
Max Strauß hat Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Brief zur Entlassung von Digitalminister Karsten Wildberger aufgefordert. Der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß machte damit bundesweit Schlagzeilen. Merz reagierte auf den Brief mit einer überraschend deutlichen Geste: Er besuchte Wildberger öffentlich und stellte sich klar hinter seinen Minister.
Am 14. April 2026 schrieb Max Strauß einen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz. Darin forderte er unmissverständlich die Entlassung von Digitalminister Karsten Wildberger. Der Vorwurf: Wildberger könne zwar Computer verkaufen, aber keine funktionierende Digitalstrategie für Deutschland entwickeln. Damit spielte Strauß auf den beruflichen Hintergrund des Ministers an, der vor seinem Regierungsamt als Samsung-Manager tätig war.
Max Strauß ist der Sohn des 1988 verstorbenen CSU-Politikers Franz Josef Strauß, der Bayern über Jahrzehnte als Ministerpräsident geprägt hatte. Der jüngere Strauß engagiert sich seit Jahren in der Wirtschaft und sieht sich nach eigenen Angaben als Kenner der Digitalbranche. Mit seinem Brief meldete er sich als unerwartete Stimme in der politischen Debatte um die Digitalisierung Deutschlands zu Wort.
Strauß legte in seinem Brief dar, warum er einen Wechsel an der Spitze des Digitalministeriums für notwendig hält. Laut seinen Berechnungen soll durch eine konsequente Digitalisierung der Bundesverwaltung ein Einsparpotenzial von 150 bis 250 Milliarden Euro erschlossen werden können – eine Zahl, die er als Argument für mehr Ernsthaftigkeit in der Digitalpolitik ins Feld führte. Strauß machte dabei kein Geheimnis daraus, dass er selbst Interesse an dem Ministerposten hat.
In der Bundesregierung steht die Digitalisierung schon länger unter Druck. Die Bundesbehörden hinken im internationalen Vergleich bei der Modernisierung der Verwaltung weiterhin deutlich hinterher. Experten und Wirtschaftsvertreter fordern seit Jahren einen entschlosseneren Umbau – doch konkrete Ergebnisse blieben bislang überschaubar. Wie die aktuelle Lage um die Merz-Regierung im ARD-Deutschlandtrend zeigt, ist die Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Arbeit der Bundesregierung auf einem historischen Tiefstand.
Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte auf die Forderung von Max Strauß mit einer klaren öffentlichen Botschaft. Am 8. Mai 2026 besuchte er Digitalminister Karsten Wildberger anlässlich eines Ministeriumsjubiläums und demonstrierte dabei unmissverständlich seinen Rückhalt. Den Brief von Max Strauß ließ Merz unbeantwortet – ein Signal, das in politischen Beobachterkreisen als Ablehnung der Forderungen gewertet wurde.
Die Entscheidung, auf Kritik aus der Öffentlichkeit nicht einzugehen und stattdessen den Minister zu besuchen, ist charakteristisch für Merz‘ Führungsstil. Die Bundesregierung steht derzeit vor einer Reihe politischer Herausforderungen, bei denen Merz seine Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen muss. Das Thema Digitalisierung bleibt dabei ein zentraler Prüfstein.
Der Vorfall mit dem Strauß-Brief fällt in eine Phase, in der Bundeskanzler Friedrich Merz mit ungewöhnlich schlechten Zustimmungswerten zu kämpfen hat. Im ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap kommt Merz auf nur noch 16 Prozent Zustimmung – der niedrigste Wert eines amtierenden deutschen Bundeskanzlers seit dem Jahr 1997. Gleichzeitig geben 83 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden zu sein.
Im internationalen Vergleich belegt Merz laut Erhebungen des Meinungsforschungsinstituts Morning Consult den letzten Platz unter 24 demokratisch gewählten Staatschefs. Zum Vergleich: Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz erreichte seinen schlechtesten Wert im September 2024 mit 18 Prozent, Angela Merkel kam selbst in schwierigen Phasen nicht unter die 50-Prozent-Marke. Ob Debatten wie jene um den Brief von Max Strauß zu dieser Stimmung beitragen, ist schwer zu sagen. Klar ist jedoch: Der Druck auf Merz, sichtbare Ergebnisse zu liefern, wächst.
Quellen: t-online.de, ARD Deutschlandtrend (Infratest dimap), Morning Consult
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