
Helicobacter pylori kann jahrelang im Magen leben, ohne Beschwerden hervorzurufen. Das Bakterium besiedelt die Magenschleimhaut und kann dort eine chronische Entzündung verursachen. In Deutschland sollen etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung infiziert sein. Ein großer Teil der Betroffenen weiß nichts davon.
Die Mehrheit der Infizierten entwickelt keine eindeutigen Symptome. Treten Beschwerden auf, können unter anderem Schmerzen oder ein Brennen im Oberbauch, Übelkeit, Blähungen, häufiges Aufstoßen, Appetitlosigkeit oder ein frühes Sättigungsgefühl dazugehören.
Diese Symptome können allerdings zahlreiche andere Ursachen haben und erlauben allein keine Diagnose.
Eine länger bestehende Infektion kann eine chronische Magenschleimhautentzündung verursachen. Außerdem steigt das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Helicobacter pylori ist darüber hinaus ein wichtiger Risikofaktor für bestimmte Erkrankungen des Magens einschließlich Magenkrebs und des seltenen MALT-Lymphoms.
Das Bakterium lässt sich unter anderem mit einem Atem- oder Stuhltest nachweisen. Bei einer Magenspiegelung können außerdem Gewebeproben genommen und gleichzeitig Veränderungen der Magenschleimhaut untersucht werden. Welche Untersuchung erforderlich ist, hängt unter anderem von den Beschwerden, dem Alter und möglichen Warnzeichen ab.
Ist eine Behandlung angezeigt, erfolgt eine sogenannte Eradikationstherapie. Nach der aktuellen deutschen Leitlinie kommen dafür mehrere Medikamente zum Einsatz. Häufig wird eine Kombination aus zwei Antibiotika, einem Säureblocker und Bismut verwendet.
Nach Abschluss der Therapie muss kontrolliert werden, ob das Bakterium tatsächlich beseitigt wurde. Dafür werden Atem- oder Stuhltests eingesetzt. Die Kontrolle erfolgt in der Regel erst mehrere Wochen nach Ende der Behandlung. Medikamente sollten dabei ausschließlich nach ärztlicher Vorgabe eingenommen und nicht eigenständig abgesetzt werden.
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