Ferraris Elektro-Wette startet stärker als erwartet

Ferrari Luce ist erster Elektro-Wagen der Marke
Symbolbild: Pexels

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Ferraris erstes vollständig elektrisch angetriebenes Serienmodell scheint trotz der kontroversen Reaktionen auf sein Design bei Kunden anzukommen. Nach einem Bericht der „Financial Times“ soll der italienische Sportwagenhersteller das für 2026 vorgesehene Verkaufsziel für den Ferrari Luce bereits weniger als zwei Monate nach der Vorstellung erreicht haben. Ferrari selbst nennt bislang keine konkreten Bestellzahlen, bestätigte jedoch eine aus Sicht des Unternehmens zufriedenstellende Nachfrage.

Berichte über starke Nachfrage aus China

Als ein wichtiger Treiber der frühen Bestellungen gilt nach dem Bericht der chinesische Markt. Elektroautos sind dort bereits stärker verbreitet als in vielen anderen Ländern. Zudem werden große Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in China vergleichsweise hoch besteuert. Schon bei der Vorstellung hatte Ferrari deutlich gemacht, mit dem Elektroauto auch Kundengruppen ansprechen zu wollen, die bislang weniger stark an die traditionellen Acht- und Zwölfzylindermotoren der Marke gebunden sind.

Ferrari-Chef Vigna zeichnete nach Veröffentlichung des Berichts allerdings ein etwas differenzierteres Bild. Das Interesse verteile sich nach seinen Angaben weitgehend gleichmäßig über verschiedene Regionen. Ein eindeutiges Muster zugunsten eines einzelnen Landes könne das Unternehmen bislang nicht erkennen. Bestellungen kämen sowohl von langjährigen Ferrari-Kunden als auch von Menschen, die erstmals ein Fahrzeug der Marke erwerben.

Luce bricht mit klassischen Ferrari-Konventionen

Der Luce wurde am 25. Mai 2026 vorgestellt und unterscheidet sich deutlich von klassischen Ferrari-Sportwagen. Das Elektroauto besitzt vier Türen, fünf Sitzplätze und einen rund 600 Liter großen Kofferraum. Der Grundpreis liegt bei etwa 550.000 Euro. Die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen.

An der Gestaltung arbeitete Ferrari gemeinsam mit LoveFrom, dem Designbüro der früheren Apple-Designer Jony Ive und Marc Newson. Die großflächige Verglasung und die vergleichsweise hohe Karosserie sorgten nach der Präsentation für kontroverse Reaktionen. Kritiker bemängelten, das Fahrzeug entferne sich optisch zu stark von der sportlichen Tradition der Marke. Ferrari verwies dagegen unter anderem auf aerodynamische Anforderungen und den zusätzlichen Platz für Passagiere und Gepäck.

Technisch bleibt der Luce im Hochleistungssegment. Vier Elektromotoren erzeugen zusammen mehr als 1.000 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt nach Herstellerangaben bei mehr als 310 Kilometern pro Stunde, die Reichweite bei über 500 Kilometern. Trotz eines Gewichts von mehr als 2,2 Tonnen soll das Fahrzeug die für Ferrari typische Fahrdynamik bieten.

Früher Bestellerfolg ist noch kein endgültiger Beweis

Das offenbar ausgeschöpfte Jahreskontingent ist für Ferrari ein positives Signal, sollte aber nicht mit dem Erfolg eines Volumenmodells gleichgesetzt werden. Mit knapp 500 Fahrzeugen bleibt die geplante Stückzahl sehr niedrig. Die künstliche Begrenzung des Angebots gehört seit Langem zum Geschäftsmodell des Herstellers und trägt zur Exklusivität sowie zu hohen Preisen bei.

Dennoch dürfte die Nachfrage die Sorge verringern, Ferraris erstes Elektroauto könne bei der wohlhabenden Kundschaft grundsätzlich durchfallen. Vigna betonte, der bisherige Bestelleingang habe die langfristige Elektrostrategie des Unternehmens nicht verändert. Ferrari setzt parallel weiterhin auf Verbrennungs- und Hybridmodelle. Passend dazu stellte der Hersteller im selben Quartal auch eine neue Version des Zwölfzylindermodells 12Cilindri mit Handschaltung vor, die sich gezielt an traditionsbewusste Käufer richtet.

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