Polizei sucht neue Hinweise nach Vorfall im Ueckermünder Wahlkampf

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Kriminalpolizei Anklam ruft erneut Zeugen auf

Die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Schussvorfall im Ueckermünder Bürgermeisterwahlkampf laufen weiter. Die Kriminalpolizei Anklam sucht nun erneut Zeugen, die am Abend des 21. März 2026 im Bereich Berndshof und angrenzender Straßen Beobachtungen gemacht haben könnten. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg geht es um Hinweise zum Ablauf eines Geschehens, das von Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin als Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts geführt wird.

Besonders angesprochen sind Personen, die sich zwischen 19 und 21 Uhr im Bereich des Gewerbegebiets Industriehafen Berndshof, der Ziegeleistraße oder der Belliner Straße nahe der HEM-Tankstelle aufgehalten haben. Die Polizei fragt nach möglichen Beobachtungen zu Fahrzeugen, Personen oder verdächtigen Geräuschen, die Schussgeräuschen ähnelten. Auch ein Fahrradfahrer, der sich nach bisherigen Ermittlungen in diesem Zeitraum in dem Bereich aufgehalten haben soll, wird gebeten, sich zu melden.

Ausgangspunkt waren zwei Knallgeräusche in Berndshof

Der Vorfall hatte sich nach Polizeiangaben am Abend des 21. März in Berndshof, einem Ortsteil von Ueckermünde, ereignet. Ein dortiger Bewohner hatte zwei Knallgeräusche gemeldet, die er sich als Schüsse erklärte. Bei dem Betroffenen handelte es sich laut gemeinsamer Mitteilung von Staatsanwaltschaft Neubrandenburg und Polizeipräsidium Neubrandenburg um einen Kandidaten der Bürgermeisterwahl in Ueckermünde im April 2026.

Die Kriminalpolizeiinspektion Anklam nahm daraufhin Ermittlungen gegen Unbekannt wegen versuchten Totschlags auf. Ein möglicher politischer Hintergrund sowie die genauen Umstände sollten nach damaligem Stand geprüft werden. Die Behörden teilten zugleich mit, dass auch mögliche Zusammenhänge mit weiteren Vorkommnissen in jüngerer Vergangenheit untersucht würden.

Meik von Deetzen wurde nach Angaben der Stadt als Betroffener genannt

Die Polizei nannte den betroffenen Kandidaten in ihrer ursprünglichen Mitteilung aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Die Stadt Ueckermünde teilte später in einer Meldung zum Wahlkampf mit, nach Bestätigung des Betroffenen handele es sich um den parteilosen Kandidaten Meik von Deetzen. Damit wurde der Vorfall öffentlich mit einem der sieben Bewerber der Bürgermeisterwahl verbunden.

Für die weitere Berichterstattung ist diese Unterscheidung wichtig: Amtlich gesichert ist, dass ein Kandidat betroffen war und wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird. Die Einordnung als Schüsse beruht auf der Wahrnehmung von Knallgeräuschen und ist Gegenstand der Ermittlungen. Ob tatsächlich geschossen wurde, welche Waffe oder welches Mittel verwendet worden sein könnte und ob ein politisches Motiv vorlag, ist nach den vorliegenden Behördenangaben nicht abschließend geklärt.

Wahlkampf war von mehreren Vorfällen überschattet

Der Zeugenaufruf steht in einem ungewöhnlich angespannten kommunalpolitischen Umfeld. Bereits am 22. März, also einen Tag nach dem Polizeieinsatz in Berndshof, wurde in Ueckermünde ein Funkstreifenwagen beschädigt. Das Fahrzeug stand nach Polizeiangaben in der Straße An der Volksbühne vor dem Kino, wo es eine Wahlkampfveranstaltung der Bürgermeisterkandidaten absicherte. Eine unbekannte Person warf demnach mit einem Stein die hintere linke Seitenscheibe ein. Zwei Polizeibeamte saßen im Wagen und blieben unverletzt. Der Schaden wurde auf etwa 500 Euro beziffert.

Auch weitere Vorkommnisse im Umfeld des Wahlkampfs wurden öffentlich bekannt, darunter Sachbeschädigungen im Zusammenhang mit einem anderen Kandidaten. Die Polizei hatte bereits im März erklärt, mögliche Zusammenhänge mit jüngsten Vorfällen zu prüfen. Belastbare Angaben dazu, ob die Fälle miteinander verbunden sind, liegen nach dem derzeit öffentlich bekannten Stand nicht vor.

Bürgermeisterwahl führte zunächst in die Stichwahl

Die Bürgermeisterwahl in Ueckermünde fand am 12. April 2026 statt. Im ersten Wahlgang traten sieben Kandidaten an. Karsten Berndt erreichte 33,8 Prozent, Tino Spiegelberg 20,9 Prozent. Meik von Deetzen kam nach dem amtlichen Endergebnis auf 331 Stimmen und damit 8,9 Prozent. Da keiner der Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, wurde eine Stichwahl notwendig.

Diese Stichwahl gewann Tino Spiegelberg am 26. April 2026 mit 54,2 Prozent der Stimmen gegen Karsten Berndt, der 45,8 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung lag in der Stichwahl bei 44,7 Prozent.

Hinweise an Polizei oder Onlinewache

Wer Angaben zu dem Geschehen vom 21. März machen kann, soll sich nach Angaben der Polizei über den Notruf 110, über die Onlinewache der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Im Mittelpunkt stehen Beobachtungen aus dem Zeitraum zwischen 19 und 21 Uhr in Berndshof, an der Ziegeleistraße und im Bereich der Belliner Straße nahe der HEM-Tankstelle.

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