Warum Redcare an der Börse wieder deutlich zulegt

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Redcare Pharmacy Aktie hat Mitte Juni deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Auslöser war eine Prognoseanhebung der früheren Shop Apotheke Europe. Das Unternehmen rechnet für 2026 nun mit mehr Umsatzwachstum und einer höheren bereinigten operativen Marge. An der Börse löste das eine starke Kursbewegung aus. Nach einem kräftigen Plus am Montag legte die Aktie am Dienstag im Xetra-Handel erneut zu und schloss bei 61,25 Euro. Damit rückte vor allem das deutsche Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wieder in den Mittelpunkt.

Redcare erhöht die Jahresziele für 2026

Redcare veröffentlichte am 15. Juni vorläufige Zahlen für die ersten beiden Monate des zweiten Quartals. Der Konzernumsatz stieg in diesem Zeitraum um 20,4 Prozent auf 568 Millionen Euro. Das Wachstum lag damit über dem ersten Quartal. Für das Gesamtjahr erwartet Redcare nun ein Umsatzwachstum von 15 bis 17 Prozent. Zuvor hatte die Spanne bei 13 bis 15 Prozent gelegen. Auch beim Non-Rx-Geschäft wurde die Prognose angehoben. Statt 8 bis 10 Prozent erwartet das Unternehmen nun 10 bis 12 Prozent Wachstum.

Deutsches E-Rezept-Geschäft treibt die Erwartungen

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. In den ersten beiden Monaten des zweiten Quartals stieg der Rx-Umsatz in Deutschland um 57 Prozent auf 118 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Redcare in diesem Bereich nun 680 bis 720 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von 35 bis 43 Prozent. Das E-Rezept bleibt damit der wichtigste Wachstumstreiber. Seit Anfang 2024 werden verschreibungspflichtige Medikamente für gesetzlich Versicherte in Deutschland grundsätzlich per E-Rezept ausgestellt.

Aktie springt über die Marke von 60 Euro

Die Börse reagierte deutlich auf die neuen Ziele. Am Montag war die Aktie im späten Handel zeitweise um fast 18 Prozent gestiegen. Am Dienstag legte sie im Xetra-Handel in der Spitze um bis zu 11 Prozent zu und erreichte 63,80 Euro. Am Ende stand ein Plus von 6,89 Prozent auf 61,25 Euro. Damit übersprang die Aktie erstmals seit längerer Zeit wieder die Marke von 60 Euro. Der Kurs hatte im März noch nahe 30 Euro gelegen. Trotz der Erholung blieb das Papier im Jahresvergleich aber weiter unter früheren Höchstständen.

Analysten sehen bessere Zahlen, bleiben aber nicht einheitlich

Mehrere Analysten reagierten auf die Prognoseanhebung. Die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel von 99 auf 102 Euro und bestätigte ihre Kaufempfehlung. UBS hob das Kursziel von 55 auf 60 Euro an, beließ die Einstufung aber bei Neutral. Das zeigt, dass die neuen Zahlen zwar positiv aufgenommen wurden, die Bewertung der Aktie aber unterschiedlich bleibt. Entscheidend wird sein, ob Redcare das Wachstum im Rezeptgeschäft mit steigender Profitabilität verbinden kann. Die nächsten ausführlichen Zahlen zum zweiten Quartal will das Unternehmen am 29. Juli 2026 veröffentlichen.

Warum der Fall über Deutschland hinaus relevant ist

Redcare Pharmacy sitzt in den Niederlanden, ist aber an der Frankfurter Börse gelistet und Mitglied im MDAX. Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Ländern aktiv und zählt zu den großen Online-Apotheken Europas. Die aktuelle Kursbewegung ist deshalb nicht nur ein deutsches Börsenthema. Sie steht auch für den Wettbewerb um digitale Arzneimittelversorgung, Versandapotheken und die Frage, wie stark das E-Rezept das Apothekengeschäft verändert. Für Anleger bleibt die Aktie wegen der starken Schwankungen ein Wert mit erhöhtem Risiko. Konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlungen lassen sich aus den aktuellen Zahlen nicht ableiten.

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