
Münster. Das Lyriktreffen Münster 2026 ist in vollem Gange. Seit Freitag steht das biennale Festival unter dem Motto „Poesie und Sprechblase“. Noch bis Sonntag, 5. Juli, treffen in Münster internationale Poesie, gesellschaftliche Debatten und das Medium Comic aufeinander. Veranstaltet wird das Festival vom städtischen Kulturamt in Kooperation mit dem Literaturverein.
Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr nicht nur Gedichte, sondern auch die Frage, wie Sprache in einer medial geprägten Gegenwart wirkt. Formeln, Floskeln und verkürzte Botschaften werden ebenso thematisiert wie poetische Gegenentwürfe. Damit rückt das Lyriktreffen Münster 2026 die Kraft der Sprache in den Fokus.
Zum Auftakt am Freitagabend standen bei den Lesungen im Theater Münster bereits internationale Stimmen im Mittelpunkt. Unter anderem las die ukrainisch-amerikanische Dichterin und Übersetzerin Oksana Maksymchuk. Ihr 2025 erschienenes Werk „Tagebuch einer Invasion“ setzt sich mit der Kriegswirklichkeit in der Ukraine auseinander.
Ebenfalls Teil des Programms sind die serbische Poesiepreisträgerin Milena Marković und ihre Übersetzerin Mirjana Wittmann. Begleitet wurde der Auftakt von Schnellzeichnerin Leefje Roy, die das Gesprochene live zeichnerisch aufgriff.
Am heutigen Samstag bringt der zweite Festivalabend bekannte Namen auf die Bühne des Kleinen Hauses. Zu den Gästen gehören Büchnerpreisträgerin Ursula Krechel, Poesiepreisträgerin Monika Rinck und der aus Haiti stammende Lyriker James Noël.
Noël wurde für seinen Roman „Was für ein Wunder“ mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet. In seinen Texten richtet er den Blick unter anderem auf seine Heimat Haiti und verarbeitet Themen wie das Erdbeben von 2010. Die Abendlesung beginnt um 20 Uhr.
Bereits am Samstagnachmittag steht im Theatertreff die Podiumsdiskussion „Sprache, Macht, Poesie“ auf dem Programm. Literaturwissenschaftlerin Dr. Maren Jäger spricht mit Milena Marković, Mirjana Wittmann, Oksana Maksymchuk und Monika Rinck über Schreiben und Übersetzen in einer Gegenwart, die von Gewalt, Unterdrückung und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist.
Dabei geht es auch um die Frage, welche Kraft Poesie in aktuellen Debatten entfalten kann und wie Literatur auf politische Wirklichkeiten reagiert. Das Lyriktreffen Münster verbindet damit literarische Formen mit gesellschaftlichen Fragen.
Ein zentrales Projekt des Lyriktreffens Münster 2026 ist die Ausstellung „PoesieComic. Eine Begegnung“. Sie wurde am Freitag in der Stadthausgalerie eröffnet und ist dort bis zum 24. Juli zu sehen.
Vier Dichter und vier Comic-Künstler haben dafür gemeinsam neue Werke entwickelt. Ausgangspunkt war das Gedicht „Reklame“ von Ingeborg Bachmann, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Die Ausstellung zeigt, wie sich Lyrik und Comic zu einer eigenen künstlerischen Form verbinden können.
Neu im Programm sind die „Lesezimmer“, die am Samstagvormittag in der Stadtbücherei stattfinden. In kleinen Gruppen lesen Gäste gemeinsam Gedichte der beim Festival vertretenen Autoren. Begleitet werden die Lesungen unter anderem von Luca Kieser, Jan Kuhlbrodt und Kinga Tóth. Anschließend können Teilnehmende und Künstler bei einer Kaffeetafel ins Gespräch kommen.
Ebenfalls neu ist Dirk Hülstrunks „Büro für überflüssige Worte“. Der Multimedia-Künstler sammelt an wechselnden Orten Wörter, die Gäste für entbehrlich halten, und verarbeitet sie später in einer poetischen Performance.
Für die Teilnahme an den „Lesezimmern“ war wegen begrenzter Plätze eine vorherige Anmeldung erforderlich. Karten für die übrigen Veranstaltungen sind an der Theaterkasse, online über das Theater Münster sowie telefonisch erhältlich.
Unterstützt wird das Lyriktreffen von der Kunststiftung NRW. Ein kostenloses Programmheft liegt in der Münster-Information im Stadthaus 1 und im Theater Münster aus. Das vollständige Programm ist außerdem digital über das Kulturamt der Stadt Münster abrufbar.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu