Millionenüberschuss und Milliardenpläne: Stadtwerke Münster ziehen Bilanz

Warum Haushalte in Münster künftig weniger für Strom und Gas zahlen – und weshalb das Preisniveau trotzdem hoch bleibt
Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, Hafenplatz, Stadtwerke -- 2015 -- 5950” / CC BY-SA 4.0
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Münster. Die Stadtwerke Münster haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 13,7 Millionen Euro abgeschlossen. Ein großer Teil davon fließt an die Stadt: 10,6 Millionen Euro schüttet die größte städtische Tochtergesellschaft an den kommunalen Haushalt aus. Zugleich kündigt der Konzern ein umfangreiches Investitionsprogramm an. Bis 2030 sollen rund eine Milliarde Euro in Energie, Wärme, Glasfaser und Mobilität fließen.

„Der Beitrag der Stadtwerke Münster ist und bleibt darüber hinaus eine wichtige Säule für den städtischen Haushalt“, sagt Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung. Strategisch setzt der Konzern vor allem auf Erneuerbare Energien, klimafreundliche Wärme, Elektrifizierung im Verkehr und den Ausbau zukunftsfester Netze.

13,7 Millionen Euro Jahresüberschuss für 2025

Das Ergebnis der Stadtwerke Münster fällt 2025 deutlich positiv aus. Nach Angaben des Unternehmens lag der Jahresüberschuss bei 13,7 Millionen Euro. Davon werden 10,6 Millionen Euro an die Stadt Münster ausgeschüttet. Für den kommunalen Haushalt bleibt der Versorger damit ein wichtiger Faktor.

Gleichzeitig investierten die Stadtwerke im vergangenen Jahr 59,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende bei 35,8 Prozent. Finanziert werden die kommenden Projekte unter anderem über den Kapitalmarkt, strategische Partnerschaften, Gesellschafterdarlehen, Green Bonds und interne Effizienzmaßnahmen.

Eine Milliarde Euro für Energie, Wärme und Glasfaser

Besonders groß sind die Pläne bis 2030. „Rund eine Milliarde Euro werden die Stadtwerke Münster bis 2030 investieren“, sagt Jurczyk. Das Geld soll vor allem in neue Windenergieanlagen, Anlagen für erneuerbare Fernwärme und das Glasfasernetz fließen.

Der Konzern sieht darin nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Versorgungssicherheit. Energieversorgung und Mobilität sollen schrittweise unabhängiger von importierten fossilen Brennstoffen, schwankenden Märkten und internationalen Krisen werden. Damit verbinden die Stadtwerke wirtschaftliche Stabilität mit der lokalen Energiewende.

Mehr Fahrgäste und weniger Diesel im Busverkehr

Auch im Nahverkehr legten die Stadtwerke 2025 zu. Die Stadtbusse fuhren 9 Millionen Kilometer. Das entspricht einem Plus von 17,2 Prozent. Die Zahl der Fahrgäste stieg um 4,4 Prozent auf 33,3 Millionen. Geschäftsführer Frank Gäfgen verweist dabei auf den laufenden Ausbau des Angebots und den 4. Nahverkehrsplan der Stadt Münster.

Ein immer größerer Teil der Busflotte fährt elektrisch. Neben 97 E-Bussen der Stadtwerke setzen inzwischen auch erste Partnerunternehmen Elektrobusse ein. Der Dieselverbrauch ist deutlich gesunken: 2017 benötigte die Busflotte noch mehr als 2,6 Millionen Liter Diesel, 2025 waren es 540.000 Liter.

Wettbewerb belastet Strom- und Gasgeschäft

Im klassischen Strom- und Gasvertrieb war das Jahr für die Stadtwerke schwieriger. Der Wettbewerb blieb intensiv. Die Stadtwerke lieferten 15,4 Prozent weniger Strom und 0,7 Prozent weniger Gas an Kunden als im Vorjahr. Auch die Erlöse gingen über Strom, Gas und Fernwärme hinweg zurück, was das Unternehmen mit günstigeren Endkundenpreisen erklärt.

Bei der Fernwärme konnten die Stadtwerke dagegen Kunden hinzugewinnen. Die Absatzmenge stieg leicht um 0,7 Prozent. Der Trinkwasserverbrauch in Münster nahm nach Angaben des Unternehmens um 2,4 Prozent zu.

Windenergie-Projekte kommen voran

Bei den Erneuerbaren Energien sieht sich der Konzern auf Kurs. 2025 gingen in Südlohn drei Windenergieanlagen mit 17 Megawatt Leistung ans Netz. In Lemgo wurde eine weitere Anlage errichtet, die im Mai 2026 in Betrieb ging. Ebenfalls im Mai nahm das Unternehmen seine bisher leistungsstärkste Photovoltaikanlage auf einer landwirtschaftlichen Freifläche in Münster in Betrieb.

Weitere Windenergieprojekte sind bereits genehmigt. Dazu gehören sechs Anlagen in Sendenhorst, fünf in Dülmen und drei in Warendorf-Milte. Zusätzlich befinden sich Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 145 Megawatt in unterschiedlichen Planungsstadien.

Wärmewende und Glasfaserausbau bleiben zentrale Baustellen

Auch bei der Wärmewende nennen die Stadtwerke mehrere Fortschritte. Dazu gehören die Datenauswertung für das Tiefengeothermie-Vorhaben, die Mitarbeit an der kommunalen Wärmeplanung und eine zweite Großwärmepumpe im Hafenkraftwerk. In Albachten-Ost und Handorf-Kirschgarten setzt das Unternehmen zudem auf kalte Nahwärme.

Beim Glasfaserausbau sind schnelle Internetzugänge nach Stadtwerke-Angaben inzwischen für mehr als 70.000 Haushalte verfügbar. Die Ausbauquote liegt bei 46 Prozent. Für 2027 sind weitere Arbeiten unter anderem in Uppenberg, Sentrup, Schloss und Mecklenbeck geplant. Jurczyk kritisiert parallel entstehende Doppelausbauten durch Mitbewerber: „Wir bauen durchdacht, nicht doppelt.“

Stadtwerke übernehmen auch kommunale Bauprojekte

Neben Energie, Wasser, Mobilität und Glasfaser übernehmen die Stadtwerke Münster auch Aufgaben im Bereich kommunaler Infrastruktur. Dazu zählen der Neubau des LVM-Preußenstadions und die Sanierung des Lambertibrunnens. Weitere Projekte werden über die Tochter WBI betreut.

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