
Münster. Seit rund vier Jahren stehen mehrere Häuser am Markweg leer – mitten in einer Stadt mit angespanntem Wohnungsmarkt. Jetzt verschärft die Ratsfraktion Die Linke ihre Kritik an der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die bundeseigene Immobilienbehörde müsse sich erklären, warum eine komplette Häuserzeile ungenutzt bleibt, während in Münster bezahlbarer Wohnraum dringend fehlt.
Deutliche Worte kommen von Ratsherr Stefan Proske-Schuppelius. „Hier vergammeln Häuser unter staatlicher Aufsicht“, kritisiert er. Gerade ein bundeseigenes Unternehmen wie die BImA trage eine besondere Verantwortung. „Während bezahlbarer Wohnraum dringend gebraucht wird, stehen diese Gebäude seit Jahren leer“, so Proske-Schuppelius weiter. Betroffen seien am Ende viele Gruppen: Familien, Auszubildende, Geringverdienende und Alleinerziehende. Sein Fazit fällt klar aus: „Vier Jahre Leerstand sind schlicht behördliches Versagen.“
Konkret geht es um die Gebäude Markweg 1 bis 11. Nach öffentlichen Angaben gehören sie der BImA, die zuletzt eine erneute Prüfung des Standorts angekündigt hat. Für die Linke ist das zu wenig. Ratsherrin und Bezirksvertreterin Mitte Lara Bösche spricht von einem unhaltbaren Zustand: „Wir diskutieren täglich über steigende Mieten und Wohnungsnot, während eine ganze Häuserzeile beinahe ein halbes Jahrzehnt ungenutzt bleibt. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar.“ Es brauche eine schnelle Aufklärung, „wie es überhaupt so weit kommen konnte“.
Die Ratsfraktion kündigt an, nun direkt das Gespräch mit der BImA zu suchen. Im Mittelpunkt steht die Forderung, die Flächen am Markweg für den öffentlichen oder gemeinwohlorientierten Wohnungsbau zu nutzen. Denkbar sei auch eine Übertragung an die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wohn+Stadtbau. „Uns geht es auch darum, dass es zu keiner Veräußerung der Grundstücke kommt, nur um höchste Gewinne zu erzielen“, betont Proske-Schuppelius. „Der Fokus muss darauf liegen, bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.“
Der Markweg gehört zu den ehemaligen britischen Wohnstandorten in Münster. Nach dem Abzug der Streitkräfte gingen zahlreiche Wohnungen an die BImA zurück. Laut Stadt wurden die meisten dieser Flächen inzwischen entwickelt. Der Bereich Rumphorst mit Markweg, Sibeliusstraße und Hoher Heckenweg zählt jedoch zu den wenigen Standorten, bei denen die Umsetzung bis heute aussteht. Dabei existiert bereits seit 2012 eine Konversionspartnerschaft zwischen Stadt und BImA, die genau solche Fälle regeln soll.
Die Linke will das Thema nun fraktionsübergreifend in den Rat und die Bezirksvertretungen tragen. Auch aus anderen Parteien kommt inzwischen Kritik am jahrelangen Leerstand. Der Druck auf die BImA wächst damit spürbar. Ob die bundeseigene Behörde zeitnah eine konkrete Perspektive für die Häuser am Markweg vorlegt, bleibt abzuwarten.
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