Preußen Münster gerät auf Schalke früh ins Hintertreffen und verliert klar

Münster gegen Schalke 2. Bundesliga
Orchi, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Gelsenkirchen. Preußen Münster hat beim FC Schalke 04 eine deutliche Niederlage kassiert. Beim 1:4 in Gelsenkirchen war der SCP über weite Strecken klar unterlegen, stand von Beginn an unter hohem Druck und fand nur selten in die Partie. Bereits vor der Pause setzte sich das Übergewicht der Gastgeber auch im Ergebnis durch. Nach dem Seitenwechsel baute Schalke die Führung weiter aus, ehe Shin Yamada in der Schlussphase noch der Ehrentreffer für Münster gelang. Für den Tabellenkeller ist das Ergebnis ein weiterer Rückschlag.

Schenk hält Münster lange im Spiel, doch Schalke drückt früh auf die Führung

Schon in den ersten Minuten war zu erkennen, wie schwer diese Auswärtsaufgabe für Preußen Münster werden würde. Schalke spielte mit viel Tempo an, kam über die Außen immer wieder hinter die erste Pressinglinie des SCP und erzeugte früh Abschlusssituationen. Kenan Karaman und Moussa Sylla sorgten bereits in der Anfangsphase für Unruhe, dazu musste Münster mehrfach nach Ecken klären. Johannes Schenk rückte früh in den Mittelpunkt und verhinderte mit mehreren Paraden zunächst den Rückstand. Unter anderem gegen einen Kopfball von Timo Becker und bei weiteren gefährlichen Bällen im Strafraum hielt der Torwart seine Mannschaft in dieser Phase im Spiel.

Münster bekam kaum Ruhe in den eigenen Aufbau. Immer wieder landeten Pässe unter Druck beim Gegner oder wurden unpräzise gespielt, sodass Schalke sofort wieder in Ballbesitz kam. Die Gäste hatten zwar einzelne Vorstöße, etwa nach einer Standardsituation und über Jano ter Horst, doch insgesamt spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in Richtung Münsteraner Tor ab. Nach gut einer halben Stunde wurde die Schalker Überlegenheit dann auch auf der Anzeigetafel sichtbar. Ein Ballverlust in der eigenen Hälfte leitete den Angriff ein, am Ende köpfte Kenan Karaman zur verdienten Führung ein. Für den SCP war das ein Wirkungstreffer, weil sich schon zuvor angedeutet hatte, dass Schalke dem 1:0 deutlich näher war.

Vor der Pause fällt noch das Eigentor, Münster kommt kaum zu Entlastung

Mit dem Rückstand wurde die Aufgabe für Preußen Münster noch komplizierter. Schalke blieb aggressiv gegen den Ball, gewann viele zweite Bälle und zwang den SCP weiter zu Fehlern im Passspiel. Münster schaffte es kaum, längere Ballbesitzphasen aufzubauen oder die eigenen Angreifer in aussichtsreiche Situationen zu bringen. Yassine Bouchama setzte sich einmal im Strafraum durch, doch insgesamt blieben klare Offensivmomente die Ausnahme. Die Gastgeber dagegen hielten den Druck hoch, kamen weiter zu Abschlüssen und hätten schon vor der Pause erhöhen können.

Kurz vor dem Seitenwechsel fiel dann das 2:0. Nach einer Ecke entstand erneut Gefahr im Münsteraner Strafraum, und am Ende landete der Ball über ein unglückliches Eigentor von Jannis Heuer im Netz. Damit war der Spielverlauf auch im Ergebnis sehr klar abgebildet. Zur Halbzeit musste Münster froh sein, noch nicht deutlicher zurückzuliegen, weil Schalke bereits vorher weitere gute Möglichkeiten gehabt hatte. Für den SCP sprach zu diesem Zeitpunkt vor allem, dass Johannes Schenk mit seinen Paraden Schlimmeres verhindert hatte.

Auch nach der Pause bleibt Schalke überlegen und bestraft Münsters Unsicherheiten

Trainer Alois Schwartz reagierte zur zweiten Halbzeit personell und brachte Marvin Schulz sowie Imad Rondic. Doch der erhoffte Impuls hielt nicht lange vor, weil Schalke direkt wieder das Kommando übernahm. Die Gastgeber setzten sich früh im zweiten Durchgang erneut in der Münsteraner Hälfte fest, und schon in der 51. Minute fiel die Vorentscheidung. Über die rechte Seite spielte Schalke den Angriff sauber aus, Adil Aouchiche kam zum Abschluss, und obwohl Schenk noch am Ball war, rutschte dieser dennoch über die Linie. Das 3:0 war aus Münsteraner Sicht besonders bitter, weil der Torwart bis dahin der stärkste Spieler seiner Mannschaft gewesen war.

Trotzdem versuchte der SCP zumindest kurz, sich gegen das drohende Debakel zu stemmen. In dieser Phase hatte Charalampos Makridis die beste Münsteraner Gelegenheit des Spiels, als er frei im Strafraum zum Abschluss kam. Loris Karius reagierte jedoch stark und verhinderte das mögliche 1:3, das dem Spiel vielleicht noch einmal einen anderen Ton hätte geben können. Stattdessen blieb Schalke die klar bessere Mannschaft. Münster wirkte im Aufbau weiter anfällig, verlor zu viele Bälle im eigenen Drittel und bekam kaum Zugriff auf die Offensivspieler der Gastgeber.

Das 4:0 in der 67. Minute war folgerichtig. Schalke spielte den Angriff über die rechte Seite mit viel Ruhe aus, Karaman legte per Kopf quer, und Moussa Sylla musste den Ball nur noch einschieben. Spätestens mit diesem Treffer war die Partie endgültig entschieden. Auch die weiteren Wechsel auf beiden Seiten änderten nichts mehr an den Kräfteverhältnissen. Schalke kontrollierte das Geschehen, ließ Ball und Gegner laufen und spielte den Vorsprung souverän herunter.

Yamadas Premierentor ist der einzige Lichtblick eines ernüchternden Nachmittags

Immerhin gelang Preußen Münster in der Schlussphase noch ein kleiner positiver Moment. Nach einer Flanke von Jano ter Horst köpfte der eingewechselte Shin Yamada in der 82. Minute zum 1:4 ein. Für den Angreifer war es das erste Tor im Trikot des SCP und damit einer der wenigen erfreulichen Aspekte aus Münsteraner Sicht. Am Gesamteindruck des Spiels änderte dieser Treffer allerdings nichts. Zu groß war der Unterschied zwischen beiden Mannschaften an diesem Nachmittag, zu deutlich waren Schalkes Vorteile in Tempo, Präsenz und Durchschlagskraft.

Hinzu kam, dass Münster auch in der Endphase mehr mit Defensivarbeit als mit einer echten Aufholjagd beschäftigt war. Torge Paetow und Marvin Schulz sahen noch Gelbe Karten, während Schalke die Partie ohne größere Probleme zu Ende brachte. Vor ausverkauftem Haus mit 62.077 Zuschauern lieferte der Spitzenreiter einen überzeugenden Auftritt ab, während Preußen Münster in nahezu allen entscheidenden Phasen hinterherlief.

Für den SCP ist diese Niederlage nicht nur wegen der Höhe schmerzhaft. Sie zeigt auch, wie schmal der Spielraum im Tabellenkeller inzwischen geworden ist. Münster war beim Ligaprimus zwar Außenseiter, doch die Art und Weise, wie das Spiel über weite Strecken verlief, wird die Verantwortlichen beschäftigen. Die Mannschaft kam kaum in die Zweikämpfe, fand kein Mittel gegen das Schalker Pressing und entwickelte offensiv zu wenig Gefahr. Der späte Treffer von Yamada ist deshalb eher Randnotiz als Wendepunkt. Entscheidend bleibt, dass Preußen Münster im Abstiegskampf schnell wieder zu Stabilität und Punkten finden muss.

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