Alexianer aus Münster sichern Zukunft des Klosters Ebernach in Cochem

Alexianer Amelsbüren, Münster
Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, Amelsbüren, Alexianer"

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Münster/Cochem. Das traditionsreiche Kloster Ebernach in Rheinland-Pfalz erhält eine neue Perspektive: Die Alexianer mit Hauptsitz in Münster übernehmen Anfang 2026 große Teile der dortigen Einrichtungen. Damit ist die Zukunft der sozialen Angebote für Menschen mit Behinderungen und Senioren langfristig gesichert.

Übergang zu den Alexianern soll Stabilität schaffen

Nach Angaben der bisherigen Trägergemeinschaft, den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz, ist der Übergang an die Alexianer ein entscheidender Schritt zur wirtschaftlichen und organisatorischen Stabilisierung. Die Übernahme steht kurz vor dem Abschluss aller rechtlichen Voraussetzungen und soll zum Jahresbeginn 2026 in Kraft treten.

Das Kloster Ebernach hatte zuvor ein Eigenverwaltungsverfahren durchlaufen, um seine wirtschaftliche Lage zu festigen. Die Alexianer übernehmen nun die Verantwortung für die Wohn- und Arbeitsangebote, die mehr als 300 Menschen mit Behinderungen betreffen. Ziel ist, die Betreuung und Arbeitsintegration dauerhaft zu sichern und zugleich den Mitarbeitenden neue Perspektiven zu bieten.

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Die Angebote in Cochem und Umgebung sollen künftig in das Netzwerk der Alexianer integriert werden. Strukturell werden sie an den Standort Gangelt im Kreis Heinsberg angebunden, der bereits Teil des umfangreichen Alexianer-Verbunds ist.

Christliche Werte und wirtschaftliche Stärke als Fundament

Beide Trägergemeinschaften betonen die gemeinsame Basis ihres christlichen Selbstverständnisses. Die Zusammenarbeit soll nicht nur wirtschaftliche Stabilität bringen, sondern auch die seelsorgliche und soziale Betreuung der betreuten Menschen stärken.

Die Alexianer-Gruppe gehört zu den größten konfessionellen Sozial- und Gesundheitsunternehmen in Deutschland. Bundesweit betreibt sie Krankenhäuser, medizinische Versorgungszentren sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe und Jugendhilfe. Insgesamt sind rund 34.000 Mitarbeitende in sechs Bundesländern beschäftigt.

Nach eigenen Angaben erwirtschaftete die Gruppe 2024 einen Jahresumsatz von etwa 2,6 Milliarden Euro. Der Hauptsitz in Münster steuert die Arbeit in fünf Verbünden und acht Bistümern – darunter künftig auch das Kloster Ebernach in Rheinland-Pfalz.

Bedeutung für die Region und Ausblick

Mit der Übernahme sichern die Alexianer nicht nur die Fortführung der sozialen Arbeit in Cochem, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze. Für die Region bedeutet die Vereinbarung ein starkes Signal: Einrichtungen der Eingliederungshilfe können auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bestehen, wenn Kooperationen auf stabilen Werten und Strukturen beruhen.

Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz bleiben weiterhin in Rheinland-Pfalz aktiv. Sie betreiben über ihren Trägerverein mehrere soziale Einrichtungen und Dienste, die auf eine lange karitative Tradition zurückgehen. Das Mutterhaus des Ordens befindet sich in Hausen (Wied).

Mit dem Schritt nach Cochem erweitert die Alexianer-Gruppe aus Münster ihr Engagement im südwestdeutschen Raum – und setzt ein Zeichen für nachhaltige Sozialwirtschaft, getragen von Verantwortung und Glauben.

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