
Münster. Der Rat der Stadt Münster hat den Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 erneut beschlossen. Die Entscheidung fiel am Mittwoch, 20. Mai 2026, und bestätigt den bereits am 25. März gefassten Haushaltsbeschluss. Nötig wurde die Wiederholung nicht wegen inhaltlicher Änderungen, sondern wegen eines Verfahrensfehlers: Die Stadt hatte die formale Bekanntmachung des Haushaltsentwurfs samt Frist für Anregungen und Einwendungen im Amtsblatt zunächst versäumt. Diese Bekanntmachung wurde nachgeholt, die Einwendungsfrist lief bis zum 15. Mai. Nach Angaben der Stadt ergab sich daraus kein weiterer Änderungsbedarf am Zahlenwerk.
Für das Haushaltsjahr 2026 umfasst der Etat rund 1,73 Milliarden Euro. Das sind etwa 33,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Für 2027 steigen die geplanten Aufwendungen noch einmal um 17,1 Millionen Euro auf rund 1,75 Milliarden Euro. Damit legt der Rat die finanzielle Grundlage für zwei Jahre fest. Der Doppelhaushalt soll zugleich Planungssicherheit schaffen, weil sich der übliche Haushaltsrhythmus durch die Kommunalwahl 2025 verschoben hatte.
Politisch entscheidend ist dabei weniger die reine Größe des Etats als die Frage, ob Münster seine finanzielle Eigenständigkeit behält. Nach Darstellung der Stadt gehört Münster weiterhin zu den Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die trotz der angespannten Lage der kommunalen Haushalte nicht in die Haushaltssicherung rutschen. Das bedeutet: Die Stadt kann ihre Finanzplanung weiterhin eigenverantwortlich gestalten und muss kein Haushaltssicherungskonzept vorlegen.
Der neue Haushalt ist dennoch kein Zeichen finanzieller Entspannung. Für 2026 rechnet die Stadt mit einem Defizit von rund 46,8 Millionen Euro, für 2027 mit rund 37,9 Millionen Euro. Auch in der mittelfristigen Planung bis 2030 bleiben die Jahresfehlbeträge deutlich. Die Verwaltung hatte zur Stabilisierung der Finanzen ursprünglich 100 Maßnahmen vorgeschlagen. Die Politik griff davon Maßnahmen mit einem Volumen von 26,1 Millionen Euro auf.
Damit wird deutlich: Münster vermeidet zwar die Haushaltssicherung, muss aber weiter gegen strukturelle Belastungen arbeiten. Zu den größten Kostentreibern zählen Sozialleistungen, Jugendhilfe, Kita-Finanzierung und andere Transferaufwendungen. Für diese Leistungen sind 2026 rund 899,1 Millionen Euro und 2027 rund 912,4 Millionen Euro vorgesehen. Das ist mehr als die Hälfte der städtischen Ausgaben.
Auf der Einnahmeseite rechnet Münster 2026 mit Erträgen von rund 1,68 Milliarden Euro, 2027 mit rund 1,71 Milliarden Euro. Die wichtigste einzelne Einnahmequelle bleibt die Gewerbesteuer. Für beide Haushaltsjahre kalkuliert die Stadt mit jeweils rund 385 Millionen Euro. Damit bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Münster ein zentraler Faktor für die finanzielle Stabilität der Stadt.
Gleichzeitig zeigt der Haushalt, wie eng der Spielraum geworden ist. Viele Aufgaben, die Städte erfüllen müssen, werden durch bundes- oder landesrechtliche Vorgaben geprägt. Wenn Kosten in diesen Bereichen steigen, kann der Rat sie nur begrenzt steuern. Genau deshalb sind kommunale Haushalte bundesweit unter Druck. Münster steht im Vergleich noch solide da, aber auch hier reichen einzelne Sparbeschlüsse nicht aus, um die strukturelle Lücke dauerhaft zu schließen.
Mit dem erneuten Ratsbeschluss ist der politische Teil des Verfahrens erledigt. Nun kommt es auf die Kommunalaufsicht an. Die Stadt hatte bereits vor der Wiederholung des Beschlusses erklärt, sie rechne nach dem erneuten Ratsvotum mit einem schnellen Abschluss des Genehmigungsverfahrens und einer zeitnahen Inkraftsetzung des Haushalts.
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