Neue Technik am UKM soll Zelltherapien für krebskranke Kinder verbessern

Neue Technik am UKM soll Zelltherapien für krebskranke Kinder verbessern
Symbolbild, mit KI erstellt

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Münster. Eine Spende über 500.000 Euro stärkt die Kinderkrebsforschung in Münster. Der Verein Kinderkrebshilfe Münster finanziert damit ein hochmodernes Forschungsgerät für die Arbeitsgruppe von Prof. Claudia Rössig am Universitätsklinikum Münster. Die sogenannte MACSima-Technologie soll helfen, die Reaktion von Tumoren auf neuartige Zelltherapien genauer zu verstehen und bestehende Behandlungen weiterzuentwickeln.

Das Gerät ermöglicht detaillierte Untersuchungen von Tumorgewebe. Forschende können dadurch erkennen, wie verschiedene Zelltypen im Gewebe verteilt sind und wie Tumorzellen mit dem Immunsystem wechselwirken. Nach Angaben des UKM soll die Technik insbesondere bei der Erforschung solider Tumorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden.

Forschungsgerät macht Vorgänge im Tumorgewebe sichtbar

Das Team um Claudia Rössig, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, arbeitet an innovativen Zelltherapien für junge Patientinnen und Patienten. Solche Therapien sollen körpereigene Abwehrzellen gezielt dazu befähigen, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Bei soliden Tumoren stoßen diese Immunzellen jedoch häufig auf besondere Hindernisse.

Mit dem neuen MACSima-Gerät wollen die Forschenden untersuchen, welche Barrieren innerhalb eines Tumors den Angriff des Immunsystems behindern. Die Technologie basiert auf einer vollautomatischen Immunfluoreszenz-Bildgebung. Dabei werden bestimmte Bestandteile und Zelltypen im Gewebe durch fluoreszierende Markierungen sichtbar gemacht. Entscheidend ist, dass die Zellen nicht nur einzeln untersucht werden. Vielmehr lässt sich auch ihre räumliche Anordnung innerhalb des Tumorgewebes analysieren.

Dadurch können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise erkennen, welche Immunzellen in die Nähe der Tumorzellen gelangen und welche Bereiche des Gewebes für die Abwehrzellen nur schwer erreichbar sind. Solche Informationen könnten erklären, weshalb eine Zelltherapie bei einzelnen Betroffenen besser wirkt als bei anderen.

Rössig erklärte laut Mitteilung des UKM, dass die neue Technik komplexe Wechselwirkungen zwischen dem Tumor und dem Immunsystem sichtbar machen könne. Dadurch lasse sich besser nachvollziehen, welche Faktoren über den Erfolg einer Behandlung entscheiden. Dieses Wissen sei wichtig, um die Therapien gezielt zu verbessern und künftig mehr Kindern und Jugendlichen helfen zu können.

Zelltherapie wird bereits in einer klinischen Studie eingesetzt

Seit zwei Jahren behandelt das UKM nach eigenen Angaben Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland im Rahmen einer klinischen Studie mit einer neuartigen Zelltherapie. Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen mit soliden Tumoren. Anders als Blutkrebserkrankungen bilden diese Krebsarten feste Tumorgewebe, deren Umgebung einen erfolgreichen Angriff durch Immunzellen erschweren kann.

Die neue Bildgebung soll nun zusätzliche Erkenntnisse aus den Gewebeproben liefern. Dadurch kann das Forschungsteam untersuchen, welche Bedingungen innerhalb eines Tumors den Behandlungserfolg beeinflussen. Auf dieser Grundlage könnten Zelltherapien künftig besser an die Eigenschaften bestimmter Tumorerkrankungen angepasst werden.

Das von der Kinderkrebshilfe Münster finanzierte Gerät wird im neuen Body & Brain Institute Münster eingesetzt. Das Forschungszentrum gehört zur Medizinischen Fakultät der Universität Münster und soll verschiedene medizinische Forschungsfelder miteinander verbinden. Die MACSima-Technologie steht dort nicht ausschließlich der Arbeitsgruppe von Rössig zur Verfügung. Auch andere Forschungsteams aus der Kinderonkologie sollen das Gerät für ihre Projekte nutzen können.

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