391 Tage zu: Apostelkirche Münster öffnet wieder

Der Zensus 2022 zeigt, dass Christen in Deutschland zur Minderheit werden. Katholiken und Protestanten machen nur noch 48 Prozent der Bevölkerung aus.
Symbolbild: Bernhard Schürman

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Münster. Die Apostelkirche Münster öffnet an Pfingsten wieder für Gottesdienste, Musik und Besucher. Nach rund 13 Monaten Sanierung kehrt die evangelische Gemeinde in ihre Hauptkirche zurück. Der erste Gottesdienst nach der Schließung ist für Sonntag, 24. Mai, um 10 Uhr geplant. Damit endet eine lange Bauphase im Innenraum der ältesten gotischen Hallenkirche Westfalens.

Wiedereröffnung mit Gottesdienst an Pfingsten

Die Rückkehr in die Apostelkirche ist für die Gemeinde mehr als ein organisatorischer Neustart. Seit Beginn der Sanierung musste sie auf andere Räume ausweichen. Gottesdienste fanden überwiegend in der kleineren St.-Johannes-Kapelle statt, einzelne Termine wurden in die Observantenkirche verlegt. Besonders für größere Formate, Musikgruppen, Kinderkirche und Krippenspiel war die Schließung spürbar. Zur Wiedereröffnung ist ein Kantatengottesdienst unter dem Motto „Apostel macht auf“ geplant. Dabei sollen unter anderem Osterkerze und Bibel feierlich in die Kirche zurückgebracht werden.

Innenraum nach aufwendiger Sanierung erneuert

Im Inneren der Apostelkirche sind die Spuren der Bauarbeiten weitgehend verschwunden. Risse im Deckengewölbe, beschädigter Putz und stark beanspruchte Wandflächen wurden im Zuge der Sanierung aufgearbeitet. Besonders aufwendig waren die Arbeiten an den Gewölben und Deckenmalereien. Dafür war ein großes Gerüst im Kirchenraum nötig. Das Deckengewölbe wurde nach Angaben aus der Gemeinde in Handarbeit mit Spezialschwämmen gereinigt. Die restaurierten Malereien treten nun wieder deutlicher hervor. Auch Wände und Säulen wurden überarbeitet.

Verzögerungen machten neuen Zeitplan nötig

Ursprünglich war gehofft worden, die Apostelkirche bereits Ende 2025 wieder öffnen zu können. Später wurde Ostern als Ziel genannt. Beide Termine ließen sich jedoch nicht halten. Die Arbeiten dauerten länger als zunächst angenommen. Zusätzlich sorgte eine nicht abschließend erklärte Verfärbung der Wandfarbe dafür, dass ein weiterer Anstrich notwendig wurde. Dadurch verschob sich die Wiedereröffnung schließlich auf Pfingsten. Insgesamt blieb die Kirche 391 Tage geschlossen.

Kosten steigen auf rund 700.000 Euro

Die Innenraumsanierung war zunächst mit rund 600.000 Euro kalkuliert. Durch Verzögerungen und zusätzliche Arbeiten stiegen die Kosten auf etwa 700.000 Euro. Damit setzt die Gemeinde eine größere Erneuerungsphase an der Apostelkirche fort. Bereits vier Jahre zuvor war die mehrjährige Sanierung der Außenfassade abgeschlossen worden. Diese hatte rund 1,8 Millionen Euro gekostet. Die aktuellen Arbeiten konzentrierten sich nun auf den Kirchenraum und dessen künftige Nutzung.

Nordschiff schafft Platz für neue Formate

Mit der Wiedereröffnung verändert sich auch die Nutzung des Innenraums. Im Nordschiff sollen künftig keine festen Kirchenbänke mehr stehen. Dadurch entsteht eine freiere Fläche, die für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden kann. Genannt werden unter anderem kulturelle und bewegungsbezogene Formate. Für Gottesdienste und Konzerte kann der Bereich weiterhin bestuhlt werden. Die Apostelkirche bleibt damit Gottesdienstraum, öffnet sich aber zugleich stärker für flexible Veranstaltungsformen.

Musik und Veranstaltungen begleiten den Neustart

Rund um die Wiedereröffnung sind weitere Termine vorgesehen. Dazu gehören auch Oratorienkonzerte im Rahmen des Musikfestivals „Musica Sacra“. Die Apostelkirche ist damit nicht nur für die evangelische Gemeinde von Bedeutung, sondern auch für das kulturelle Leben in Münster. Nach der langen Schließung richtet sich der Neustart ausdrücklich an Gemeindemitglieder, Musikinteressierte, Besucher und Menschen, die die Kirche neu entdecken möchten.

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