
Münster. Wer sich in Münster länger in der Innenstadt aufhält, stößt schnell auf ein alltägliches Problem, das viele betrifft und doch lange wenig Aufmerksamkeit bekam. Öffentliche Toiletten sind rar, teils schwer auffindbar und häufig nur eingeschränkt nutzbar. Besonders für ältere Menschen, Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderungen stellt sich die Situation als spürbare Hürde dar. Aktuelle Berichte, unter anderem vom WDR, haben das Thema erneut in den Fokus gerückt und die Diskussion über die Verantwortung der Stadt neu entfacht.
Im direkten Innenstadtbereich von Münster gibt es derzeit lediglich drei öffentliche Toilettenanlagen. Zwei davon liegen im engeren Zentrum, doch nur eine dieser Anlagen ist barrierefrei nutzbar und diese schließt bereits um 18 Uhr. Wer abends unterwegs ist, muss auf private Angebote ausweichen oder weite Wege in Kauf nehmen. Die vorhandenen Anlagen sind darüber hinaus kaum ausgeschildert. Für Besucherinnen und Besucher von außerhalb ist es oft schwer, die Standorte zu entdecken, ehe sie unmittelbar davorstehen. Damit bleibt die Versorgung in der Innenstadt lückenhaft, obwohl Münster als Einkaufs-, Veranstaltungs- und Tourismusstandort täglich von vielen Menschen frequentiert wird.
Eine der zentralen öffentlichen Toiletten befindet sich unter dem Domplatz. Diese Anlage ist allerdings nur mittwochs und samstags geöffnet – den Tagen, an denen dort der Wochenmarkt stattfindet. Außerhalb dieser Zeiten ist sie nicht nutzbar. Der Zugang erfolgt zudem ausschließlich über eine steile Treppe, was die Nutzung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen unmöglich macht. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer können diese Toilette nicht erreichen. Bis 2023 stand dort noch eine moderne, selbstreinigende und barrierefreie Toilette zur Verfügung, die jedoch im Zuge des Auslaufens eines Betreibervertrags abgebaut wurde. Ersatzlösungen sind bislang nicht errichtet worden.
Als ergänzende Lösung verweist die Stadt Münster auf die App „Nette Toilette“, in der Gaststätten und öffentliche Gebäude aufgelistet sind, deren Toiletten kostenlos genutzt werden können. Laut Mitteilung der Stadt ist die App jedoch wenig bekannt, was besonders für Menschen ohne Smartphone eine praktische Hürde darstellt. Um die Situation langfristig zu verbessern, arbeitet die Verwaltung an einem Betreiberkonzept für neue öffentliche Toilettenanlagen. Dieses Konzept muss zunächst politisch beschlossen werden, bevor eine Ausschreibung erfolgen kann und weitere Schritte möglich sind. Einen konkreten Zeitplan für den Bau neuer Anlagen gibt es noch nicht.
Die aktuelle Diskussion knüpft an frühere Planungen der Stadt an. Bereits im August 2025 hatte die Verwaltung angekündigt, neue öffentliche Toilettenanlagen zu prüfen und zugleich das Angebot der sogenannten „Netten Toilette“ auszuweiten. Über diese Pläne hatte ms-aktuell.de damals ausführlich berichtet. Hintergrund dazu:
https://ms-aktuell.de/muenster/stadt-muenster-plant-neue-oeffentliche-toiletten-und-ausbau-der-netten-toilette/
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