Münsteraner Schülerteam erhält Sonderpreis bei Junior.ING

Münsteraner Schülerteam überzeugt beim Junior.ING-Landesfinale mit nachhaltiger Dachkonstruktion
Foto: Ingenieurkammer-Bau NRW

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Ein Schülerteam des Immanuel Kant Gymnasiums Münster ist beim Landesfinale des Wettbewerbs Junior.ING ausgezeichnet worden. Wie die Ingenieurkammer-Bau NRW mitteilt, erhielt das Modell „NachgeDACHt“ am 29. April 2026 im Stadion an der Hafenstraße in Essen einen Sonderpreis der Jury. Damit gehört die Münsteraner Gruppe zu den Teams, die beim landesweiten Technik Wettbewerb NRW besonders hervorgehoben wurden.

Sonderpreis für das Immanuel Kant Gymnasium Münster

Karlotta, Mahdiya und Sara vom Immanuel Kant Gymnasium Münster überzeugten die Jury mit ihrem Modell „NachgeDACHt“. Die Konstruktion wurde nicht als Gesamtsiegerin des Wettbewerbs ausgezeichnet, erhielt aber einen Sonderpreis für eine besonders filigrane, ästhetische und nachhaltige Lösung. Gerade diese Einordnung ist wichtig, weil die Landessiegerinnen und Landessieger in diesem Jahr aus Oberhausen und Solingen kommen.

Nach Angaben der Ingenieurkammer-Bau NRW basiert das Münsteraner Modell auf einem klar erkennbaren Tragwerk aus aussteifenden Dreiecken. Diese Struktur macht sichtbar, wie Kräfte innerhalb der Konstruktion weitergeleitet werden. Zugleich setzt das Team auf eine reduzierte Bauweise aus Balsaholz, wodurch Material effizient eingesetzt wird. Deshalb würdigte die Jury nicht nur die gestalterische Wirkung, sondern auch den nachhaltigen Ansatz.

Das Wettbewerbsthema lautete „Arena, gut überDACHt“. Die Schülerinnen und Schüler sollten eine Überdachung für eine Freiluftarena entwerfen und als Modell bauen. Dabei ging es nicht allein um eine kreative Idee. Die Konstruktionen mussten auch technische Anforderungen erfüllen, etwa eine definierte Last tragen und einer simulierten Windbelastung standhalten. Für den Schülerwettbewerb Münster ist die Auszeichnung deshalb ein sichtbares Beispiel dafür, wie gestalterische Ideen und technisches Verständnis zusammenfinden können.

Landesfinale fand im Stadion an der Hafenstraße statt

Das Landesfinale wurde am 29. April 2026 im Stadion an der Hafenstraße in Essen ausgetragen. Dort präsentierten die besten Schulteams aus Nordrhein-Westfalen ihre Modelle. Bewertet wurden unter anderem Tragfähigkeit, Konstruktion, Gestaltung und die Frage, ob ein Entwurf grundsätzlich realistisch umsetzbar wäre. Dadurch mussten die Teilnehmenden nicht nur sauber bauen, sondern ihre Ideen auch nachvollziehbar erklären.

In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich in diesem Jahr 140 Teams an Junior.ING. Davon traten 69 Gruppen in der jüngeren Alterskategorie bis einschließlich Klasse 8 an, während 71 Teams in der älteren Kategorie ab Klasse 9 starteten. Insgesamt arbeiteten mehr als 400 Schülerinnen und Schüler an ihren Modellen. Nach Angaben der Ingenieurkammer-Bau NRW kamen dabei mehr als 2.600 Stunden Planungs- und Bauzeit zusammen.

Die Aufgabe zeigte, wie anspruchsvoll technische Bildung bereits im Schulalter sein kann. Denn eine Arenaüberdachung muss leicht wirken, stabil bleiben und Lasten sicher ableiten. Außerdem müssen Material, Form und Funktion zusammenpassen. Genau diese Verbindung macht den Wettbewerb für Schulen relevant, weil er Naturwissenschaften, Gestaltung und praktisches Arbeiten miteinander verbindet.

Siegerteams fahren zum Bundesfinale nach Berlin

Die Landessieger des Wettbewerbs vertreten Nordrhein-Westfalen am 19. Juni 2026 beim Bundesfinale in Berlin. In der jüngeren Alterskategorie bis einschließlich Klasse 8 setzte sich ein Team des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums aus Oberhausen durch. Hannah, Greta und Marie gewannen mit dem Modell „Flower of Life“. Der Entwurf interpretiert eine Blütenstruktur als Tragwerk. Fünf miteinander verflochtene Dachsegmente bilden das Hauptdach, während zusätzliche Pylone Kräfte über gespannte Elemente in den Boden ableiten.

Den zweiten Platz in dieser Altersklasse belegte Benedikt von der Freien Schule Bochum mit dem Modell „Das Bentheon“. Die Konstruktion überspannt die Tribüne mit wenigen Auflagerpunkten und verbindet eine filigrane Bauweise mit Stabilität. Auf Platz drei kamen Luisa, Nora und Jana vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Oberhausen mit dem Modell „Maple-Leaf“. Hier ist das Dach einem Ahornblatt nachempfunden, dessen Blattadern als tragende Struktur dienen.

In der älteren Alterskategorie ab Klasse 9 gewannen Valentin und Leon von der Friedrich-Albert-Lange-Schule in Solingen. Ihr Modell „Flying Reef“ besteht aus rund 120 miteinander verbundenen Papierpyramiden. Durch zusätzliche Dreiecksverbindungen entsteht eine leichte, organisch wirkende Struktur, die an ein schwebendes Korallenriff erinnert.

Weitere Platzierungen zeigen die Bandbreite der Entwürfe

Auch in der älteren Altersgruppe wurden mehrere Arbeiten besonders hervorgehoben. Den zweiten Platz belegten Elisabeth und Max vom Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg mit dem Modell „Xaverianer“. Ihr Dach folgt dem Prinzip einer Kuppel. Eine Viertelkugel überspannt die Tribüne und verteilt die Lasten gleichmäßig über die Oberfläche. Ergänzt wird die Konstruktion durch ein vorgelagertes Element, das zusätzlichen Schutz bietet.

Auf den dritten Platz kamen Franziska, Aaron und Sofia vom Don-Bosco-Gymnasium Essen mit ihrem Modell „Yvyra-pò“. Die Überdachung ist von Baumkronen inspiriert. Mehrere blattförmige Elemente stützen sich gegenseitig und bilden ein tragfähiges System ohne dominierende Hauptträger. Dadurch entsteht nicht nur Stabilität, sondern auch ein Lichtspiel, das an ein natürliches Blätterdach erinnert.

Die unterschiedlichen Entwürfe zeigen, dass der Wettbewerb nicht nur technische Präzision verlangt. Gleichzeitig geht es um Ideen, Formen und die Fähigkeit, ein Tragwerk verständlich zu machen. Deshalb stehen im Landesfinale sehr verschiedene Lösungswege nebeneinander. Für das Immanuel Kant Gymnasium Münster bedeutet der Sonderpreis, dass sich das eigene Modell in diesem starken Teilnehmerfeld sichtbar behaupten konnte.

Junior.ING soll Interesse an Ingenieurtechnik wecken

Junior.ING ist ein Wettbewerb der Bundesingenieurkammer und der 16 Länderingenieurkammern. In Nordrhein-Westfalen richtet ihn die Ingenieurkammer-Bau NRW aus. Die Schirmherrschaft liegt beim Ministerium für Schule und Bildung. Bundesweit zählt Junior.ING nach Angaben der Kammer zu den größten Schülerwettbewerben in Deutschland.

Ziel ist es, junge Menschen früh für Naturwissenschaften, Technik und den Beruf des Bauingenieurs oder der Bauingenieurin zu interessieren. Gerade der Bau von Modellen macht technische Zusammenhänge greifbar. Schülerinnen und Schüler müssen überlegen, welche Form stabil ist, wie Lasten abgeleitet werden und welche Materialien sinnvoll eingesetzt werden können. Dadurch entsteht ein praktischer Zugang zu Themen, die sonst oft abstrakt bleiben.

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