbare sportliche Lage hinausreichen. Sie würde Polzin und der sportlichen Leitung einen gemeinsamen zeitlichen Rahmen für die weitere Entwicklung des Kaders geben. Gleichzeitig würde eine mögliche Beschränkung des Vertrages auf die Bundesliga, wie sie von Bild berichtet wurde, dem Verein für den Fall eines Abstiegs zusätzliche Handlungsmöglichkeiten lassen. Offiziell bestätigt war eine solche Klausel zunächst nicht.

Die Entscheidung für Polzin wäre zudem ein deutliches Zeichen für personelle Kontinuität in einer Phase, in der die Mannschaft sportlich unter Druck steht. Während die Ergebnisse zum Saisonbeginn bislang deutlich hinter den Erwartungen liegen, haben Krüger und Costa öffentlich keinen Kurswechsel beim Trainer erkennen lassen.

Sollte die von Sky gemeldete Vereinbarung unterschrieben und anschließend vom HSV bestätigt werden, wäre Polzin vertraglich bis 2029 an den Verein gebunden. Bis zu einer offiziellen Mitteilung des Clubs bleibt diese konkrete Laufzeit jedoch eine von Sky und weiteren Medien berichtete Vereinbarung.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu