Kein Wasser aus Bächen: Münsterland reagiert auf Trockenheit

Stadt Münster warnt wegen Trockenheit vor Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Die Trockenheit im Münsterland hat jetzt konkrete Folgen für die Ems. Ab Samstag, 4. Juli 2026, ist die Wasserentnahme aus dem Fluss in den Kreisen Steinfurt und Warendorf sowie auf dem Gebiet der Stadt Münster untersagt. Die Bezirksregierung Münster reagiert damit auf niedrige Wasserstände, Hitze, starke Verdunstung und fehlende Niederschläge.

Bereits zuvor hatte die Stadt Münster dringend darum gebeten, freiwillig kein Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen. Für die Ems gilt nun ein offizielles Verbot. Für andere Gewässer im Stadtgebiet bleibt es bislang bei einem eindringlichen Appell der Stadt.

Wasserentnahme aus der Ems ist ab sofort verboten

Das Verbot betrifft die Entnahme von Wasser aus der Ems mit mechanischen oder elektrischen Pumpen, Saugvorrichtungen oder fahrbaren Behältern. Erlaubt bleiben weiterhin das Tränken von Vieh und das Schöpfen mit Handgefäßen.

Die Bezirksregierung spricht von einer angespannten hydrologischen Lage. Während die Grundwasserstände im Regierungsbezirk derzeit noch überwiegend im langjährigen Mittel liegen, geraten Oberflächengewässer wie Flüsse und Bäche zunehmend unter Druck. Besonders die Ems ist von der aktuellen Entwicklung betroffen.

Stadt Münster bittet weiter um freiwilligen Verzicht

Für Bäche und Flüsse abseits der Ems gibt es in Münster bislang keinen eigenen städtischen Entnahme-Stopp. Die Stadt appelliert aber weiterhin an Bürger, kein Wasser aus Gewässern zu entnehmen. Das gilt auch für kleinere Mengen, etwa zur Bewässerung von Gärten.

Hintergrund sind die geringen Niederschläge der vergangenen Monate. Viele Bäche und Flüsse führen deutlich weniger Wasser als üblich. Auch angekündigte Regenfälle dürften nach Einschätzung der Behörden nicht ausreichen, um die Lage nachhaltig zu entspannen.

In Borken und Steinfurt drohen Bußgelder

Auch andere Kreise im Münsterland reagieren auf die Trockenheit. Im Kreis Borken ist die Wasserentnahme aus der Bocholter Aa und weiteren Oberflächengewässern in ihrem Einzugsgebiet bereits seit dem 1. Juli 2026 verboten. Die Verfügung gilt zunächst bis zum 31. Oktober 2026. Dort ist ausdrücklich auch die Entnahme kleinerer Mengen zur Gartenbewässerung untersagt.

Im Kreis Steinfurt soll laut WDR ein ähnliches Verbot am 13. Juli in Kraft treten und ebenfalls bis Ende Oktober gelten. In Borken und Steinfurt können Verstöße gegen solche Entnahmeverbote mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Für Münster steht dagegen vor allem das Entnahmeverbot aus der Ems im Mittelpunkt. Für andere Gewässer im Stadtgebiet gilt bislang kein eigener städtischer Entnahme-Stopp.

Niedrige Pegel gefährden Tiere und Pflanzen

Die niedrigen Wasserstände belasten die Ökosysteme erheblich. Besonders kritisch ist die Kombination aus wenig Wasser und steigenden Wassertemperaturen. Je wärmer das Wasser wird, desto weniger Sauerstoff steht Fischen, Kleinstlebewesen und anderen Organismen zur Verfügung.

Gleichzeitig wird die natürliche Selbstreinigungskraft der Gewässer geschwächt. Wasserpflanzen, Tiere und ganze Lebensräume geraten dadurch unter Stress. Wenn zusätzlich Wasser entnommen wird, kann sich die Situation weiter verschärfen.

Trockenheit bleibt ein sensibles Thema in Münster

Die Wasserentnahme Münster bleibt damit ein wichtiges Thema für die kommenden Wochen. Aus der Ems darf ab sofort kein Wasser mehr mit Pumpen, Saugvorrichtungen oder fahrbaren Behältern entnommen werden. Bei anderen Bächen und Flüssen setzt die Stadt Münster derzeit noch auf freiwilligen Verzicht.

Ob weitere Maßnahmen folgen, hängt von der Entwicklung der Pegelstände ab. Die Wasserbehörden im Münsterland beobachten die Lage weiter und stimmen mögliche Schritte miteinander ab.

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