Volkswagen-Vorzugsaktie fällt nach Milliardenbelastungen deutlich

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Volkswagen-Vorzugsaktie hat nach einer deutlich gesenkten Gewinnprognose des Wolfsburger Konzerns erheblich an Wert verloren. Besonders stark reagierte der Kurs bereits am Freitag, 18. September 2026, unmittelbar nach der neuen Prognose. In den folgenden Handelstagen setzte sich die Schwäche fort. Als Belastungsfaktoren nennt Volkswagen selbst vor allem eine milliardenschwere Abschreibung im Zusammenhang mit Porsche, weitere Kosten für den Konzernumbau und das schwierige Marktumfeld in China.

Beim Ausmaß des Kursverlustes kommt es allerdings auf den gewählten Zeitraum an. Die Volkswagen-Vorzugsaktie mit der ISIN DE0007664039 wurde am Freitag, 25. September, auf Xetra zuletzt mit 71,72 Euro festgestellt. Der Zeitstempel der Kursangabe lautet 17.35 Uhr. Am Freitag zuvor, dem 18. September, hatte der Xetra-Schlusskurs bei 76,52 Euro gelegen. Daraus ergibt sich für diese Handelswoche ein Minus von rund 6,3 Prozent.

Knapp 13 Prozent nur bei anderem Vergleichszeitraum

Ein Rückgang in der Größenordnung von 13 Prozent lässt sich dagegen darstellen, wenn ein früherer Höchstkurs als Ausgangspunkt verwendet wird. Am 17. September erreichte die Volkswagen-Vorzugsaktie im Xetra-Handel ein Tageshoch von 82,04 Euro. Verglichen mit 71,72 Euro am 25. September entspricht dies einem Rückgang von rund 12,6 Prozent. Vom Schlusskurs des 17. September bei rund 81 Euro beträgt das Minus dagegen etwa 11,5 Prozent.

Für die Einordnung der aktuellen Handelswoche ist deshalb ein Verlust von gut 6 Prozent die präzisere Angabe. Der größere Rückgang von knapp 13 Prozent beschreibt hingegen die Bewegung vom Hoch unmittelbar vor der Prognosesenkung bis zum Stand am folgenden Freitag.

Der größte einzelne Kursrutsch ereignete sich bereits am 18. September. An diesem Tag schloss die Aktie auf Xetra bei 76,52 Euro und verlor rund 5,6 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. Reuters berichtete unmittelbar nach der Mitteilung zeitweise sogar von einem Minus von mehr als 6 Prozent im laufenden Handel.

Volkswagen senkt Margenerwartung drastisch

Auslöser der Neubewertung war eine nach Börsenschluss veröffentlichte Ad-hoc-Mitteilung von Volkswagen am 18. September. Der Konzern erwartet für 2026 inzwischen nur noch eine operative Umsatzrendite von bis zu 1 Prozent. Zuvor hatte Volkswagen mit 4,0 bis 5,5 Prozent gerechnet. Die durchschnittliche Analystenerwartung hatte nach Angaben des Unternehmens bei 4,1 Prozent gelegen.

Beim Konzernumsatz rechnet Volkswagen nun mit rund 315 Milliarden Euro. Im Jahr 2025 waren es 321,9 Milliarden Euro. Der Umsatzwert liegt nach Unternehmensangaben ungefähr in der Mitte der bereits zuvor genannten Bandbreite. Die deutliche Veränderung betrifft deshalb vor allem die erwartete Profitabilität.

Insgesamt erwartet Volkswagen für 2026 Sondereffekte von rund 10 Milliarden Euro, die das operative Ergebnis belasten sollen. Davon waren 900 Millionen Euro bereits im ersten Halbjahr berücksichtigt worden. Ohne diese Sondereffekte würde die operative Umsatzrendite nach Berechnung des Konzerns bei etwa 4 Prozent liegen.

Porsche-Abschreibung belastet Volkswagen mit Milliarden

Ein wesentlicher Bestandteil der Belastungen ist Porsche. Volkswagen nimmt auf den dem Porsche-Geschäftsbereich zugeordneten Firmenwert eine nicht zahlungswirksame Abschreibung von rund 6 Milliarden Euro vor. Sie soll das operative Ergebnis des Volkswagen-Konzerns im dritten Quartal belasten.

Porsche steht selbst unter erheblichem Anpassungsdruck. Der Sportwagenhersteller hatte bereits für 2025 einen deutlichen Ergebnisrückgang gemeldet. Das operative Ergebnis sank damals von 5,64 Milliarden auf 413 Millionen Euro, die operative Umsatzrendite von 14,1 auf 1,1 Prozent. Für 2026 hatte Porsche unter anderem auf den anhaltenden Druck im chinesischen Luxussegment, intensiven Wettbewerb bei Elektroautos und die US-Zollpolitik verwiesen.

Die Probleme bei Porsche treffen Volkswagen besonders stark, weil der Wolfsburger Konzern die Mehrheit an dem Sportwagenhersteller hält und dessen Ergebnisentwicklung unmittelbar in die Konzernrechnung einfließt.

China bleibt ein zentrales Risiko

Neben Porsche spielt das China-Geschäft eine wichtige Rolle. Volkswagen bezeichnete das Marktumfeld dort in seiner Prognosemitteilung ausdrücklich als herausfordernd und kündigte zusätzliche Wertberichtigungen auf Vermögenswerte vollkonsolidierter chinesischer Gesellschaften an. Zusammen mit zusätzlichen Restrukturierungsaufwendungen sollen diese Effekte Volkswagen in der zweiten Jahreshälfte mit rund 2 Milliarden Euro belasten.

China ist für deutsche Autobauer seit Jahren einer der wichtigsten Märkte. Gleichzeitig wächst dort der Wettbewerbsdruck durch heimische Hersteller, insbesondere bei Elektroautos. Volkswagens China-Chef Ralf Brandstätter erklärte im September, er rechne für den chinesischen Pkw-Markt 2026 mit einem Rückgang von rund 20 Prozent. Reuters zufolge waren die inländischen Autoverkäufe in China bis August elf Monate in Folge gesunken.

Damit betrifft der Druck nicht nur ein einzelnes Modell oder eine einzelne Konzernmarke. Volkswagen muss gleichzeitig sinkende oder schwächere Nachfrage, intensiveren Wettbewerb und niedrigere Margen bewältigen.

Konzernumbau verursacht zusätzliche Kosten

Parallel verschärft Volkswagen seinen Konzernumbau. Anfang September stimmte der Aufsichtsrat dem Zukunftsplan 2030 zu. Der Konzern sieht darin unter anderem einen Abbau von rund 50.000 Stellen weltweit zusätzlich zu bereits vereinbarten Programmen vor. Außerdem sollen Managementstrukturen verkleinert, Beteiligungen überprüft und das Modellangebot gestrafft werden.

Solche Maßnahmen sollen langfristig Kosten senken, verursachen zunächst aber selbst Ausgaben. Volkswagen nennt ausdrücklich zusätzliche Restrukturierungskosten, unter anderem durch ausgeweitete Altersteilzeitprogramme und geplante Veränderungen am Standort Osnabrück, als Teil der Belastungen für das laufende Geschäftsjahr.

Ausscheiden aus dem Euro Stoxx 50 als zusätzlicher Faktor

Hinzu kommt eine Veränderung bei der Indexzugehörigkeit. Seit dem 21. September gehört die Volkswagen-Vorzugsaktie nicht mehr dem Euro Stoxx 50 an. Der Indexanbieter STOXX hatte den Austausch bereits am 1. September im Rahmen seiner regulären jährlichen Überprüfung angekündigt. Volkswagen wurde gemeinsam mit Wolters Kluwer aus dem Index entfernt, neu aufgenommen wurden Engie und Nokia.

Eine Indexentfernung kann zusätzliche Aktienverkäufe auslösen, weil Fonds, die einen Index passiv nachbilden, ihre Bestände entsprechend anpassen müssen. Wie groß dieser Effekt beim Volkswagen-Kurs konkret war, lässt sich jedoch nicht eindeutig von den Folgen der Gewinnwarnung und den übrigen Unternehmensnachrichten trennen.

Der nächste wichtige Termin ist Ende Oktober

Neue detaillierte Zahlen will Volkswagen am 29. Oktober 2026 vorlegen. Dann veröffentlicht der Konzern seinen Zwischenbericht für die ersten neun Monate. Dieser dürfte erstmals genauer zeigen, wie stark die angekündigten Sonderbelastungen im dritten Quartal tatsächlich in der Gewinn- und Verlustrechnung sichtbar geworden sind.

Bis dahin bleibt die neue Konzernprognose der wichtigste finanzielle Orientierungspunkt. Sie basiert laut Volkswagen unter anderem auf der Annahme, dass die derzeitige Zollsituation im internationalen Handel bestehen bleibt. Mögliche zusätzliche Auswirkungen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten hat der Konzern wegen fehlender belastbarer Schätzungen ausdrücklich nicht in seine Prognose aufgenommen.

Der Kursrückgang der Volkswagen-Vorzugsaktie steht damit nicht für einen einzelnen negativen Auslöser. Er fällt in eine Phase, in der eine deutlich schwächere Gewinnprognose, Milliardenabschreibungen bei Porsche, hohe Restrukturierungskosten, der schwierige chinesische Markt und der Abschied aus dem Euro Stoxx 50 zusammentreffen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung oder Anlageberatung dar. Kursentwicklungen und Analystenprognosen erlauben keine verlässlichen Aussagen über die zukünftige Wertentwicklung.

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