
Düsseldorf. Nach einer folgenschweren Abitur-Panne vor zwei Jahren zieht Nordrhein-Westfalen technische Konsequenzen. Die Prüfungsaufgaben sollen künftig über ein neues Download-System an die Schulen gelangen. Der Start im NRW-Abitur erfolgt bereits 2026 – allerdings unter ungewöhnlichen Voraussetzungen.
Nach Angaben des Schulministerium NRW wird das neue System in diesem Jahr erstmals auch an Gymnasien eingesetzt. Die tatsächliche Nutzung fällt jedoch deutlich geringer aus als in regulären Prüfungsjahren.
Grund dafür ist die Umstellung von G8 auf G9. Nach dem letzten großen G8-Abiturjahrgang 2025 gibt es 2026 keinen regulären Abschlussjahrgang an den Gymnasien. Abiturprüfungen legen dort vor allem Wiederholerinnen und Wiederholer oder Sonderfälle ab.
Das Schulministerium rechnet für 2026 mit rund 5.700 Schülerinnen und Schülern, die an Gymnasien Abiturprüfungen ablegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es noch 68.645 Teilnehmende. Entsprechend wird das neue Download-System zunächst nur an wenigen Standorten praktisch zum Einsatz kommen.
Ab dem Jahr 2027 soll sich das ändern. Dann erreicht der erste große G9-Jahrgang die Abiturstufe, und das System soll flächendeckend an allen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen genutzt werden.
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Einen Praxistest hat das neue Verfahren bereits hinter sich. Schon 2025 wurden die Abituraufgaben an den 35 Weiterbildungskollegs, also den Abendgymnasien, über das neue System bereitgestellt. Nach Darstellung des Ministeriums verlief dieser Testlauf ohne technische Probleme.
Die Erfahrungen aus diesen Prüfungen flossen in die weitere Vorbereitung des landesweiten Rollouts ein.
Auslöser für die Umstellung war eine schwere technische Störung im Frühjahr 2023. Damals kam es beim Download der Abituraufgaben zu massiven Problemen, sodass Prüfungen in mehreren Fächern kurzfristig verschoben werden mussten. Betroffen waren unter anderem Klausuren in Biologie, Chemie, Informatik, Physik und Technik.
In der Folge ließ das Land den auslaufenden Vertrag mit dem bisherigen Dienstleister neu ausschreiben. Ziel war ein stabileres, leistungsfähigeres System, das auch bei hoher gleichzeitiger Nutzung zuverlässig funktioniert.
Unabhängig vom neuen technischen Verfahren bleibt die Verantwortung beim Schulministerium. Die Abituraufgaben sowie Materialien aus vergangenen Jahren werden weiterhin über die offiziellen Landesportale bereitgestellt, teils in geschützten Bereichen für die jeweiligen Schulformen.
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