
Ahaus. Im Tierheim Ahaus ist Ende Juni die hochansteckende Katzenseuche ausgebrochen. Zahlreiche Katzen erkrankten, 22 Tiere überlebten die Infektion nach übereinstimmenden Medienberichten nicht. Seit dem 29. Juni nimmt das Tierheim keine neuen Katzen auf und vermittelt vorerst keine Tiere aus diesem Bereich. Besonders gefährdet sind junge und ungeimpfte Katzen.
Auslöser der Erkrankung ist das feline Parvovirus. Die ersten Symptome wurden zunächst mit den hohen Temperaturen in Verbindung gebracht. Untersuchungen ergaben später jedoch, dass es sich um die sogenannte Feline Panleukopenie handelte. Hunde und Kleintiere im Tierheim waren von dem Ausbruch nicht betroffen.
Um weitere Infektionen zu verhindern, gelten im Katzenhaus strenge Schutzmaßnahmen. Der Bereich darf nur noch über eine Schleuse und mit Schutzkleidung betreten werden. Hinzu kommen eine intensive Reinigung, spezielle Desinfektionsmittel und die medizinische Betreuung der Tiere. Ende Juli zeigten die verbliebenen Katzen nach Angaben der Tierheimleitung keine Krankheitssymptome mehr.
Der Aufnahme- und Vermittlungsstopp blieb dennoch zunächst bestehen. Das Parvovirus ist besonders widerstandsfähig und kann lange auf Gegenständen, Kleidung oder Schuhen überleben. Für das Tierheim entstehen durch Behandlungen, Schutzmaterialien und fehlende Vermittlungseinnahmen zusätzliche Kosten.
Mehrere Städte und Gemeinden, die ihre Fundkatzen normalerweise nach Ahaus bringen, mussten vorübergehend andere Lösungen finden. Tiere wurden unter anderem in Tierpensionen, bei privaten Helfern oder in anderen Tierheimen untergebracht. Das Tierheim Nordkreis Coesfeld unterstützt die betroffenen Kommunen, soweit dort Plätze verfügbar sind.
Die Verantwortlichen in Ahaus hoffen, die Vermittlung schrittweise wieder aufnehmen und im September weitgehend zum normalen Betrieb zurückkehren zu können. Wann wieder neue Katzen aufgenommen werden, hängt von der weiteren Entwicklung ab.
Die Katzenseuche kann unter anderem Fieber, Erbrechen, Durchfall und starke Schwäche auslösen. Vor allem bei Jungtieren kann die Erkrankung schnell tödlich verlaufen. Menschen können sich nicht anstecken, das Virus aber über Hände, Kleidung oder Schuhe zu anderen Katzen übertragen.
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