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Hirnschäden durch Kopfbälle im Fußball

Hirnschäden durch Kopfbälle im Fußball: Dr. Matthias Pawlowski informiert über Risiken und Präventionsmaßnahmen, besonders im Kinder- und Jugendfußball.
Foto: Yogendra Singh

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Ein präzises Kopfballtor von Fußball-Nationalspieler Niclas Füllkrug sicherte dem deutschen Team ein Unentschieden gegen die Schweiz und den ersten Platz in der Gruppenphase der Europameisterschaft. Doch diese beeindruckenden Aktionen können auch Gefahren bergen. Hirnschäden durch Kopfbälle im Fußball sind ein ernstzunehmendes Thema, das Dr. Matthias Pawlowski, Neurologe am UKM, ausführlich erläutert.

Risiken von Hirnschäden durch Kopfbälle

Die Debatte über die Gefährdung durch Kopfbälle im Fußball ist seit langem im Gange. Dr. Pawlowski erklärt, dass wiederholte Kopfbälle zu leichten Gehirnverletzungen führen können, die langfristige kognitive Beeinträchtigungen und ein erhöhtes Demenzrisiko zur Folge haben können. Auch bei Kollisionen während Kopfballduellen kann es zu Gehirnerschütterungen und weiteren Verletzungen kommen.

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder sind besonders gefährdet, da ihr Gehirn noch in der Entwicklung ist und empfindlicher auf Verletzungen reagiert. Die Handhabung von Kopfbällen variiert weltweit. In den USA sind Kopfbälle für Kinder unter elf Jahren generell verboten, während in England Kopfbälle im Training, aber nicht im Wettkampf, untersagt sind. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) empfiehlt eine begrenzte Nutzung von Kopfbällen, spricht aber kein generelles Verbot aus.

Sichere Techniken für Kopfbälle

Um das Risiko von Verletzungen zu minimieren, empfiehlt Dr. Pawlowski einige Techniken. So sollten im Jugendbereich kleinere und leichtere Bälle verwendet werden. Zudem sollten Flanken aus kürzerer Distanz und weniger hart geschossen werden. Wichtig ist auch, dass Kopfbälle im Training nur in Maßen und mit ausreichend Pausen durchgeführt werden.

Vergleich mit anderen Sportarten

Im Vergleich zu Sportarten wie Boxen und American Football ist das Risiko von Kopfverletzungen im Fußball geringer. Dennoch können Zusammenstöße mit anderen Spielern oder dem Torpfosten gefährlich sein. Dr. Pawlowski betont jedoch, dass die positiven Effekte des Fußballs auf die Gesundheit die potenziellen Risiken durch Hirnschäden durch Kopfbälle überwiegen.

Präventionsmaßnahmen vor Hirnschäden durch Kopfbälle

Bereits vorhandene Maßnahmen zielen darauf ab, die Risiken von Kopfbällen zu reduzieren. Eine fundierte Ausbildung in der richtigen Kopfballtechnik ist essenziell, um Verletzungen zu vermeiden. Auch sollten Kopfbälle im Training auf ein Minimum reduziert und regelmäßige Pausen eingelegt werden.

Hirnschäden durch Kopfbälle im Fußball bleiben ein wichtiges Thema, das kontinuierlich überwacht und erforscht werden muss. Eltern, Trainer und Verbände haben die Verantwortung, die Gesundheit der Spieler zu schützen und die Risiken so gering wie möglich zu halten.