Vogelnamen sollen folgen Münster will Lüderitzweg und Woermannweg umbenennen

n: In Gremmendorf sollen zwei kolonial belastete Straßennamen durch Vogelnamen ersetzt werden.
Foto: René Lussi

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In Münster-Gremmendorf stehen zwei umstrittene Straßennamen vor dem Aus. Der Lüderitzweg und der Woermannweg sollen nach dem Willen der Stadt künftig neue Namen aus der Vogelwelt erhalten. Im Gespräch sind derzeit Rotkehlchenweg und Zaunkönigweg. Die Vorschläge stammen aus einer Bürgerbeteiligung und fügen sich in das bestehende Bild des sogenannten Vogelviertels ein.

Hintergrund der Debatte ist die historische Belastung der bisherigen Namensgeber. Adolf Lüderitz und Adolph Woermann gelten als Personen, die eng mit dem deutschen Kolonialismus verbunden waren. In Münster wird die Benennung der Straßen zudem ausdrücklich als Produkt der NS-Zeit eingeordnet.

Stadt Münster setzt nächsten Schritt bei der Umbenennung um

Die Diskussion um die beiden Straßen ist nicht neu. Bereits am 9. Dezember 2025 hatte die Bezirksvertretung Münster-Südost grundsätzlich beschlossen, den Lüderitzweg und den Woermannweg umzubenennen. Mit den nun vorliegenden Namensvorschlägen geht das Verfahren in die nächste Phase.

Zuvor hatte die Stadt vom 5. bis 22. März 2026 eine Bürgerbeteiligung durchgeführt. Ziel war es, neue und passende Straßennamen für das Quartier zu finden. Dabei kristallisierten sich Begriffe aus der Vogelwelt besonders deutlich heraus. Das passt zum Umfeld, denn in Gremmendorf gibt es bereits Straßen wie den Meisenweg oder den Schwalbenweg.

Warum Lüderitz und Woermann in der Kritik stehen

Die bisherige Benennung wird vor allem wegen der historischen Rolle der Namensgeber kritisiert. Adolf Lüderitz und Adolph Woermann stehen für Kapitel deutscher Kolonialgeschichte, die heute deutlich kritischer bewertet werden als früher. Beide profitierten wirtschaftlich und politisch vom kolonialen System des Deutschen Reiches.

In der Debatte wird außerdem auf den Völkermord an Herero und Nama in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, verwiesen. Besonders Adolph Woermann wird in den Materialien zur Diskussion unter anderem mit Waffen- und Soldatentransporten in Verbindung gebracht. Adolf Lüderitz wiederum steht für Landaneignungen in Südwestafrika. Damit bekommen die Straßennamen aus heutiger Sicht eine historische Belastung, die für viele nicht mehr tragbar erscheint.

Vogelnamen sollen ins bestehende Viertel passen

Mit Rotkehlchenweg und Zaunkönigweg zeichnen sich zwei Namen ab, die nicht nur unverfänglich, sondern auch städtebaulich passend erscheinen. Das Viertel ist bereits seit längerem von Vogelnamen geprägt. Deshalb lag es nahe, auch für die beiden umzubenennenden Straßen nach Begriffen aus derselben Themenwelt zu suchen.

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