Ein Raubsaurier zieht ins LWL-Museum Münster ein

Ein Raubsaurier zieht ins LWL-Museum Münster ein
Foto: LWL/Fialla

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Münster. Ein außergewöhnlicher Dinosaurierfund bekommt im LWL-Museum für Naturkunde in Münster einen neuen Auftritt. Der Wiehenvenator, einer der größten bekannten Raubsaurier Deutschlands, wird Teil der neuen Ausstellung „Überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe berichtet. Zu sehen ist die Schau ab dem 10. Juli.

Neuer Blickfang im LWL-Museum Münster

Das LWL-Museum für Naturkunde bereitet derzeit eine große paläontologische Ausstellung vor. Im Mittelpunkt steht dabei auch eine Skelettrekonstruktion des Wiehenvenator albati. Der Raubsaurier lebte vor rund 165 Millionen Jahren und gehört zu den bedeutendsten Dinosaurierfunden aus Deutschland. Die Rekonstruktion ist etwa 2,2 Meter hoch und mehr als 8,5 Meter lang. Damit dürfte sie für viele Besucherinnen und Besucher zu einem der auffälligsten Objekte der neuen Ausstellung werden.

Der Wiehenvenator wurde nicht einfach frei nachgebaut. Grundlage waren fossile Originalfunde sowie wissenschaftliche Vergleiche mit verwandten Raubsauriern. Zunächst entstand das Skelett digital, anschließend wurde es mit 3D-Drucken und Modellierungsarbeiten umgesetzt. Dadurch soll im Naturkundemuseum Münster ein möglichst fundiertes Bild des Tieres entstehen. Besonders spannend ist der Fund, weil Westfalen aus dieser Zeit vor allem für Meeresfossilien bekannt ist. Ein großer landlebender Raubsaurier eröffnet deshalb einen seltenen Blick auf die damalige Tierwelt an Land.

Fund aus dem Wiehengebirge hat besondere Bedeutung

Die Geschichte des Wiehenvenator begann 1998 im Wiehengebirge. Dort wurden bei einer Begehung Knochen und Zähne entdeckt, die später einem großen Raubsaurier zugeordnet wurden. Die wissenschaftliche Auswertung dauerte viele Jahre. Erst danach wurde deutlich, dass die Fossilien von einem einzelnen Tier stammen. Nach Angaben des LWL war der Dinosaurier etwa zehn Jahre alt und mit einer Länge von ungefähr acht bis neun Metern fast ausgewachsen.

Der Name Wiehenvenator verweist auf den Fundort im Wiehengebirge. Der Zusatz albati erinnert an den Finder Friedrich Albat. Für die Forschung ist der Fund deshalb bedeutsam, weil er aus einem ungewöhnlichen Umfeld stammt. Während des Jura war der nördliche Teil des heutigen Westfalens von einem subtropischen Flachmeer geprägt. Vermutlich gelangten die Überreste des Landtieres nach seinem Tod ins Meer, wurden dort von Sediment bedeckt und blieben dadurch als Fossil erhalten. Solche Funde zeigen, wie lückenhaft das Wissen über die Festlandlebensräume des Mitteljuras in Mitteleuropa noch immer ist.

Ausstellung Münster ist Teil eines größeren Projekts

Die neue Ausstellung in Münster trägt den Titel „Überleben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“. Sie ist Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen. Daran beteiligt sind neben dem LWL-Museum für Naturkunde auch das Ruhr Museum in Essen und das Lippische Landesmuseum Detmold. Gemeinsam zeigen die drei Häuser verschiedene Perspektiven auf die Entwicklung des Lebens über große Zeiträume hinweg.

In Münster liegt der Schwerpunkt auf Dinosauriern und urzeitlichen Lebensräumen. Damit knüpft das Museum an ein Thema an, das regelmäßig viele Familien, Schulklassen und naturkundlich interessierte Besucher anzieht. Die Ausstellung wird von der LWL-Kulturstiftung gefördert und gehört zum Kulturprogramm rund um „1250 Jahre Westfalen“. Außerdem unterstützt die Sparkasse Münsterland Ost das Projekt. Zu sehen ist die Ausstellung ab dem 10. Juli im LWL-Museum für Naturkunde an der Sentruper Straße 285 in Münster.

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