
Münster. Die Zahl der registrierten Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Münster ist 2025 deutlich gesunken. 31.055 Fälle wurden erfasst. Das sind 2.219 weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang von 6,67 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 49,05 Prozent. Doch die Gesamtzahl erzählt nur einen Teil der Geschichte. Der Rückgang konzentriert sich stark auf einzelne Deliktsfelder, während andere Bereiche spürbar zulegen.
Der wichtigste Faktor für die sinkende Gesamtkriminalität liegt im Bereich der Diebstähle. 15.079 Eigentumsdelikte wurden 2025 registriert – 1.613 weniger als 2024. Das entspricht einem Minus von 10,70 Prozent. Rechnerisch entfallen damit rund drei Viertel des gesamten Rückgangs allein auf diesen Bereich. Fast jede zweite registrierte Straftat in Münster ist weiterhin ein Diebstahl. Innerhalb der Eigentumsdelikte bleibt der Fahrraddiebstahl das dominante Phänomen.
Mit 4.561 registrierten Fällen entfällt statistisch rund jede siebte Straftat in Münster auf Fahrraddiebstahl. Gegenüber 2024 bedeutet das sogar einen leichten Anstieg um 64 Fälle. Besonders auffällig ist die geringe Aufklärungsquote von 12,61 Prozent. Anders formuliert: Rund 87 Prozent der Taten bleiben ungeklärt.
Zum Vergleich: Beim Wohnungseinbruch, der 2025 mit 403 Fällen auf niedrigem Niveau blieb, liegt die Aufklärungsquote bei 22,83 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie beim Fahrraddiebstahl. Die hohe Zahl gestohlener Fahrräder trifft in einer fahrradintensiven Stadt wie Münster auf eine entsprechend hohe Alltagsrelevanz – auch wenn andere Kriminalitätsbereiche rückläufig sind.
Die Gewaltkriminalität im engeren Sinne ging auf 1.147 Fälle zurück, 40 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Minus von 3,4 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 76,63 Prozent. Im breiteren Bereich der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden 4.377 Fälle registriert, 66 weniger als 2024.
Deutlich zurück gingen Raubdelikte: 232 Fälle bedeuten ein Minus von 14,07 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote in diesem Bereich auf 68,97 Prozent und liegt damit so hoch wie seit Jahren nicht. Gegenläufig entwickelten sich jedoch Bedrohungsdelikte. Hier registrierte die Polizei 733 Fälle, 32 mehr als im Vorjahr. Auch Nachstellungen stiegen auf 142 Fälle, ein Plus von 31.
Solche Delikte hängen stark vom Anzeigeverhalten ab. Steigende Zahlen können daher sowohl auf mehr Taten als auch auf eine höhere Sensibilität und Anzeigebereitschaft zurückzuführen sein.
Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registrierte die Polizei 596 Fälle, 44 mehr als 2024. Das entspricht einem Anstieg von 7,97 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 75,00 Prozent. Im Vergleich zu 2019 fällt die Entwicklung noch deutlicher aus. Damals wurden 263 Fälle registriert. 2025 liegt die Zahl um 333 Fälle höher – mehr als doppelt so viele wie sechs Jahre zuvor.
Zuwächse gab es unter anderem bei sexueller Belästigung mit 130 Fällen, exhibitionistischen Handlungen mit 86 Fällen sowie bei Delikten unter Gewaltanwendung mit 254 Fällen. Nach Angaben der Polizei hängt der Anstieg maßgeblich mit intensivierten Ermittlungen im digitalen Raum zusammen, insbesondere im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen im Internet. Gleichzeitig weist die Behörde darauf hin, dass in diesem Bereich von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen ist.
Deutlich gesunken ist die Rauschgiftkriminalität. 723 Fälle wurden 2025 registriert. Die Polizei führt den Rückgang ausdrücklich auf die Einführung des Konsumcannabisgesetzes zurück. Mit einer Aufklärungsquote von 87,55 Prozent zählen Rauschgiftdelikte zu den Bereichen mit besonders hoher Klärungsrate. Fachlich gelten sie als sogenannte Kontrolldelikte, da sie häufig im Rahmen polizeilicher Maßnahmen festgestellt werden.
Unter dem Summenschlüssel Straßenkriminalität erfasst die Polizei 9.955 Fälle – 235 weniger als im Vorjahr. Trotz des Rückgangs bleibt dieser Bereich groß: Rund ein Drittel aller registrierten Straftaten spielt sich im öffentlichen Raum ab. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 18,51 Prozent und ist leicht gesunken.
Im Bereich Betrug zum Nachteil älterer Menschen weist die Statistik 78 vollendete Inlandsfälle aus. Das sind 41 mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg von 52,56 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg hier deutlich auf 71,79 Prozent. Die Polizei weist jedoch darauf hin, dass zahlreiche Taten aus dem Ausland gesteuert werden und nicht vollständig in der lokalen Statistik erscheinen.
Insgesamt ermittelte die Polizei 9.540 Tatverdächtige. 76,34 Prozent waren männlich. 2.218 Tatverdächtige waren unter 21 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 20,45 Prozent. Die Zahl der unter 21-Jährigen ging im Vergleich zum Vorjahr um 267 zurück.
Von den insgesamt 9.540 ermittelten Tatverdächtigen hatten 3.778 keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von rund 39,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl damit um 178 Personen gesunken. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz bei dieser Betrachtung herausgerechnet werden, da diese ausschließlich von Nichtdeutschen begangen werden können und die Quote sonst verzerren würden.
Zu beachten ist zudem: Die Statistik erfasst Tatverdächtige, nicht Verurteilte. Außerdem basiert die Berechnung auf der amtlich gemeldeten Wohnbevölkerung. In einer Stadt mit hohem Anteil an Studierenden, Pendlern und Besuchern kann dies die statistische Relation beeinflussen.
Die Kriminalstatistik 2025 zeigt für Münster einen deutlichen Rückgang der registrierten Straftaten. Dieser wird jedoch maßgeblich durch weniger Diebstähle getragen. Gleichzeitig steigen Sexualdelikte weiter an, Bedrohungs- und Nachstellungsdelikte nehmen zu und der Fahrraddiebstahl bleibt mit mehr als 4.500 Fällen ein strukturelles Massenphänomen mit niedriger Aufklärungsquote. Die Sicherheitslage verbessert sich in der Summe – sie verändert sich jedoch in einzelnen Bereichen deutlich unterschiedlich.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu