Rutte und Merz kommen nach Münster: Prinzipalmarkt stundenlang dicht

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Michael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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Münster. Am 1. Oktober richtet sich viel Aufmerksamkeit auf Münsters Innenstadt: NATO-Generalsekretär Mark Rutte nimmt im Historischen Rathaus den Westfälischen Friedenspreis für das Bündnis entgegen, Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. Gleichzeitig sind rund um die Veranstaltung fünf Versammlungen angezeigt. Für die Polizei bedeutet das einen umfangreichen Einsatz – und für Besucher der Innenstadt stundenlange Sperrungen rund um den Prinzipalmarkt.

Prinzipalmarkt von 10.30 bis 18.30 Uhr gesperrt

Wegen des Westfälischen Friedenspreises in Münster wird der Prinzipalmarkt am Donnerstag, 1. Oktober, ab etwa 10.30 Uhr bis voraussichtlich 18.30 Uhr grundsätzlich gesperrt. Geschäfte und Praxen sollen dennoch erreichbar bleiben. Fußgänger können nach Angaben der Polizei unter den Arkaden auf der dem Rathaus gegenüberliegenden Seite aus Richtung Rothenburg und Lambertikirche bis zum Michaelisplatz gelangen. Auch für Radfahrer wird es Einschränkungen geben.

Die Polizei empfiehlt allen, die an diesem Tag in die Innenstadt wollen, zusätzliche Zeit einzuplanen. Wer Termine wahrnehmen muss, sollte mit Verzögerungen rechnen. Ab Montag, 28. September, wird zudem zwischen 8 und 16 Uhr ein Bürgertelefon unter der Nummer 0251/275-1112 eingerichtet. Dort beantwortet die Polizei Fragen rund um den Einsatztag.

Mark Rutte nimmt Friedenspreis für die NATO entgegen

Anlass für die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen ist die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens im Historischen Rathaus. Der Hauptpreis geht in diesem Jahr an die NATO. Generalsekretär Mark Rutte nimmt die Auszeichnung stellvertretend für das Bündnis entgegen. Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio.

Neben der NATO wird das internationale Jugendnetzwerk socioMovens – Giving Europe a Soul ausgezeichnet. Die Laudatio auf den Jugendpreisträger übernimmt Kardinal Michael Czerny. Der Westfälische Friedenspreis wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergeben und knüpft an den Westfälischen Frieden von 1648 an.

Fünf Versammlungen in Münsters Innenstadt angemeldet

Zusätzlich zur Preisverleihung sind nach Angaben der Polizei derzeit fünf Versammlungen rund um den Veranstaltungsort angezeigt. Nicht alle fünf lassen sich bislang anhand öffentlich zugänglicher Ankündigungen eindeutig bestimmten Gruppen oder Aktionen zuordnen. Fest steht aber, dass mehrere Protestveranstaltungen gegen die Auszeichnung der NATO geplant sind.

Unter dem Motto „Frieden statt NATO“ wird zu einer Kundgebung im unmittelbaren Umfeld des Historischen Rathauses aufgerufen. Als Redner beziehungsweise Mitwirkende werden von den Veranstaltern unter anderem die frühere Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen, der Europaabgeordnete Martin Sonneborn, Schauspielerin Christine Prayon und der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele angekündigt.

Auch die Friedensinitiative Münster kündigt gemeinsam mit DFG-VK, pax christi und DGB Münster eine weitere Protestveranstaltung an. Nach den veröffentlichten Planungen soll es einen Demonstrationszug in Richtung Prinzipalmarkt geben. Diese öffentlich angekündigten Veranstaltungen bilden allerdings nur einen Teil der insgesamt fünf von der Polizei genannten Versammlungen ab.

NATO-Auszeichnung wird kontrovers diskutiert

Die Entscheidung, den Westfälischen Friedenspreis an die NATO zu vergeben, hat bereits Monate vor der eigentlichen Verleihung unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Die WWL begründet die Auszeichnung mit der Bedeutung des Bündnisses für kollektive Sicherheit und internationale Zusammenarbeit. Teile der Friedensbewegung kritisieren dagegen grundsätzlich, dass ein Militärbündnis einen Friedenspreis erhält.

Die Debatte beschäftigt Münster bereits seit dem Frühjahr. Im Mai veranstaltete die WWL einen öffentlichen Bürgerdialog zur Frage „Was braucht Frieden heute?“. Nach Angaben des Veranstalters nahmen rund 150 Menschen daran teil und diskutierten unterschiedliche Sichtweisen auf Sicherheit, militärische Abschreckung und Friedenspolitik.

Aus Protest gegen die NATO-Auszeichnung ist außerdem ein „Alternativer Westfälischer Friedenspreis“ angekündigt worden. Die Friedensinitiative Münster will damit die Organisation Connection e.V. auszeichnen, die sich für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure engagiert.

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