Milliardenbelastungen drücken Volkswagens Jahresausblick

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Volkswagen senkt Prognose für das Geschäftsjahr 2026 deutlich. Der Wolfsburger Autokonzern rechnet nur noch mit einer operativen Umsatzrendite von bis zu 1 Prozent. Bislang hatte Volkswagen eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt. Belastet wird das Ergebnis unter anderem durch eine rund 6 Milliarden Euro schwere Wertberichtigung im Zusammenhang mit Porsche, zusätzliche Kosten für den Konzernumbau und die schwierigere Geschäftsentwicklung in China. Auch die Porsche Automobil Holding SE korrigiert ihre Erwartungen nach unten.

Volkswagen erwartet rund 315 Milliarden Euro Umsatz

Beim Umsatz fällt die Änderung weniger drastisch aus. Für das Gesamtjahr rechnet Volkswagen jetzt mit Konzernumsätzen von rund 315 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr waren es 321,9 Milliarden Euro.

Die neue Umsatzprognose liegt ungefähr in der Mitte der bisherigen Erwartung. Volkswagen hatte zuletzt mit einem Rückgang um bis zu 3 Prozent oder einem Umsatz auf Vorjahresniveau gerechnet. Bereits im Juli hatte der Konzern seinen Umsatzausblick gesenkt. Zu Jahresbeginn war Volkswagen noch von einer Entwicklung zwischen 0 und plus 3 Prozent ausgegangen.

Deutlich größer fällt die Korrektur beim Ergebnis aus. Statt einer operativen Umsatzrendite von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet Volkswagen nun höchstens 1 Prozent. Zum Vergleich: 2025 hatte die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent gelegen.

Volkswagen rechnet für 2026 insgesamt mit Sondereffekten von rund 10 Milliarden Euro. Davon waren 0,9 Milliarden Euro bereits im ersten Halbjahr verbucht worden. Ohne diese Sondereffekte würde die operative Umsatzrendite nach Berechnungen des Konzerns für das Gesamtjahr bei etwa 4 Prozent liegen.

Sechs Milliarden Euro Abschreibung auf Porsche Firmenwert

Den größten einzelnen Posten bildet eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von rund 6 Milliarden Euro. Sie betrifft den Firmenwert, den Volkswagen in seiner Bilanz dem Geschäftssegment Porsche zugeordnet hat.

Dabei handelt es sich nicht um einen unmittelbar abfließenden Geldbetrag. Volkswagen hat im Zuge der aktualisierten langfristigen Planung von Porsche die Annahmen zur Bewertung des Geschäfts überprüft. Aus diesem Werthaltigkeitstest ergibt sich die Abschreibung, die das operative Ergebnis des Volkswagen-Konzerns im dritten Quartal belasten soll.

Bereits 2025 hatte Volkswagen auf den Porsche zugeordneten Firmenwert rund 3 Milliarden Euro abgeschrieben. Die erneute Wertberichtigung zeigt, dass der Konzern seine Erwartungen an die langfristige Ertragskraft des Sportwagengeschäfts nochmals angepasst hat.

Porsche selbst hatte seine mittelfristige Zielspanne für die operative Umsatzrendite bereits auf 10 bis 15 Prozent festgelegt. Für das laufende Jahr hatte die Porsche AG Ende Juli noch eine operative Umsatzrendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent sowie einen Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro erwartet.

China und Konzernumbau belasten Volkswagen zusätzlich

Neben der Porsche Wertberichtigung nennt Volkswagen ein schwieriger gewordenes Marktumfeld als Belastungsfaktor. Besonders in China entwickelt sich das Geschäft schwächer als ursprünglich erwartet.

Im ersten Halbjahr 2026 waren die Auslieferungen des Volkswagen-Konzerns in China um 25,9 Prozent zurückgegangen. Auch Porsche verzeichnete dort einen erheblichen Rückgang. Die Sportwagenmarke lieferte von Januar bis Juni 14.501 Fahrzeuge in China aus, 32 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Volkswagen verweist zudem auf eine schnellere Verschiebung der Nachfrage hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen. Vor allem bei Audi und der Marke Volkswagen Pkw entwickelt sich das Ergebnis dadurch nach Konzernangaben schwächer als ursprünglich eingeplant.

Hinzu kommen weitere Aufwendungen für den Umbau des Unternehmens. Volkswagen erwartet zusätzliche Kosten durch ausgeweitete Vorruhestandsregelungen sowie durch den angestrebten Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH. Außerdem sollen Wertberichtigungen auf Vermögenswerte vollkonsolidierter Unternehmen in China anfallen.

Diese zusätzlichen Belastungen aus Restrukturierung und China sollen sich im zweiten Halbjahr zusammen mit weiteren entsprechenden Effekten auf rund 2 Milliarden Euro summieren.

Cashflow Prognose bleibt bestehen

Trotz der deutlichen Senkung des Ergebnisziels hält Volkswagen an seinen Erwartungen für wichtige Liquiditätskennzahlen fest. Der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile soll weiterhin zwischen 3 und 6 Milliarden Euro liegen.

Auch die erwartete Nettoliquidität bleibt unverändert. Zum Jahresende rechnet der Konzern weiterhin mit 32 bis 34 Milliarden Euro.

Der Unterschied zwischen der starken Belastung des operativen Ergebnisses und den unveränderten Liquiditätszielen hängt auch damit zusammen, dass die 6 Milliarden Euro schwere Porsche Wertberichtigung nicht zahlungswirksam ist. Sie reduziert den bilanziell ausgewiesenen Gewinn, führt aber nicht zu einem entsprechenden direkten Mittelabfluss.

Porsche SE senkt eigene Ergebnisprognose

Kurz nach Volkswagen korrigierte auch die Porsche Automobil Holding SE ihren Ausblick. Die Beteiligungsgesellschaft hält 31,9 Prozent am gezeichneten Kapital von Volkswagen. Ihr Ergebnis wird deshalb maßgeblich vom Ergebnis des Volkswagen-Konzerns beeinflusst.

Für 2026 erwartet Porsche SE beim angepassten Konzernergebnis nach Steuern nun eine Bandbreite von minus 0,5 Milliarden bis plus 1,5 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Gesellschaft mit 1,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro gerechnet.

Die rund 6 Milliarden Euro schwere Wertberichtigung bei Volkswagen schlägt allerdings nicht direkt auf das Ergebnis der Porsche SE durch. Dort wurden nach Angaben der Holding bereits in früheren Jahren entsprechende Anpassungen vorgenommen.

An der Prognose für die Nettoverschuldung hält Porsche SE fest. Zum Jahresende soll sie weiterhin zwischen 4,7 Milliarden und 5,2 Milliarden Euro liegen.

Aktien reagieren mit deutlichen Kursverlusten

Die Börse reagierte unmittelbar auf den neuen Ausblick. Die Volkswagen-Aktie verlor nach Bekanntwerden der Prognosesenkung rund 5,6 Prozent. Auch die Aktie der Porsche SE geriet deutlich unter Druck und notierte zeitweise etwa 5 Prozent niedriger.

Damit reagieren Anleger vor allem auf den starken Rückgang der erwarteten Profitabilität. Der Umsatz soll zwar nur moderat unter dem Vorjahreswert liegen, vom operativen Geschäft soll nach Berücksichtigung der Belastungen jedoch deutlich weniger Gewinn übrig bleiben als bislang erwartet.

Für Volkswagen rücken damit die Entwicklung in China, die Kosten des laufenden Konzernumbaus und die künftige Ertragskraft von Porsche noch stärker in den Mittelpunkt. Die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres will Volkswagen am 29. Oktober 2026 veröffentlichen.

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