
Eine Stammzellenspende kann für schwer erkrankte Menschen in Deutschland zur entscheidenden Chance werden. Besonders bei Leukämie und anderen Erkrankungen der Blutbildung kann die Übertragung gesunder Blutstammzellen helfen, wenn andere Therapien nicht ausreichen. Doch nicht für alle Betroffenen wird rechtzeitig ein passender Spender gefunden. Genau deshalb bleiben Registrierung und Typisierung ein zentrales Thema.
Blutstammzellen übernehmen im Körper eine grundlegende Aufgabe: Aus ihnen entstehen rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Sitzt dieses System durch eine schwere Erkrankung wie Leukämie nicht mehr richtig, kann eine Stammzelltransplantation das geschädigte blutbildende System ersetzen. Die gespendeten Zellen siedeln sich im Knochenmark der erkrankten Person an und beginnen dort mit der Neubildung gesunder Blutzellen.
Entscheidend ist dabei die Übereinstimmung bestimmter Gewebemerkmale. Diese Merkmale müssen zwischen spendender und erkrankter Person möglichst genau passen. In Familien gelingt das nur in einem Teil der Fälle. Deshalb sind viele Patientinnen und Patienten auf Menschen angewiesen, die sich in einer Spenderdatei registriert haben. Obwohl weltweit viele Millionen Personen erfasst sind, bleibt die Suche in einzelnen Fällen schwierig.
Für eine Neuregistrierung kommen grundsätzlich gesunde Menschen zwischen 18 und 55 Jahren infrage. Außerdem ist ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm erforderlich. Die Spende muss freiwillig erfolgen und darf nicht bezahlt werden. Erstattet werden können jedoch Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Registrierung, Voruntersuchung oder Spende entstehen.
Nicht jede Person kann aufgenommen werden. Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Lungen- oder Nierenerkrankungen, Krebs, HIV, Hepatitis B oder C, systemische Autoimmunerkrankungen, insulinpflichtiger Diabetes, schwere Bluterkrankungen sowie bestimmte neurologische oder psychische Erkrankungen können eine Registrierung ausschließen. Auch Suchterkrankungen oder bestimmte tropische Infektionskrankheiten können gegen eine Spende sprechen. Wer unsicher ist, sollte dies medizinisch abklären lassen.
Die Aufnahme in eine Spenderdatei ist vergleichsweise einfach. Möglich ist sie bei Typisierungsaktionen, bei Blutspendeterminen oder über Registrierungssets für zu Hause. Nach der schriftlichen Einwilligung wird eine Probe abgegeben. Das kann Blut sein oder ein Abstrich der Wangenschleimhaut. Daraus werden die Gewebemerkmale bestimmt.
Die Daten werden nicht offen mit Namen weitergegeben, sondern pseudonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspenderregister gemeldet. Wird später eine passende Übereinstimmung mit einer erkrankten Person festgestellt, folgt zunächst eine erneute Blutprobe zur Bestätigung. Erst danach beginnt die medizinische Voruntersuchung. Dabei werden unter anderem Blutwerte, Organe, Herzfunktion und Brustkorb geprüft. Nur wenn die Untersuchung keine relevanten Risiken zeigt, wird die Spende vorbereitet.
In den meisten Fällen werden Stammzellen nicht direkt aus dem Knochen entnommen, sondern aus dem Blut gewonnen. Vorher erhält die spendende Person über mehrere Tage einen Wachstumsfaktor. Dieser sorgt dafür, dass vermehrt Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut gelangen. Während dieser Zeit können grippeähnliche Beschwerden auftreten.
Am Tag der Entnahme wird das Blut über Venenzugänge durch ein spezielles Gerät geleitet. Dieses trennt die Stammzellen heraus, während die übrigen Blutbestandteile zurück in den Körper fließen. Das Verfahren dauert mehrere Stunden und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Meist kann die spendende Person die Klinik oder das Entnahmezentrum noch am selben Tag wieder verlassen.
In einem kleineren Teil der Fälle wird Knochenmark direkt aus dem Beckenkamm entnommen. Dieser Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Dabei wird ein Knochenmark-Blut-Gemisch gewonnen, das anschließend für die Transplantation verwendet werden kann. Mit dem Rückenmark hat diese Methode nichts zu tun. Das ist ein häufiger Irrtum, weil Knochenmark und Rückenmark sprachlich ähnlich klingen.
Nach einer Knochenmarkentnahme bleiben Spenderinnen und Spender meist kurz stationär im Krankenhaus. Beschwerden können vor allem an der Entnahmestelle auftreten und ähneln häufig einem stärkeren Prellungsgefühl. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb weniger Wochen nach.
Nach der Entnahme werden die Stammzellen schnellstmöglich zur behandelnden Klinik gebracht. Dort erhält die erkrankte Person die Zellen ähnlich wie bei einer Bluttransfusion. Vorher wird das eigene erkrankte blutbildende System durch intensive Behandlung weitgehend ausgeschaltet. Die gespendeten Stammzellen sollen sich anschließend im Knochenmark ansiedeln und die Blutbildung übernehmen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet dieser Schritt eine große medizinische Belastung, aber auch eine wichtige Chance. Neben dem Ersatz der Blutbildung spielt auch das Immunsystem der spendenden Person eine Rolle. Es kann verbliebene kranke Zellen erkennen und bekämpfen. Genau deshalb gilt die Stammzelltransplantation bei bestimmten Blutkrebserkrankungen nicht nur als Ersatz geschädigter Zellen, sondern auch als Teil einer gezielten Krebsbehandlung.
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