
Münster. Die geplante Sperrung Lütkenbecker Weg Münster beschäftigt nun auch die Kommunalpolitik. Am Mittwoch steht das Thema auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses. Im Kern geht es um die Frage, ob der Kfz-Durchgangsverkehr auf der Achse Lindberghweg, Lütkenbecker Weg und Schillerstraße stärker eingeschränkt werden soll. Die Strecke ist bereits seit 2020 als Fahrradstraße ausgewiesen, dennoch sehen viele Anwohner weiterhin zu viel Autoverkehr in dem Bereich.
Nach bisherigem Planungsstand soll der Kfz-Durchgangsverkehr auf der Brücke über die B51 unterbunden werden. Die Sperrung am Lütkenbecker Weg soll demnach nicht durch Poller oder andere feste Barrieren erfolgen, sondern über Verkehrszeichen geregelt werden. Hintergrund ist die besondere Funktion der Verbindung für Einsatz- und Betriebsfahrzeuge.
Die Fahrradstraße Lütkenbecker Weg und Lindberghweg gehört zum Feuerwehrvorbehaltsnetz. Sie muss als Ersatz-Alarmausfahrt für die Feuerwache 2 nutzbar bleiben. Deshalb sollen Feuerwehr, Polizei und Fahrzeuge der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster weiterhin passieren können. Für den normalen Kfz-Durchgangsverkehr wäre die Verbindung dagegen nicht mehr vorgesehen.
Die Verbindung über Lindberghweg, Lütkenbecker Weg und Schillerstraße ist Teil der Veloroute Everswinkel-Münster. Mit dem Umbau zur Fahrradstraße sollte der Radverkehr gestärkt und der Autoverkehr reduziert werden. Nach Angaben aus dem Umfeld der Planung hatten frühere Maßnahmen wie Hinweise, Dialog-Displays, Banner und Kontrollen nicht den gewünschten Erfolg.
Genau deshalb steht nun eine deutlichere Verkehrsregelung im Raum. Die Maßnahme soll vor allem verhindern, dass Autofahrer die Achse weiter als Abkürzung in Richtung Innenstadt nutzen. Für Radfahrer hätte das eine Entlastung auf einer Route, die im Alltag von Pendlern, Familien und Schülern genutzt wird.
Gegen die Sperrung Lütkenbecker Weg Münster gibt es jedoch deutliche Einwände aus dem Stadtteil. Kritiker verweisen darauf, dass die direkte Verbindung aus Lütkenbeck in Richtung Innenstadt wegfallen würde. Betroffen wären nach ihrer Darstellung auch Fahrten zu Zielen wie dem Franziskus-Hospital oder dem Klarastift.
Zudem wird befürchtet, dass sich Verkehr auf andere Straßen verlagert. Genannt werden dabei vor allem Boelckeweg und Albersloher Weg. Diese Routen gelten aus Sicht mehrerer Anwohner bereits heute als stark belastet. Die Sorge richtet sich deshalb nicht nur auf längere Fahrzeiten, sondern auch auf mögliche zusätzliche Belastungen an anderer Stelle.
Befürworter der Sperrung stellen vor allem die Verkehrssicherheit in den Mittelpunkt. Auf der Fahrradstraße Schillerstraße Münster und der anschließenden Verbindung über den Lütkenbecker Weg geht es aus ihrer Sicht nicht nur um Verkehrsfluss, sondern um den Schutz von Radfahrern. Besonders Familien sehen die Lage kritisch, wenn Autos trotz enger Stellen oder Überholverboten zu dicht an Radfahrern vorbeifahren.
Andere Teilnehmer der Debatte sehen hingegen stärkere Kontrollen als bessere Lösung. Sie fordern mehr Überwachung durch Polizei oder Geschwindigkeitsmessungen, damit bestehende Regeln wirksamer durchgesetzt werden. Damit zeigt sich der Kernkonflikt: Ein Teil setzt auf eine Sperrung, ein anderer Teil auf Kontrolle statt Unterbrechung der Verbindung.
Der SPD-Ortsverein Münster-Südost sieht eine dauerhafte Vollsperrung kritisch. Stattdessen steht eine zeitlich begrenzte Sperrung zur Diskussion, etwa morgens und nachmittags. Damit könnte der Durchgangsverkehr zu besonders belasteten Zeiten reduziert werden, ohne die Verbindung dauerhaft vollständig zu unterbrechen.
Offen bleibt, wie wirksam eine reine Beschilderung wäre. Eine „Anlieger frei“-Regelung gilt nach Einschätzung der Verwaltung als schwer kontrollierbar. Auch deshalb dürfte die Debatte im Verkehrsausschuss nicht nur um das Ziel gehen, sondern vor allem um die konkrete Umsetzung. Die Fahrradstraße Lütkenbecker Weg bleibt damit ein verkehrspolitischer Streitpunkt in Münster-Südost.
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