
Der Hamburger SV muss in den kommenden Wochen ohne seinen dänischen Nationalspieler auskommen. Die Albert Grønbæk Verletzung zog sich der 25-Jährige beim Nations-League-Spiel gegen Norwegen zu. Dabei erlitt er einen Faserriss im rechten Oberschenkel. Die Diagnose wurde nach einer MRT-Untersuchung gestellt, die nach Angaben von Sky Sport in Abstimmung mit dem medizinischen Team des HSV erfolgte. Eine genaue Dauer der Zwangspause nannte der Verein zunächst nicht. Fest steht damit aber, dass dem HSV einer seiner produktivsten Offensivspieler des bisherigen Saisonstarts vorerst fehlt.
Grønbæk war bei Dänemarks 2:3-Niederlage gegen Norwegen in Oslo erst in der 82. Minute eingewechselt worden. Nach dem Abpfiff verließ er den Platz mit einem bandagierten rechten Oberschenkel. Dänemarks Nationaltrainer Brian Riemer bestätigte anschließend, dass der Mittelfeldspieler verletzt sei und das Trainingslager verlassen werde. Der HSV berichtete am Freitag auf seiner eigenen Internetseite zunächst ebenfalls über den bandagierten Oberschenkel, ohne zu diesem Zeitpunkt eine genaue Diagnose zu nennen.
Am Samstag folgte die genauere medizinische Einordnung. Sky Sport berichtete unter Berufung auf den Klub von einem Faserriss im rechten Oberschenkel. Auch weitere aktuelle Berichte nennen dieselbe Diagnose. Nach Angaben von Sky fanden die MRT-Untersuchungen noch im Umfeld der dänischen Nationalmannschaft statt und wurden mit der medizinischen Abteilung des HSV abgestimmt.
Eine konkrete Prognose von zwei, drei oder vier Wochen veröffentlichte der HSV zunächst nicht. Als gesichert gilt lediglich, dass Grønbæk für die nächsten Wochen ausfallen wird. Angaben über eine exakte Rückkehr wären daher derzeit nicht belastbar. Auch eine aktuelle wörtliche Stellungnahme von Cheftrainer Merlin Polzin oder Sportdirektor Claus Costa zur Verletzung wurde zunächst nicht veröffentlicht.
Sportlich trifft der Ausfall den HSV zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Grønbæk stand in allen vier bisherigen Bundesliga-Spielen der Saison 2026/27 auf dem Platz und gehörte jeweils zur Startelf. Nach den offiziellen Bundesliga-Daten kommt der Däne auf 337 Einsatzminuten, zwei Vorlagen und noch kein Ligator. Beide Assists gelangen ihm beim 2:1 gegen den 1. FC Köln am 19. September.
Hinzu kommt sein Auftritt im DFB-Pokal. Beim 3:0 in der ersten Runde gegen den SC Verl erzielte Grønbæk zwei Treffer und absolvierte 60 Minuten. Wettbewerbsübergreifend stehen damit in dieser Saison bislang fünf Pflichtspiele für den HSV, 397 Einsatzminuten, zwei Tore und zwei Vorlagen zu Buche.
Grønbæk ist 25 Jahre alt und wird vor allem im offensiven Mittelfeld eingesetzt. Der Rechtsfuß kann aufgrund seiner technischen und taktischen Fähigkeiten allerdings auch andere offensive Mittelfeldpositionen übernehmen. Der HSV hatte bei seiner festen Verpflichtung im Juni ausdrücklich seine Spielintelligenz, technische Qualität und Flexibilität hervorgehoben.
Grønbæk wechselte ursprünglich Ende Januar 2026 zum Hamburger SV. Der damalige Transfer erfolgte auf Leihbasis vom französischen Erstligisten Stade Rennes bis zum Ende der Saison 2025/26. Unmittelbar zuvor war der Däne von Rennes an den italienischen Erstligisten CFC Genua ausgeliehen gewesen. Seine früheren Stationen umfassen außerdem Aarhus GF, FK Bodø/Glimt und den FC Southampton.
Nach sieben Bundesliga-Einsätzen mit einem Tor und zwei Vorlagen während seiner ersten Monate in Hamburg entschied sich der HSV für eine dauerhafte Verpflichtung. Anfang Juni unterschrieb Grønbæk einen neuen, nach Vereinsangaben langfristigen Vertrag. Der HSV veröffentlichte weder die genaue Laufzeit noch die Ablösesumme. Verschiedene Medien nannten anschließend eine Ablöse von etwa 4,5 bis fünf Millionen Euro beziehungsweise rund 4,7 Millionen Euro. Außerdem wurde über einen Vertrag bis 2030 berichtet. Diese Details sind vom Verein nicht offiziell bestätigt worden.
Trainer Merlin Polzin muss die Rollen im Mittelfeld nun zumindest vorübergehend neu verteilen. Der Kader bietet dafür mehrere Möglichkeiten. Zum offiziellen Mittelfeld gehören neben Grønbæk unter anderem Albert Sambi Lokonga, Nicolai Remberg, Bilal Nadir, Martin Adeline, Immanuël Pherai, Kofi Amoako und Fábio Vieira.
Besonders Vieira bietet sich für kreative Aufgaben in offensiveren Räumen an. Der Portugiese kehrte Anfang September fest vom FC Arsenal nach Hamburg zurück. Bereits während seiner Leihe in der Saison 2025/26 hatte er für den HSV sieben Bundesliga-Tore erzielt und fünf weitere vorbereitet. Der Verein beschreibt ihn selbst als technisch starken Spielmacher.
Trotz dieser personellen Breite lässt sich Grønbæks bisherige Rolle nicht allein anhand der Zahl verfügbarer Mittelfeldspieler ersetzen. Er gehörte in den ersten vier Ligapartien durchgehend zur Startelf und war beim ersten Bundesligasieg gegen Köln an beiden HSV-Treffern unmittelbar beteiligt. Polzin muss deshalb entscheiden, ob ein anderer Spieler Grønbæks Position direkt übernimmt oder Aufgaben im offensiven Aufbau auf mehrere Akteure verteilt werden.
Hinzu kommt, dass der HSV seine Offensive im Sommer deutlich verändert hat. Unter anderem kamen Vieira, Bilal Nadir, Martin Adeline, Patson Daka und Terem Moffi hinzu, während mehrere Spieler den Verein verließen. Der Ausfall Grønbæks bedeutet daher nicht zwangsläufig eine Systemänderung, reduziert aber für mehrere Wochen die Auswahl bei der Besetzung der offensiven Mittelfeldpositionen.
Der nächste Bundesliga-Auftritt des HSV ist für den 10. Oktober bei der TSG Hoffenheim vorgesehen. Grønbæk wird nach der aktuellen Diagnose dort voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen. Wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, hängt vom Verlauf der Rehabilitation ab. Einen konkreten Rückkehrtermin hat der HSV bislang nicht genannt.
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