
Ennigerloh. Der Fall um das Naturbad Ennigerloh weitet sich aus. Nachdem ms-aktuell.de bereits über Dutzende kranke Kinder nach einem Besuch des Naturfreibads berichtet hatte, meldet der Kreis Warendorf inzwischen rund 200 bekannte Erkrankungen mit schweren Magen-Darm-Beschwerden. Bei zehn Badegästen wurden Noroviren nachgewiesen. Das Naturbad Ennigerloh bleibt deshalb weiterhin geschlossen.
Ein endgültiger Nachweis, dass das Beckenwasser die Ursache der Erkrankungen war, liegt bislang nicht vor. Stadt, Gesundheitsamt und weitere Behörden wollen das weitere Vorgehen erst festlegen, wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Nach Angaben des Kreises Warendorf sind aktuell rund 200 Menschen betroffen. Etwa 80 Prozent der Erkrankten sind Kinder. Viele litten unter plötzlich einsetzendem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.
Am Wochenende wurden in der Kinderklinik Ahlen mehr als 50 Patientinnen und Patienten mit Brechdurchfall behandelt, darunter viele Kinder. Der Kreis geht inzwischen von einem größeren Norovirus-Ausbruch im Zusammenhang mit dem Naturbad Ennigerloh aus.
Bei zehn Gästen wurden mittlerweile Noroviren nachgewiesen. Ob die Ansteckung direkt über das Wasser, über Kontaktflächen oder über andere Wege erfolgte, ist noch unklar. Erste Wasserproben waren nach Angaben der Stadt weitgehend unauffällig. Auffällig waren lediglich leicht erhöhte Temperaturen.
Da eine Untersuchung auf Noroviren nicht zum Standardprogramm gehört, sind spezielle Tests notwendig. Gesundheitsamt und Stadt Ennigerloh suchen dafür ein geeignetes Labor. Auch das Robert-Koch-Institut ist eingebunden.
Das Naturbad Ennigerloh nutzt keine herkömmliche chemische Wasseraufbereitung mit Chlor. Stattdessen wird das Wasser biologisch gereinigt, unter anderem über natürliche Prozesse, Planktonorganismen und Filterkreisläufe.
Die Wasserqualität wird regelmäßig kontrolliert. Noroviren gelten jedoch als widerstandsfähig und können unter bestimmten Bedingungen längere Zeit in Wasser überleben. Vermehren können sie sich nur im menschlichen Körper.
Wer unter Brechdurchfall leidet, sollte zu Hause bleiben und Kontakte möglichst vermeiden. Kita, Schule oder Arbeitsplatz sollten in der Regel erst 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden wieder besucht werden.
Das Gesundheitsamt empfiehlt gründliche Handhygiene, getrennte Handtücher sowie die Reinigung und Desinfektion von Toiletten, Sanitärräumen, Türklinken und häufig berührten Flächen. Besonders Säuglinge, kleine Kinder und ältere Menschen können bei starkem Brechdurchfall schnell austrocknen.
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