Energiepreise in Deutschland: Nach dem März-Schock sinken Sprit und Heizöl wieder

Energiepreise in Deutschland nähern sich wieder Krisenniveau
Foto: Frauke Riether auf Pixabay

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Die Energiepreise in Deutschland haben im März 2026 noch einmal kräftig angezogen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Kraftstoffe im Schnitt 20 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, während leichtes Heizöl sogar um 44,4 Prozent über dem Vorjahreswert lag.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Münster ist die Meldung dennoch keine reine Momentaufnahme von heute. Denn seit den März-Daten hat sich die Lage teilweise wieder entspannt. Nach aktuellen ADAC-Daten fielen die Spritpreise Anfang Mai auf den niedrigsten Stand seit rund zwei Monaten. Auch beim Heizöl zeigen Marktberichte zuletzt deutlich sinkende Preise. Die Destatis-Zahlen bleiben aber relevant, weil sie zeigen, wie stark Energiepreise in Krisenzeiten ausschlagen können.

Destatis blickt auf den März, der Markt bewegt sich schon weiter

Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes beziehen sich auf März 2026. Damals kostete Superbenzin im Bundesdurchschnitt 17,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Diesel verteuerte sich sogar um 29,7 Prozent. Kraftstoffe insgesamt lagen damit 20 Prozent über dem Vorjahresmonat. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei leichtem Heizöl aus, das sich binnen eines Jahres um 44,4 Prozent verteuerte.

Diese Werte erklären, warum Destatis die aktuelle Entwicklung mit früheren Energiekrisen vergleicht. Dennoch ist die Lage anders als unmittelbar nach Beginn des Kriegs gegen die Ukraine. Im März 2022 lagen die Ausschläge noch deutlich höher. Superbenzin war damals 41,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Diesel 62,7 Prozent und leichtes Heizöl sogar 144,4 Prozent. Der aktuelle Preisdruck ist also erheblich, aber nicht so extrem wie im Frühjahr 2022.

Wichtig ist außerdem der zeitliche Abstand. Die Statistik beschreibt den März, während sich die Preise Anfang Mai wieder nach unten bewegt haben. Für einen Haushalt in Münster heißt das: Die März-Daten zeigen die Belastung im Rückblick, sie sagen aber nicht automatisch, dass die Preise heute weiter steigen.

Spritpreise fallen Anfang Mai auf Zwei-Monats-Tief

Bei Benzin und Diesel zeigt sich inzwischen eine spürbare Entspannung. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am Donnerstag, 7. Mai 2026, im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,984 Euro. Diesel lag bei 2,025 Euro je Liter. Damit erreichten die Spritpreise den niedrigsten Stand seit rund zwei Monaten. Gegenüber dem Vortag sank Super E10 um 1,8 Cent, Diesel um 3,1 Cent.

Trotzdem bleibt Tanken teuer. Der ADAC weist darauf hin, dass die Preise weiterhin deutlich über dem Niveau vor den jüngsten Krisenausschlägen liegen. Außerdem schwanken die Preise je nach Region, Tageszeit und Tankstelle stark. Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Münster kann sich ein Vergleich deshalb weiterhin lohnen, weil lokale Unterschiede im Alltag schnell mehrere Cent pro Liter ausmachen.

Die aktuelle Entwicklung verändert aber die Tonlage der Nachricht. Aus dem März-Befund wird keine akute Warnung vor immer weiter steigenden Preisen. Treffender ist die Einordnung: Im März lag der Energiemarkt unter starkem Druck, Anfang Mai geben Kraftstoffpreise wieder nach, doch das Niveau bleibt empfindlich gegenüber internationalen Krisen.

Auch Heizöl wird wieder günstiger, bleibt aber volatil

Auch beim Heizöl deutet sich Anfang Mai eine Entspannung an. Heizöl24 berichtete am 8. Mai, dass Brent-Rohöl innerhalb der Woche von 114 Dollar auf etwa 100 Dollar je Barrel gefallen sei. Die Heizölpreise lagen demnach rund zehn Cent je Liter niedriger als zu Wochenbeginn. Bereits am 7. Mai meldete das Portal Heizölpreise auf einem Zwei-Monats-Tief.

Für Haushalte mit Ölheizung ist das ein wichtiger Unterschied zur März-Statistik. Destatis zeigt, wie stark leichtes Heizöl im Jahresvergleich gestiegen war. Die aktuellen Marktdaten zeigen aber zugleich, dass sich ein Teil dieses Drucks zuletzt wieder gelöst hat. Deshalb sollte die Entwicklung nicht als lineare Verteuerung dargestellt werden.

Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig. Heizölpreise hängen eng an Rohöl, Wechselkursen, Nachfrage und der politischen Lage im Nahen Osten. Sinkende Preise Anfang Mai bedeuten deshalb keine dauerhafte Entwarnung. Sie zeigen vielmehr, dass sich der Markt nach dem starken März-Schub wieder korrigiert hat. Für Münster und Deutschland bleibt Energie damit ein Preisthema, aber aktuell eher als volatile Entwicklung statt als einseitiger Preisanstieg.

Historische Krisen zeigen, wie schnell Energiepreise ausschlagen

Destatis ordnet die März-Zahlen in eine längere historische Reihe ein. Vergleichbare Entwicklungen gab es nach Angaben der Behörde unter anderem während der Ölkrisen 1973/74 und 1979/80 sowie in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Während der ersten Ölkrise war importiertes Erdöl im März 1974 mehr als dreimal so teuer wie ein Jahr zuvor. Kraftstoffe verteuerten sich damals im Februar 1974 um 32,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Auch die zweite Ölkrise brachte deutliche Ausschläge. Im März 1980 lagen die Importpreise für Erdöl um 101,4 Prozent über dem Vorjahreswert. In der Finanzmarktkrise stiegen die Energiepreise ebenfalls stark, bevor sie später wieder einbrachen. Der Blick zurück zeigt: Energiepreise reagieren häufig schnell auf politische und wirtschaftliche Krisen, fallen danach aber nicht immer gleichmäßig oder dauerhaft.

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