
NRW. Die Unternehmensinsolvenzen in NRW sind im ersten Quartal 2026 erneut gestiegen. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW meldeten die Amtsgerichte in Nordrhein-Westfalen von Januar bis März 1.720 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 148 Fälle mehr als im ersten Quartal 2025. Damals wurden 1.572 Verfahren gezählt. Damit lag die Zahl der Firmenpleiten in Nordrhein-Westfalen um 9,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Die neuen Zahlen zeigen, dass die wirtschaftliche Belastung vieler Unternehmen in NRW weiterhin sichtbar bleibt. Mit 1.720 beantragten Unternehmensinsolvenzen erreichte das erste Quartal 2026 den dritthöchsten Quartalswert der vergangenen zehn Jahre. Höhere Werte verzeichnete IT.NRW nur im zweiten Quartal 2016 mit 1.758 Verfahren und im dritten Quartal 2025 mit 1.742 Verfahren. Der aktuelle Wert liegt damit nur knapp unter dem Höchststand aus dem vergangenen Jahr. Entscheidend ist dabei: Erfasst werden beantragte Insolvenzverfahren, die von den zuständigen Amtsgerichten gemeldet wurden.
Besonders auffällig ist die Insolvenzhäufigkeit in einzelnen Wirtschaftsbereichen. Im Durchschnitt wurden im ersten Quartal 2026 in NRW 23,2 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert. Deutlich höher lag der Wert im Bereich Verkehr und Lagerei. Dort kamen 47,9 gemeldete Insolvenzverfahren auf 10.000 Unternehmen. Danach folgten das Gastgewerbe mit 45,2 Verfahren und das Baugewerbe mit 44,1 Verfahren je 10.000 Unternehmen. Diese Kennzahl macht die Branchen vergleichbarer, weil sie die Zahl der Insolvenzen ins Verhältnis zum Unternehmensbestand setzt.
Trotz der gestiegenen Zahl an Unternehmenspleiten waren im ersten Quartal 2026 weniger Beschäftigte direkt betroffen als ein Jahr zuvor. IT.NRW nennt 5.468 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Zusammenhang mit einer Unternehmensinsolvenz gemeldet wurden. Im ersten Quartal 2025 waren es noch 10.296 Beschäftigte. Das entspricht einem Rückgang um 46,9 Prozent. Zugleich stieg die Summe der voraussichtlichen Forderungen deutlich. Sie lag im ersten Quartal 2026 bei 2,7 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es rund 2 Milliarden Euro.
Nicht nur bei Unternehmen zeigt die Statistik einen Anstieg. Insgesamt wurden in Nordrhein-Westfalen im ersten Quartal 2026 8.604 Insolvenzverfahren gemeldet. Dazu zählen neben Unternehmensinsolvenzen auch Privatinsolvenzen und weitere Schuldnerarten. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 mit 7.421 Verfahren bedeutet das ein Plus von 15,9 Prozent. Besonders stark stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen. Sie lag bei 5.347 Verfahren und damit 22,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 4.378 Verfahren.
Die Insolvenzstatistik beruht auf den Meldungen der 19 Insolvenzgerichte in Nordrhein-Westfalen. Neben der Zahl der beantragten Verfahren werden unter anderem Angaben zu Forderungen, Beschäftigten, Rechtsformen und Wirtschaftszweigen erfasst. Für die Insolvenzhäufigkeit nutzt IT.NRW Daten aus dem statistischen Unternehmensregister. Als Unternehmen zählen rechtliche Einheiten, die eigenständig wirtschaftlich tätig sind. Dazu gehören etwa GmbHs, Aktiengesellschaften, offene Handelsgesellschaften und Einzelunternehmen.
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