Universität Münster erhält Millionenförderung für Mathematik-Projekt

Universität Münster erhält Millionenförderung für Mathematik-Projekt
Foto: Erich Westendarp

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Münster. Die Mathematik-Forschung in Münster erhält eine Förderung von rund 1,3 Millionen Euro. Der Wissenschaftler Dr. Robin J. Sroka wurde mit seinem Projekt in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen und kann damit an der Universität Münster eine eigene Forschungsgruppe aufbauen.

Die Förderung läuft über sechs Jahre. Unter dem Titel „Kohomologie und K-Theorie: eine Untersuchung neuer Verbindungen“ will das Team grundlegende Zusammenhänge zwischen verschiedenen mathematischen Methoden untersuchen. Die Ergebnisse könnten neue Erkenntnisse für mehrere Bereiche der Mathematik liefern.

Robin J. Sroka baut eigene Forschungsgruppe in Münster auf

Robin J. Sroka arbeitet seit 2023 als Postdoktorand an der Universität Münster. Seit 2024 ist er zudem als Projektleiter am Exzellenzcluster „Mathematik Münster“ beteiligt. Durch die Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhält er nun die Möglichkeit, eine eigenständige Gruppe aufzubauen und sein Forschungsvorhaben über einen längeren Zeitraum zu verfolgen.

Nach Angaben der Universität sieht Sroka in Münster besonders gute Voraussetzungen für das Projekt. Der Exzellenzcluster und der Sonderforschungsbereich „Geometrie: Deformationen und Rigidität“ vereinen Fachleute aus unterschiedlichen mathematischen Disziplinen. Da seine geplante Forschungsgruppe Verbindungen zwischen mehreren Teilgebieten untersuchen soll, verspricht sich der Mathematiker von diesem Umfeld einen intensiven fachlichen Austausch.

Das Emmy Noether-Programm richtet sich an besonders qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Beginn ihrer Karriere. Die Geförderten sollen frühzeitig wissenschaftliche Eigenständigkeit erlangen und sich zugleich für eine spätere Professur qualifizieren. Dafür können sie eine eigene Nachwuchsgruppe leiten und ein selbst gewähltes Forschungsprojekt umsetzen. Für Sroka bedeutet die Aufnahme in das Programm daher nicht nur eine umfangreiche finanzielle Unterstützung. Sie eröffnet ihm außerdem die Möglichkeit, ein eigenes Team zusammenzustellen und das Projekt langfristig an der Universität Münster zu verankern.

Projekt untersucht Verbindungen zwischen Kohomologie und K-Theorie

Im Mittelpunkt der neuen Forschungsgruppe stehen die Kohomologie und die K-Theorie. Beide Verfahren helfen Mathematikerinnen und Mathematikern dabei, komplexe Strukturen zu untersuchen und grundlegende Eigenschaften sichtbar zu machen. Dazu gehören beispielsweise geometrische Objekte, Symmetrien oder unterschiedliche Zahlensysteme. Eine besondere Rolle spielt dabei die sogenannte kohomologische Stabilität. Dieses mathematische Phänomen tritt auf, wenn Forschende ganze Folgen verwandter Objekte betrachten, die gemeinsam eine übergeordnete algebraische Struktur bilden. Die Kohomologie beschreibt dabei bestimmte Merkmale der einzelnen Objekte, während die K-Theorie Informationen über die gemeinsame Struktur liefert.

Die kohomologische Stabilität stellt eine Verbindung zwischen diesen beiden Perspektiven her. Dadurch können Informationen aus der Kohomologie und der K-Theorie miteinander verglichen oder ineinander übertragen werden. Solche Zusammenhänge sind bislang jedoch nicht in allen mathematischen Bereichen ausreichend verstanden. Srokas Forschungsgruppe möchte deshalb neue Varianten dieser Verbindung nachweisen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend genutzt werden, um offene Fragen aus der Topologie, Algebra und Geometrie zu untersuchen. Darüber hinaus könnten sie auch für die Theorie dynamischer Systeme relevant sein, die sich mit Veränderungen mathematischer Zustände im zeitlichen Verlauf befasst.

Internationale Stationen vor dem Wechsel nach Münster

Vor seiner Tätigkeit an der Universität Münster sammelte Robin J. Sroka Forschungserfahrung an mehreren internationalen Einrichtungen. Er arbeitete als Postdoktorand an der McMaster University in Kanada und war Junior Fellow am Institut Mittag-Leffler in Schweden. Seine Promotion schloss er 2021 an der Universität Kopenhagen ab.

Neben dem neuen Projekt beschäftigt er sich bereits mit der Kohomologie arithmetischer Gruppen in hohen Dimensionen. Dieses Thema bearbeitet er gemeinsam mit Dr. Benjamin Brück im Rahmen einer „Young Research Group“. Die neue DFG-Förderung erweitert seine Forschungsarbeit nun um eine langfristig angelegte eigene Gruppe. Mit der Aufnahme in das Emmy Noether-Programm stärkt die Universität Münster zugleich ihren Schwerpunkt in der mathematischen Grundlagenforschung. Das Projekt verbindet mehrere Fachrichtungen und soll dort ansetzen, wo Beziehungen zwischen verschiedenen mathematischen Werkzeugen bisher nur unvollständig erforscht sind.

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